Glossar „Alt Right“: Neue Rechte in den sozialen Medien – Pepe

Eine Illustration zum Eintrag "Pepe" im Glossar "Alt Right" - Neue Rechte in den sozialen Medien

Dieser Teil der Reihe „Glossar Alt-Right“ widmet sich einem der skurrilsten Aspekte dieser neuen rechten Bewegung in den sozialen Medien: Dem Frosch Pepe. Pepe, eine ursprünglich unpolitische Comicfigur, wurde über Umwege ein beliebtes Meme und schließlich von der Alt Right vereinnahmt. Mittlerweile stufen manche Akteure und Organisationen die Froschfigur als „Hass-Symbol“ ein. Ihr Ursprung liegt in einem Comic für Erwachsene des Zeichners Matt Furie, wo Pepe im Jahr 2005 erstmalig auftauchte:

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Pepe’s Gesicht mit der Sprechblase „feels good man“ wurde zu einem Underground-Meme auf dem berüchtigten Forum 4chan. Dort wurde und wird der Frosch in vielen verschiedenen Formen, mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken und Sprechblasen gepostet, häufig, um sentimentale, nostalgische oder depressive Gespräche einzuleigen (so genannten „feels“-Threads). Daneben existieren aber mit Rage Frog oder Smug Frog auch andere Varianten.

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Digitaler Widerstand gegen Trump: NASA und US-Umweltbehörde starten alternative Twitter-Accounts

Donald Trump und sein Team verloren keine Zeit: Unmittelbar nach der Amtseinführung unterzeichnete der neue US-Präsident eine ganze Liste von so genannten executive orders, direkte Anweisungen, die der Präsident ohne Unterstützung des Kongresses erlassen kann. Damit leitete er unter anderem den Rückzug der USA vom TPP-Handelsabkommen ein, erschwerte Förderungen für Organisationen, die Abtreibung befürworten, erhöhte die „Sicherheit“ der Grenze zu Mexiko und ließ zwei gestoppte kontroverse Pipeline-Projekte wieder anlaufen.

Andere Änderungen an Erscheinungsbild und policy der US-Präsidentschaft waren etwas subtiler, aber ebenso zügig umgesetzt: Bereits wenige Stunden nach der Amtseinführung verschwand eine Webseite zum Thema Klimawandel spurlos von dem Auftritt des Weißen Hauses. Die Botschaft ist klar und deutlich: Von nun an wird die US-Regierung den Klimawandel nicht mehr als das behandeln, was er ist – belegter Fakt und wissenschaftlicher Konsens weltweit –, sondern als eine „Theorie“ unter vielen.

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„Yolocaust“ – Provokante Kunstaktion zum Umgang mit dem Holocaust-Mahnmal

Eine der Fotomontagen (Screenshot von yolocaust.de)

Eine der Fotomontagen (Screenshot von yolocaust.de)

Es ist einer der touristischen Hotspots von Berlin: das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, auch Holocaust-Mahnmal genannt. Der Stararchitekt Peter Eisenman konzipierte das rund 19.000 Quadratmeter große Gelände, das seit 2005 globale Bekanntheit erlangt hat.

Mit den vielen Besucher_innen aus aller Welt wuchs aber auch ein Problem: Das Denkmal wird als Hintergrund für Selfies oder andere Fotos verwendet, auf den Betonquadern wird herumgeklettert oder -gesprungen. Dieser Umgang mit einem Ort des Gedenkens wird von manchen als respektlos, pietätlos oder unsensibel kritisiert.

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Glossar „Alt Right“: Neue Rechte in den sozialen Medien – Echokammer

Eine Illustration für den Eintrag "Echokammer" im Glossar "Alt Right" - Neue Rechte in den sozialen Medien

Der erste Artikel in dieser Reihe im neuen Jahr 2017 behandelt keinen konkreten Begriff oder Code innerhalb der Alt Right, sondern eine der technologischen Voraussetzungen für das Aufkommen und Erstarken dieser neuen rechten Bewegung: Die so genannte Echokammer.

