Goodbye, Kohle & Co: Projekte weltweit zielen auf 100% Versorgung durch erneuerbare Energie

San Diego bei Nacht: Bis 2035 will die kalifornische Stadt 100% Versorgung durch erneuerbare Energien erreichen - trotz Trump

San Diego bei Nacht: Bis 2035 will die Stadt 100% Versorgung durch erneuerbare Energien erreichen

Bye-bye, fossile Brennstoffe: Die Zeit von Kohle, Erdgas und Co. geht (sehr) langsam, aber sicher auf ihr Ende zu, während weltweit immer mehr Projekte auf eine komplette Versorgung durch erneuerbare Energien abzielen. Costa Rica hat’s vorgemacht – warum sollte das nicht auch woanders klappen?

San Diego beispielsweise: Die Hafenstadt in Kalifornien gehört zu den zehn größten Städten der USA und hat jetzt ein sehr ambitioniertes Klima- und Energieprogramm vorgestellt. 100% Deckung des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen und 50% Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2035 sind angepeilt. Gleichzeitig soll die Hälfte des städtischen Fuhrparks aus E-Autos bestehen und 90% allen Mülls recyclet oder kompostiert werden – ein Feld, in dem die USA deutlich hinter europäischen Standards liegen.

Ein ähnliches Ziel, nur in größerem Maßstab, verfolgt Indien: Das Land will seinen Status als Tech-Boom-Wunderland festigen und bis 2030 Solaranlagen mit einer gemeinsamen Leistung von 1 Terawatt installieren – die vierfache Leistung von allen bisher aktiven Solaranlagen weltweit. Das ist ein sportliches Ziel, aber nicht unmöglich, und das Land ist tendenziell auf dem richtigen Weg mit Megaprojekten wie dem Kamuthi-Solarkraftwerk, dass mit 648 Megawatt eines der größten der Welt ist.

Aber nicht nur reiche Länder oder Boomregionen planen für eine energetisch nachhaltige Zukunft. Im Zuge der UN-Klimakonferenz in Marokko vergangenen Monat haben 47 der ärmsten Länder der Welt ebenfalls die Absicht geäußert, nach 100%-Versorgung durch erneuerbare Energien zu streben. Sie hoffen auf den Effekt des so genannten leapfrogging: Da viele der Länder ökonomisch stark unterentwickelt sind, gibt es auch keine Kohle- oder Erdöl-basierte Industrie, die durch eine grüne Energiewende transformiert werden müsste. Stattdessen kann wirtschaftlicher Aufbau direkt im Zusammenspiel mit der Etablierung von erneuerbaren Energien geschehen.

Bis zur Endpunkt all dieser Anstrengungen – eine Welt ohne fossile Brennstoffe – sind allerdings noch ein paar Hürden zu nehmen: Ohne bezahlbare und zuverlässige Methoden der Speicherung von Strom aus erneuerbaren Quellen beispielsweise werden Wind-, Solar- und Wasserkraft den globalen Energiemarkt nicht wirklich nachhaltig verändern können.

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