Back to Basics: „Line Wobbler“ ist ein experimentelles 1D-Videospiel

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Videospiele galten hierzulande noch bis weit in die 90er hinein als Kinderkram, pure Verblödung, lowest of the low in der Kulturindustrie. Dass auch sie eine Form von Kunst sind – mal Mainstream, mal Indie, mal artsy – ist in der deutschen und europäischen Kulturlandschaft ein noch relativ neues Sentiment.

Wie kunstvoll und faszinierend es aussehen kann, wenn innovative Designer mal back to basics gehen, anstatt neue Höchstleistungen in Photorealismus anzustreben, zeigt Line Wobbler. Der in London lebende Entwickler des experimentellen Spiels, Robin Baumgarten, nennt es „an experiment in minimalism“, was vor allem auf die Spiel-„Welt“ bezogen ist: Nicht in einer zwei- oder dreidimensionalen, sondern in einer eindimensionalen Umgebung findet das Abenteuer statt.

Optisch ausgegeben wird das Spiel auf einem simplen LED-Streifen, an dem ein heldenhafter Lichtpunkt emporwandert. Er trifft auf Gegner, Lava und sogar einen Endboss, die durch Rütteln an dem Joystick – ein umfunktionierter Feder-Türstopper – bezwungen werden. Hardwareseitig basiert das gesamte Spiel auf der offenen Plattform Arduino.

Baumgarten war mit Line Wobbler schon auf Messen und in Museen auf der ganzen Welt zu Gast, teils mit sehr fantasievollen Aufbauten wie dem unten gezeigten. Bei der IndieCade in Los Angeles, der Tokyo Game Show und den Berliner Amaze Awards wurde das Spiel dabei bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

Line Wobbler ist auch insofern einzigartig, als dass eine authentische Gameplay-Erfahrung dieses hardware-basierten Spiels nur live möglich ist. Die nächste Gelegenheit dafür bietet sich Anfang Oktober, wenn Baumgarten auf der Medienmesse SAE Alumni Convention in Köln zu Gast ist.

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