Amazon verbietet und löscht „bezahlte“ Reviews

Haben ein Update bekommen: Amazons Bewertungsrichtlinien (Screenshot von amazon.de)

Haben ein Update bekommen: Amazons Bewertungsrichtlinien (Screenshot von amazon.de)

Caught In The Act: Nachdem die Bewertungs-Aggregator-Seite Review Meta im September Aufsehen erregte mit ihrer Analyse von so genannten incentivized reviews („anreizbasierte“ Bewertungen, die im Austausch für ein kostenloses oder vergünstigtes Produkt erfolgen), hat Amazon jetzt reagiert. Die US-Seite amazon.com hatte die umstrittenen Bewertungen bereits im Oktober verboten, gestern ist auch amazon.de dem Vorbild gefolgt.

Review Meta hatte in einem anschaulichen Youtube-Video nachgewiesen, dass die anreizbasierten Bewertungen im Durchschnitt deutlich positiver ausfielen als nicht-„bezahlte“ Reviews und damit nicht als authentisch gelten sollten. Um die Praxis hatte sich eine komplette Infrastruktur aus Dienstleistern gebildet, die Bewertungs-Autor_innen und bei Amazon verkaufende Unternehmen vernetzt hatten.

Dass Amazon USA und Amazon Deutschland jetzt reagiert haben ist wichtig und richtig, aber auch heuchlerisch: Gute Bewertungen steigern Verkäufe, und das E-Commerce-Geschäft ist hart, auch als Marktführer. Selbstverständlich war sich Amazon bewusst, dass die Praxis keine authentischen Bewertungen erzeugt, sondern Schönfärberei ist. Jetzt tut es Amazon bestimmt leid – vor allem darum, dass sie erwischt wurden.

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