„Für das Recht auf legale Wege“: Tagung zu Fluchtbewegungen in Nordamerika und Europa

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Die so genannte „Flüchtlingskrise“ bestimmt noch immer die Nachrichten und den politischen Diskurs in Deutschland. Dabei kommen seit Monaten deutlich weniger Geflüchtete in Westeuropa an als noch 2015 oder Anfang 2016 – vor allem aufgrund des kontroversen Abkommens zwischen der EU und der Türkei.

Der Türkei-Deal ist seit dem Stichtag 20. März 2016 in Kraft und hat einen großen Teil der bürokratischen Abwicklungs-Maschinerie an die türkisch-griechische EU-Außengrenze verlegt – womit natürlich auch die äußerst unschönen Auswirkungen dieses Prozesses aus unserem direkten Sichtfeld verschwunden sind.

In Mexiko geschieht zur Zeit etwas vergleichbares. Im Juli hat Präsident Enrique Peña Nieto das Programa Frontera Sur (Southern Border Program/Südgrenzen-Programm) vorgestellt. Migrant_innen und Geflüchtete aus Zentral- und Südamerika sollen hierdurch schon deutlich vor der mexikanisch-US-amerikanischen Grenze aufgegriffen werden. Finanzielle Unterstützung erhält das Programm durch das US-Außenministerium.

Wie auch die EU out-sourcen die USA so ihre kontroverse Grenzpolitik. Das Resultat: Weniger Ankommende und weniger mediale Aufmerksamkeit für die teils unhaltbaren Zustände an den Grenzen und Fluchtursachen. Kritiker_innen geben in beiden Fällen zu denken, dass die Wahrung von Menschenrechten durch die Deals deutlich schwerer zu kontrollieren ist.

Eine Tagung in Berlin widmet sich am 18. Oktober beiden Situationen. „Für das Recht auf legale Wege“ ist der Titel der Veranstaltung von Heinrich Böll-Stiftung, Medico International und Borderline-Europe. Zu Gast ist dabei unter anderem Fray Tomás González, der als Leiter der Migrant_innenunterkunft „La 72“ im südmexikanischen Tenosique auch Rechts- und humanitäre Hilfe koordiniert.

Der Tagung voran geht die Vorführung einer Filmdokumentation über „La 72“ am Abend des 17. Oktober. Die Teilnahme an beiden Veranstaltungen ist kostenlos, für die Tagung wird um eine elektronische Anmeldung bis zum 9. Oktober gebeten.

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Ein Gedanke zu „„Für das Recht auf legale Wege“: Tagung zu Fluchtbewegungen in Nordamerika und Europa

  1. Wolle sagt:

    Es kommen zwar weniger Flüchtlinge über die Türkei – aber was ist mit den Tausenden, die jede Nacht auf den Flugplätzen – z.B. Frankfurt – ankommen und einfach verschwinden? Was sagte nur die Whistleblowerin diese Tage: dass Riesenbunker gemacht wurden, für Tausende Menschen, sogar mit Kirchen drin – pardon: es sind Moscheen …
    Für wen denn?
    Und wo sind die über 200.000 „Flüchtlinge“ geblieben, die 2015 ins Land kamen – und unregistriert verschwanden? Im nachhinein sagen die Politiker, es waren „nur“ unter einer Million. Erinnnert mich an die Arbeitsämter, die auch die Zahlen Jahr für Jahr großartig verschönern …

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