H.H. Holmes „Murder Castle“: Von Scorsese verfilmt und als Puzzle bei Kickstarter

View post on imgur.com

In genau einem Monat werden in Los Angeles die Oscars verliehen, und alle reden über Leo: Kriegt er endlich seinen hochverdienten Oscar, diesmal für seine Rolle in „The Revenant“? Das Netz zweifelt, und das Drama droht zu einem running gag zu verkommen. Generell kann DiCaprio sich aber nicht beklagen: Er gehört zu den angesehensten Schauspielern Hollywoods und ist regelmäßig an erfolgreichen und künstlerisch wertvollen Produktionen beteiligt. Auch das nächste Projekt mit Altmeister Martin Scorsese ist bereits in der Mache: In „Devil In The White City“ wird DiCaprio den Serienkiller H.H. Holmes spielen, der Ende des 19. Jahrhunderts in Chicago mordete. Es ist bereits die fünfte Zusammenarbeit von DiCaprio und Scorsese.

Henry Howard Holmes, eigentlich Herman Webster Mudgett, 1861-96, war ein Hochstapler, Betrüger und einer der ersten gut dokumentierten Serienmörder. Während der Weltausstellung in Chicago 1893 betrieb Holmes ein Hotel, das später den Beinamen „Murder Castle“ erhielt. Holmes selbst hatte das Gebäude speziell zu dem Zweck entworfen, um dort zu morden: So plante er neben normalen Zimmern auch geheime Räume, Verbindungswege und Treppenhäuser ein, einen weitläufigen Keller, Sackgassen und Fallen. Während der Bauphase achtete er stets auf eine Rotation von Handwerkern durch regelmäßiges Entlassen und Einstellen. So konnte keiner der Angestellten sich ein volles Bild von dem perfiden Zweck des Hotels machen.

27 Morde gab Holmes zu, nachdem er gefasst wurde, nach unterschiedlichen Quellen könnte die Zahl der Toten durch seine Hand jedoch bis zu 200 betragen. Manche Opfer starben durch Vergasung, manche wurden in speziellen Räumen mit Schneidbrenner-Vorrichtungen verbrannt; manche verhungerten oder verdursteten in schallisolierten Verliesen, manche wurden in einem eigens dafür konstruierten Schacht erhängt. Die Leichen zerlegte Holmes fachmännisch oder zersetzte sie mit Kalk, die Überreste konnte er häufig verkaufen, wie etwa Skelette an medizinische Fakultäten. Ende 1894 wurde Holmes in Boston verhaftet, ein Jahr später verurteilt und im Mai 1896 durch Hängen hingerichtet.

Die teils unglaublichen und grauenhaften Handlungen des „Teufels aus der weißen Stadt“ inspirieren aber auch, und nicht nur die Horror-Literatur:  Holly Carden, eine freie Illustratorin aus Smyrna, Tennessee, präsentierte gestern bei Reddit eine Zeichung des „Murder Castle“, die im r/Art-Subreddit schnell auf Begeisterung stieß. Wenige Fotografien sind von Holmes‘ Bau erhalten, und trotzdem ist der Detailreichtum in Cardens Illustration erstaunlich: Im Stil eines Wimmelbildes sind Zimmer, der Keller, geheime Verstecke und auch Todesfallen gut erkennbar. Die cartoonhafte Zeichnung kontrastiert auf morbide Weise die Gräueltaten, die dort verübt wurden: Kleine Figuren sind in Labyrinthen verloren, versuchen aus Räumen zu entfliehen oder liegen auf einer Folterbank.

Wegen der sehr positiven Reaktion errichtete Carden kurze Zeit später eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter, um hochwertige Prints und ein Puzzle von dem Motiv herstellen zu können. Das Projekt steht im Moment bei rund 4.700 US-Dollar – und hat damit ihr ursprüngliches Ziel von $1.200 schon fast um das Dreifache übertroffen.

RelatedPost

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.