Energiewende in den USA: Atlanta will in 20 Jahren 100%-Ziel erreichen

Atlanta im US-Bundesstaat Georgia

Atlanta im US-Bundesstaat Georgia

Die globale Energiewende schwächelt in den letzten Jahren. Begleitend zum Aufstieg des Rechtspopulismus – etwa in den USA, England, Australien, Polen oder Ungarn – kommen Solarenergie, Windkraft und Co. unter Druck: Zum guten Ton „volksnaher“ Populisten gehört häufig eine Leugnung des Klimawandels und die Rückbesinnung auf fossile Brennstoffe. Kein Wunder: Donald Trump etwa hatte mit seinem Versprechen, den Bergbau zu „retten“ und Kohle wieder zu priorisieren, viele Wähler_innen gewonnen.

Doch dass ein solches Vorgehen weder ökologisch noch ökonomisch nachhaltig ist, erkennen nicht nur Fachleute. Die USA waren über Jahrzehnte der größte CO2-Emittent der Welt und sind auch heute noch Nummer zwei hinter China. Doch in den Staaten sind erneuerbare Energien seit Jahren sehr stark im Kommen, und nicht nur CNBC ist sich sicher: Auch Trump kann die Energiewende in den USA nicht mehr aufhalten.

Das jüngste Beispiel: Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Mit fast 6 Millionen Einwohnern in der metropolitan area und dem größten Flughafen der Welt ist Atlanta eines der Zentren des Landes. Wie die Huffington Post berichtet, beschloss das city council jüngst, die Stadt energetisch auf den Weg in die Zukunft zu bringen: Bis 2025 sollen alle städtischen Gebäude mit erneuerbaren Energien betrieben werden, zehn Jahre später dann die ganze Stadt.

Das ist zuerst einmal viel Vision und wenig Konkretes, aber auch ein deutliches Zeichen angesichts der generellen Wissenschaftsfeindlichkeit, die vom Trump-Lager ausgeht. Inspiration für den Schritt kam dabei vermutlich von den vielen Ländern, Regionen und Städten weltweit, die in Sachen erneuerbare Energien ein 100%-Ziel anstreben, darunter San Diego und Costa Rica.

Ein pikantes Detail: Eingebracht hatte den Vorschlag das Ratsmitglied Kwanza Hall. Der hatte noch vor wenigen Wochen öffentlich „I got a question mark on the global warming thing“ verlauten lassen und sich als Klima-Skeptiker inszeniert. Jetzt ruderte er zurück und wollte sich nur über die Politisierung der Debatte geäußert haben.

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