Hashtag gegen Heuchelei und Hetze: #ausnahmslos

Screenshot der Seite ausnahmslos.org

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#kölnhbf ist noch immer das Thema der Stunde. Nach und nach nehmen Fakten den Platz von Mutmaßungen über den Ablauf der Ereignisse ein: Rund 30 Tatverdächtige sind bisher ermittelt, der Großteil von Ihnen ohne deutsche Staatsbürgerschaft. 18 von diesen haben den Status von Asylbewerbern. Diesen werden allerdings vorwiegend Diebstahl und Körperverletzung vorgeworfen, die Ermittlungen zur Aufklärung der vielen angezeigten Fälle von sexualisierter Gewalt dauern an.

Das ist ein großer Schritt vorwärts verglichen zur bisherigen Konsens-Kurzfassung „Sex-Mob von 1000 Nordafrikanern wütete ungehindert“. Dennoch offenbart der Fall Köln eine alarmierende Abwesenheit von Rationalität in der öffentlichen Diskussion. Eine lautstarke Fraktion in den sozialen Netzwerken treibt Medien und Politiker_innen vor sich her. Sie ist ein Amalgam von strammen Nazis und „Muss man auch mal sagen dürfer_innen“ und schießt sich auf Muslime, Arabischstämmige, Afrikanischstämmige, junge männliche „Migranten“ ein – Spezifik egal, die Richtung stimmt ungefähr. Jede dissentierende Stimme wird als Verharmlosung sexueller Gewalt verunglimpft – besonders perfide, da die Leidenschaft des Mitte/rechts-Mainstreams für dieses Thema traditionell eher nichtexistent ist.

In dieses Klima kommt mit der Kampagne #ausnahmslos eine immens wichtige und starke Stimme mit der klaren Botschaft „Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer. Überall.“  Der Aufruf, initiiert von einem losen Zusammenschluss von Feminist_innen, stellt einen Forderungskatalog auf, getrennt nach politischen, gesellschaftlichen und medialen Ansätzen. Zu den Verfasser_innen gehören unter anderem die #Aufschrei-Urheberin Anne Wizorek, die Rapperin und Aktivistin Sokee, die Gründerin des Missy Magazins Stefanie Lohaus und die Initiatorin der Kampagne Stop Bild Sexism, Kristina Lunz. Unterzeichnet wurde der Aufruf bereits von Familien-Bundesministerin Manuela Schwesig, den Grünen-Politikerinnen Claudia Roth und Renate Künast, der Linke-Vorsitzenden Katja Kipping und US-Bürgerrechtsikone Angela Davis.

Die Essentialisierung des öffentlichen Diskurses um Köln kann nicht überbewertet werden. Die Straftaten müssen aufgeklärt und geahndet werden. Falls diese organisiert waren, muss diese Form organisierter Kriminalität bekämpft werden. Sexualisierte Gewalt darf weder verharmlost noch instrumentalisiert werden. Die „Salonfähigkeit“ rassistischer Tendenzen in den Medien muss verhindert werden. Populismus und Opportunismus in öffentlichen Äußerungen ist keinem dieser Ziele zuträglich; deswegen ist #ausnahmslos eine so wichtige Kampagne in diesem Moment.

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5 Gedanken zu „Hashtag gegen Heuchelei und Hetze: #ausnahmslos

  1. @A_Man_In_Tomato sagt:

    Den Macherinnen von #Ausnahmslos wird vollkommen zurecht vorgeworfen,
    dass sie die Taten der Sylvesternacht relativieren, und von den Tätern ablenken wollen.

    Dies, nachdem die Polizei Weisung hatte, nicht über die Identitäten der Täter zu reden,
    und nachdem im Fernsehen teils die Weisung galt, das Wort Flüchtlinge nicht zu verwenden, weil sonst die Sendung abgebrochen würde.

    Anne Wizorek , eine der Gründerinnen der Initiative, hat in der vergangenen Woche schon versucht die Sache mit erfundenen Zahlen zum Oktoberfest zu relativieren.
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-uebergriffe-in-koeln-und-falsche-zahlen-von-der-wiesn-14004617.html

    Für mich ist es unbegreiflich wie Leute lügen und betrügen und verheimlichen können, und das mit dem höheren Zweck des „Anti-Rassismus“ rechtfertigen.

    Legt doch einfach die Fakten auf den Tisch.
    Idioten werden Rassisten bleiben, ob ihr sie anlügt oder nicht,
    aber wenn ihr die Wahrheit sagt, und sich Leute aus der Mitte von euch nicht belogen und betrogen fühlen, dann treibt ihr sie nicht in die Ränge der Ausländerfeinde.

    Keiner der Forderungen der #Ausnahmslos-Kampagne hat irgendwas mit den Sachen zu tun, die sich in Köln zugetragen haben.
    Es sind lediglich Punkt für Punkt politische Forderungen der radikalfeministischen Linken, der auch Anne Wizorek angehört.
    Der einzige Punkt der einigermaßen anklingt, ist der Fakt dass sexuelle Belästigung keine Straftat ist bisher.
    Aber selbst das ist eine Ablenkungstaktik, da es nicht heisst dass man damit ungestraft davonkommt, nur wird dann halt unter anderen Gesetzen durchgegriffen.