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Akustik und der Tontechnik und beschreibt einen Raum, der zu Aufnahmezwecken speziell konstruiert wurde, um einen Halleffekt zu erzeugen.

Im Social Media-Kontext wird mit dem Begriff Echokammer (auch Filterblase, englisch echo chamber oder filter bubble) der Zustand beschrieben, dass User_innen online häufig ausschließlich solche Inhalte und Meinungen präsentiert bekommen, denen sie ohnehin zustimmen.

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2016 – Das schlimmste Jahr ever?

Keine Frage, 2016 war schon hart: Neben den Toden vieler berühmter, einflussreicher und vielgeliebter Menschen brachte das Jahr auch das Brexit und Donald Trump.

Aber kann man diesem allseits verdammten Jahr auch etwas Positives abgewinnen? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines Wettbewerbs auf Whicee.com, einer Plattform für niveauvolle Meinungsäußerung im Netz und gegen Hatespeech.

Ich habe auch einen Text beigetragen, der hier nachgelesen werden kann:
2016 – Eine Blaupause für echten Wandel

Gatebox: Eine virtuelle Partnerin für die Einsamen dieser Welt

Azuma Hikari, der erste verfügbare Charakter für die Gatebox (Screenshot von Youtube)

Azuma Hikari, der erste verfügbare Charakter für die Gatebox (Screenshot von Youtube)

Japans Popkultur ist sehr speziell: Obwohl Mangas, Anime, J-Pop und Co. weltweit sehr viele Fans haben, werden die Erzeugnisse des kleinen Inselstaates häufig belächelt, gerade von Befürwortern einer Dichotomie von Hochkultur vs. niedere Kultur. Für handfeste Kritik sorgt dabei mitunter die Darstellung weiblicher Charaktere: Hypersexualisiert und nicht selten an Pädophilie grenzend seien die Zeichnungen und 3D-Modelle.

Unbeeindruckt davon verfolgen Millionen häufig junger Männer auf der ganzen Welt regelmäßig mit Hingabe die Abenteuer ihrer virtuellen Angebeteten. In einem kulturellen Klima, in dem Einsamkeit und selbstgewählter sozialer Ausstieg keine Randerscheinungen mehr sind – weder in Japan noch anderswo – hat sich mittlerweile eine Subkultur gebildet, die ihren Waifus (japanische Aussprache des englischen Wortes wife) ewige Treue schwören.

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Glossar „Alt Right“: Neue Rechte in den sozialen Medien – Die dreifache Klammer

Dreifache Klamern oder "triple parentheses"

Die dreifache Klammer (englisch triple parentheses) ist ein Code, der in antisemitischen Kreisen innerhalb der Alt Right genutzt wird, um die Namen von Menschen (tatsächlich oder vermeintlich) jüdischer Herkunft in Texten zu kennzeichnen. Er erinnert auf fatale Weise an den so genannten „Judenstern“, den Menschen jüdischer Abstammung während des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland tragen mussten.

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Glossar „Alt Right“: Neue Rechte in den sozialen Medien – Social Justice Warrior (SJW)

Illustration zum Begriff Social Justice Warrior oder SJW

Die Abkürzung „SJW“ steht für social justice warrior oder deutsch: Krieger_in für soziale Gerechtigkeit.

In der Logik derjenigen, die ihn verwenden, ist der Begriff kein Angriff auf das generelle Konzept sozialer Gerechtigkeit, sondern eine vermeintlich entlarvende Bezeichnung für Individuen und Gruppen, die bestimmte soziale Ziele mit einem extremen, übermäßigen Eifer verfolgen und im Zuge dessen die Rechte und Freiheiten anderer Gruppen einschränken würden. In dieser Hinsicht war das Konzept des SJW anfangs mit dem Klischee der „Tumblrina“ verwandt. Dieses beschreibt eine naive, unreflektierte Userin der Blog-Plattform Tumblr, auf der ein linksliberaler, speziell LGBTQ- und transgenderfreundlicher Ton vorherrscht.

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