Bei London entsteht die größte schwimmende Solaranlage der Welt

Ein paar Kilometer südwestlich von London liegt das Queen Elizabeth II Reservoir, ein künstliches Wasserbecken mit stattlichen 20 Milliarden Litern Fassungsvermögen. Hier wird gerade ein Projekt realisiert, dass in Europa Vorbildfunktion haben könnte: die Installation der größten schwimmenden Solaranlage der Welt.

Das britische Unternehmen Thames Water, Wasserdienstleister für rund ein Viertel der britischen Bevölkerung inklusive Greater London, kooperiert mit den Solarfirmen Ennoviga Solar und Lightsource Renewable Energy, um auf fast 60 000 Quadratmetern Wasseroberfläche über 23 000 Solar-Panels zu platzieren. Die Anlage hat eine Spitzenleistung von 6,33 Megawatt und wird in ihrem ersten Betriebsjahr voraussichtlich 5,8 Millionen Kilowattstunden produzieren – genug, um 1800 Haushalte mit Strom zu versorgen.

Solaranlagen auf nicht fließenden und nicht befahrenen Gewässern sind in mehrfacher Hinsicht sinnvoll. Die Installation ist deutlich günstiger, da die Panels lediglich auf schwimmenden Pontons angebracht und zu Wasser gelassen werden, was im Vergleich zu Dach- oder auch ebenerdiger Festinstallation Aufwand spart. Das kühle Wasser schützt die Anlagen gleichzeitig vor Überhitzung, ein Problem vor allem in heißen Sommermonaten. Letztlich ist auch vorteilhaft, dass die Wasseroberfläche ansonsten ohnehin nicht genutzt wird – die Praxis bietet sich also vor allem in urbanen Gegenden an, wo große Solarfarmen sonst keinen Platz fänden.

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