Google’s „Project Bloks“: Programmieren zum Anfassen

Anwendungsbeispiel für Googles "Project Bloks" (Screenshot von Youtube)

Anwendungsbeispiel für Googles „Project Bloks“ (Screenshot von Youtube)

Programmieren ist, glaubt man vielen Experten, Futuristen und Tech-Gurus, die literacy oder Literalität der Zukunft: Nur, wer eine der Sprachen beherrscht, mit denen Computer kontrolliert und Anwendungen geschaffen werden, wird demnach auf dem Arbeits- und Innovationmarkt einen hohen Wert haben. Ob das so kommen wird, sei dahingestellt. Fraglos ist aber, dass Programmieren schon jetzt eine wertvolle Fähigkeit ist. Immer häufiger wird deswegen auch die Frage gestellt, ob und wie Kinder schon früh mit Computer-Code in Berührung kommen sollten. Hierauf zielt Google ab mit Project Bloks.

Programmieren ist sowohl komplex als auch abstrakt: Die vielen Zeilen von Zeichen lassen nicht intuitiv schließen auf die Funktionalität des Programmes, das geschrieben wird. Mit Project Bloks will Google daher eine offene Plattform schaffen, die die mathematischen Grundregeln des Programmierens visualisiert, greifbar und erfahrbar macht – Programmieren zum Anfassen quasi.

Möglich macht das ein System aus modularen Blöcken. Das Einführungsvideo lässt etwa auf Sensormodule, Steuerungs- und Schaltblöcke sowie verschiedene Ausgabemethoden schließen. Es soll aber nicht bei einfachen „Wenn-Ton-Dann-Licht“-Funktionen bleiben: Die Implementierung von Drahtlos-Technologien ermöglicht offenbar auch fortgeschrittenere Operationen, wie etwa einen Roboter mit Malstift ein Quadrat zeichnen zu lassen.

Revolutionär ist die Grundidee nicht: Die modularen Bloks erinnern an eine kinderfreundliche Version des erweiterbaren Elektronik-Systems von Nascent Objects – oder mehr noch an die legoähnlichen Brixo Blocks, mit denen sich einfache Schaltkreise bauen lassen. Im Unterschied zu diesen ist die Bloks-Plattform tendenziell wohl vielseitiger und didaktisch ausgeklügelter – und sie hat die immense Strahlkraft und die Ressourcen von Google im Rücken, was ihr ein Vielfaches an Aufmerksamkeit von Entwickler_innen und Erzieher_innen bescheren wird.

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