Foodsharing-Apps: Dinner für Alle

Verderbliche Lebensmittel: Vor dem Wegschmeißen lieber Teilen

Verderbliche Lebensmittel: Vor dem Wegschmeißen lieber Teilen

Ein Abendessen mit Freund_innen ist meist eine schöne Vorstellung. Ein Abendessen mit Menschen, die man noch nie zuvor gesehen hat – eher ungewöhnlich. Aber warum eigentlich nicht? Das ist die Grundidee von Foodsharing: Das Teilen von Essen. An seiner Basis ist die Idee von Ökologie und Nachhaltigkeit inspiriert. Nach verschiedenen Quellen werden in den industrialisierten Ländern bis zu 40% aller Lebensmittel verschwendet, ein Großteil davon in den Haushalten.

Da liegt es doch näher, stattdessen einen sehr großen Topf zu kochen und Menschen einzuladen. Nach lokalen Gruppen existieren seit einiger Zeit auch Apps und Internetplattformen, die dieses Anliegen erleichtern wollen, wie etwa LeftoverSwap. Mit GPS-Unterstützung können sich hier Köch_innen und Hungrige verabreden.

Aber Foodsharing kann nicht nur das persönliche Teilen von Lebensmitteln bedeuten. Auch große und kleine Geschäfte kommen jetzt in den Fokus. Sie sollen Lebensmittel am Rande der Haltbarkeit nicht mehr wegschmeißen müssen. Im Gegensatz zu der Situation in Frankreich, wo Supermärkte verpflichtet sind, ihre Reste zu spenden, setzen Angebote wie das US-basierte Food Cowboy dabei auf Freiwilligkeit.

Zwei Apps aus Italien und in Dänemark gehen noch einen anderen Weg: Sie vernetzen Geschäfte mit verderblichem Überschuss mit Kaufwilligen in der direkten Umgebung, die die Lebensmittel zu einem reduzierten Preis erwerben können. Das Konzept ist nicht neu, gerade in Großstädten verkaufen viele Bäckereien gegen Geschäftsschluss mit Rabatt. Die Vernetzung per App und GPS erlaubt hier jedoch eine bessere Auslastung.

Das größte Angebot in Deutschland ist die Plattform Foodsharing.de. Ihr Konzept basiert einerseits auf spontanen und befristeten Angeboten, so genannten Essenskörben. Andererseits können sich Freiwillige bei der Plattform auch als „Fair-Teiler“ anmelden. Sie stellen einen privaten Kühlschrank zur Verfügung, in dem Spenden platziert werden. Bedürftige Menschen können diese dort abholen.

In Berlin steht allerdings zumindest letzteres auf der Kippe: Neue Auflagen der Lebensmittelämter stufen die Fair-Teiler als Lebensmittelbetrieb ein. Damit müssten sie deutlich strengere Kriterien erfüllen als bisher. Die Initiator_innen der Plattform sehen das als überflüssige Bürokratisierung eines erfolgreichen gemeinnützigen Angebots. Sie rufen daher in einer Petition dazu auf, die Änderungen zurückzunehmen.

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