Absage wegen Trump: Apple entzieht US-Republikanern die Unterstützung

Donald Trump 2015 (Foto: Flickr-User <a href="https://www.flickr.com/photos/80038275@N00/">Michael Vadon</a>, Ausschnitt, Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/>CC BY-SA 2.0</a>)

Donald Trump 2015 (Foto: Flickr-User Michael Vadon, Ausschnitt, Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Es gehört zu den Ritualen im politischen Establishment der USA: Der Tanz um Geld, Einfluss und PR. Gerade die Präsidentschaftswahlkämpfe sind horrende teuer, und hohe Spendeneinnahmen oder besonders großzügige Unterstützungen machen regelmäßig nationale Schlagzeilen. Große Unternehmen setzen dabei traditionell auf Diversifizierung und unterstützen beide politischen Lager sowie verschiedene Kandidat_innen, um sich möglichst breite Unterstützung für ihre Anliegen zu sichern. Das ist übrigens auch in Deutschland nicht anders.

Computer-Riese Apple hat jetzt mit einer dieser Traditionen gebrochen und wird laut Politico den diesjährigen Nominierungsparteitag der Republikaner nicht unterstützen. 2008 und 2012 hatte Apple die entsprechenden Veranstaltungen demnach noch mit Sachspenden in Form von Mac-Computern gesponsort. Ein untypischer Schritt, denn selbst die häufig sehr liberal eingestellten Tech-Firmen des kalifornischen Silicon Valley geben sich in der Regel unparteiisch; Google, Microsoft und Facebook werden die Veranstaltung beispielsweise unterstützen, berichtet Politico.

Der offensichtliche, aber von keiner Seite offiziell bestätigte Grund für die Absage ist Donald Trump, dessen polternder Politik-Stil auch in den USA für mehr und mehr Unmut sorgt. Etliche von Trumps vielen kontroversen Statements können mit Recht als fremden- und frauenfeindlich, islamophob oder gar rassistisch bezeichnet werden. Besonders im Gedächtnis bleiben etwa sein Vorhaben, eine Mauer an der mexikanisch-amerikanischen Grenze zu errichten oder die Forderung, Muslima und Muslimen sei die Einreise in die USA pauschal zu verweigern.

Das deckt sich nicht mit den Werten von Apple, die sich nach außen gerne als offen und gesellschaftlich fortschrittlich präsentieren. Doch vermutlich geht die Motivation noch etwas tiefer: Trump war einer der lautstärksten Apple-Kritiker in deren jüngster Auseinandersetzung mit dem FBI. Weil das Unternehmen sich weigerte, spezielle Software zur Entschlüsselung eines iPhones zu schreiben, riefen Trump und andere konservative Stimmen zum Boykott von Apple-Produkten auf. Die Netzgemeinde und Befürworter_innen von verschlüsselter Kommunikation dagegen applaudierten Apples Standhaftigkeit.

Der ungewöhnliche Schritt spiegelt die wachsende Abneigung gegenüber Trump wider. Mit seinen verbalen Entgleisungen entfernte er sich weit vom Mainstream und polarisiert extrem. Es bleibt abzuwarten, wie stark eine breite gesellschaftliche Opposition gegen einen potentiellen US-Präsidenten Trump in den kommenden Monaten werden kann.

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