Costa Rica erreicht 100% Versorgung durch erneuerbare Energie

Windkraftanlagen in Costa Rica (Foto: Sbeebe, Lizenz: CC BY 2.0, Ausschnitt)

Windkraftanlagen in Costa Rica (Foto: Sbeebe, Ausscbnitt, Lizenz: CC BY 2.0)

Auf dem Weg in eine Zukunft ohne fossile Brennstoffe: Wie die Webseite Treehugger schreibt, wird der Strombedarf Costa Ricas seit über 100 Tagen ausschließlich durch erneuerbare Energien gedeckt. Das zentralamerikanische Land ist bekannt für eine nachhaltige Energie- und Umweltpolitik, im gesamten Jahr 2015 betrug der Anteil regenerativer Energiequellen in Costa Rica nach Medienberichten bereits 99%. Besonders hydroelektrische Wasserkraftanlagen haben an dieser Entwicklung großen Anteil.

Die Rahmenbedingungen für das stark landwirtschaftlich geprägte Land von rund fünf Millionen Einwohnern sind dabei nicht auf stark industrialisierte Regionen übertragbar. Im August sorgte eine eintägige Komplettversorgung Schottlands durch regenerative Energien für Schlagzeilen, in Deutschland ergab sich im Mai eine ähnliche Situation. Eine dauerhafte 100%-Abdeckung ist in beiden Ländern jedoch noch Zukunftsmusik.

Costa Ricas Wasserkraft-Boom hat aber auch seine Schattenseiten. Bereits seit Jahren in der Planung befindet sich das El Diquís-Wasserkraftwerk, das nach seiner Fertigstellung mit über 600 Megawatt Nennleistung die leistungsstärkste hydroelektrische Anlage Zentralamerikas sein wird. Für das Projekt werden jedoch Regenwald geflutet und indigene Einwohner_innen umgesiedelt, was an das fatale brasilianische Balbina-Projekt erinnert und auf starke weltweite Kritik stößt.

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