Automatische Simultan-Übersetzung: Beseitigt Technologie die Sprachbarriere?

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Ich habe einen guten Freund, der aus Serbien stammt. Er lebt seit ein paar Jahren in Berlin, spricht gut Englisch, sein Deutsch lässt aber noch zu wünschen übrig. Kein Wunder: In wohl wenigen europäischen Städten außerhalb der britischen Inseln kommt man mit Englisch so gut durchs Leben. Dennoch hat er manchmal Kommunikationsprobleme, und dann muss ihm Google Translate zur Seite stehen – zum Grundverständnis, oder auch zur Komposition einer Antwort.

Viele Menschen weltweit vertrauen auf Google und andere Übersetzungsdienste (remember Babelfish?), ob auf der Reise oder zuhause, oft auf mobiler Technologie. Jüngst erntete der Langenscheidt-Verlag Sympathien dafür, ein Arabisch-Deutsch/Deutsch-Arabisch Online-Wörterbuch inkl. Aussprache-Funktion kostenlos zur Verfügung zu stellen.

In einem Beitrag für das Wall Street Journal wagt der Schriftsteller Alec Ross jetzt einen prophetischen Blick auf unsere linguistische Zukunft und prognostiziert das „Ende der Sprachbarriere“.

In rund zehn Jahren würden sie wohl verfügbar sein. so Ross: Kopfhörer, verbunden mit smarten mobilen Geräten, ob Telefon oder Uhr, die uns eine Simultan-Übersetzung beliebiger Sprachen ohne signifikante Zeitverzögerung ins Ohr flüstern würden. Die nötige Technologie sei nur eine Frage der Zeit: „It is just a matter of more data, more computing power and better software“, meint Ross. Mit Spracherkennung, Übersetzung, Assistenz à la Siri und mobilem Internet seien die Grundkomponenten bereits verfügbar.

Kommentatoren des Artikels auf der WSJ-Webseite sind bereits skeptisch. Sprache sei nicht auf Algorithmen reduzierbar, sondern werde genauso durch Milieu gelernt, sagt „makar snai“; es sei zu hoffen, dass direct translation-Anwendungen die Sprachbarriere signifikant reduzieren könnten, aber ganz beseitigt werden würde sie wohl nie.

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