Erster Hyperloop-Test noch unbeeindruckend

Mit internationalem Medienecho wurde der erste Test der Hyperloop-Technologie vor zwei Tagen bedacht – ein Konzept für einen Hochgeschwindigkeitszug, der mit potentiell über 1000 km/h durch fast luftleere Röhren fahren soll. Name und Idee stammen von Tesla– und SpaceX-Mastermind Elon Musk. Bei dem wenige Sekunden dauernden Open-Air-Test des Unternehmens Hyperloop One beschleunigte ein Schlitten auf rund 160 km/h, noch weit von der Zielgeschwindigkeit entfernt.

Das liegt vor allem daran, dass die zentrale technische Innovation, die Hyperloop verspricht, noch fehlt: Die Röhre, deren Teilvakuum die hohen Geschwindigkeiten durch sehr geringe Reibung erst ermöglichen soll. Insofern könnte man den Test auch zynisch als eine glorifizierte Maglev-Demonstration bezeichnen – eine Technologie, die seit Jahrzehnten bekannt und in Systemen wie dem Transrapid bereits in kommerzieller Nutzung ist.

Für spannendere Neuigkeiten muss die Welt wohl noch etwas warten. Musks SpaceX baut derzeit eine 1600 Meter lange Teststrecke, wohl als komplettes Röhrensystem. Dort sollen bei einem „Competition Weekend“ in diesem Sommer mehrere Design-Teams ihre Entwürfe für die „Waggons“ präsentieren und testen können. Auch auf dieser kurzen Distanz kann das Geschwindigkeitspotential wohl alles andere als ausgereizt werden; aufschlussreiche Ergebnisse zu Funktion und Herausforderungen werden aber mindestens erwartet.

Hyperloop One hieß übrigens bis vor wenigen Tagen noch Hyperloop Technologies. Das Unternehmen gab sich den neuen Namen, um sich deutlicher von ihrem größten Konkurrenten im Rennen um ein funktionierendes System abzusetzen: Der nämlich heißt Hyperloop Transportation Technologies und will nach eigenen Angaben noch 2016 mit dem Bau einer acht Kilometer langen Strecke beginnen.

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