    Wer leugnet dass die frauenfeindliche Seite des Islam, und der dritte-welt-Kultur der Herkunfstlänmder der Täter nichts mit den Übergriffen zu tun hat, der macht sich lächerlich.
    Solche Rotten von Räubern und Vergewaltigern als „nicht importiert“ zu bezeichnen, ist Wahnsinn.
    Wer mich von dem Gegenteil überzeugen will, soll mir bitte in den letzten hundert Jahren vergleichbare Vorfälle in Deutschland zeigen. So groß muss der Zeitraum sein, damit überhaupt irgendetwas gefunden werden kann, das dem im Entferntesten gleichkommt.

    Was #Ausnahmslos nicht gefordert hat,
    ist ordentliche sexuelle Aufklärung in Asylantenheimen, und in Aufnahmestellen für Flüchtlinge.
    Das zu fordern wiederspräche dem intersektionalen Prinzip des modernen Feminismus.

    • robert_ott sagt:

      Niemand möchte von den Tätern ablenken (#ausnahmslos-Forderung 10: „Die mediale Berichterstattung […] darf […] die Taten nicht verschleiern“). „Wir“ möchten nur, dass Ethnie, Herkunft oder Religion der Täter nicht rassistisch instrumentalisiert werden (i.e. „Sexualstraftäter, weil arabisch/afrikanisch“ etc.), da sie unserer Meinung nach nicht ausschlaggebend sind für die Taten. Falsche Männlichkeitsbilder – absolut! Diese sind aber nicht exklusiv für „Araber“ oder „Nordafrikaner“; oder „den Islam“.

      Dass Anne Wizorek evtl. falsche Zahlen benutzt hat (außer der FAZ hat noch kein seriöses Medium dieses Thema aufgenommen), ist bedauernswert, hat aber direkt rein gar nichts mit #ausnahmslos zu tun. Ganz besonders macht es „uns“ nicht zu Lügnern – #ausnahmslos stellt Forderungen an Politik, Gesellschaft und Medien. Das ist alles.

      Selbstverständlich haben die Forderungen von #ausnahmslos etwas mit Köln zu tun. Block 1, „politische Lösungen“, will Präventionsarbeit ermöglichen, um Vorfälle wie in Köln in Zukunft zu vermeiden. Block 2, „gesellschaftliche Lösungen“, will in der Gesellschaft dafür werben, dass sexualisierte Gewalt und Rassismus der Nährboden genommen wird. Block 3, „mediale Ansätze“ möchte eine Rationalisierung des publizistischen Diskurses, der Sexismus und Rassismus nicht fördern sollte (vgl. BILD-Zeitung). Forderung 6 beinhaltet sogar, eleganter ausgedrückt, eine Annäherung an Deine Forderung nach „sexueller Aufklärung in Asylantenheimen und Aufnahmestellen für Flüchtlinge“ (guter Witz übrigens, in diesen Orten schaffen die Verantwortlichen es kaum, die Geflüchteten mit Essen und Wasser zu versorgen): „Dazu gehört die Analyse, Aufarbeitung und Bekämpfung von soziokulturellen und weltanschaulichen Ursachen von Gewalt“. Für alles weitere bzgl. Köln sind die Strafverfolgungsbehörden zuständig. Insofern hat der Aufruf alles mit Köln zu tun.

      Übrigens, wer Anne Wizorek als „Radikalfeministin“ bezeichnet, offenbart entweder völlige Unkenntnis über Feminismus, oder eine speziell anti-feministische Agenda; im Zweifelsfall beides.

      Ich habe in mehreren Artikeln hingewiesen auf die unzumutbare Situation von Menschenrechten und speziell Frauenrechten in manchen radikal-islamischen Gesellschaften, bspw. Saudi-Arabien. Es ist aber falsch, von einer „frauenfeindlichen Seite des Islam“ zu reden. Das lässt die Vielfalt von Lebensentwürfen, die islamische Menschen leben, völlig außer acht und spricht gegen alles, was ich auch persönlich erlebt habe. Insofern sind die Menschen, die die Taten von Köln verübt haben, vielleicht „importiert“ (ein sehr zynischer Begriff übrigens für diejenigen Menschen, die vor Kriegsgewalt geflohen sind), aber ihr Sexismus und ihre gewaltvollen Tendenzen sind es nicht – die existieren hier genauso wie dort, im Islam wie im Christentum oder unter Atheisten. Insofern ist es falsch und nicht zielführend, den Eindruck zu erwecken, „Ausländer“ hätten sexualisierte Gewalt in eine homogene deutsche Gesellschaft importiert, die vergleichsweise frei von sexualisierter Gewalt gewesen wäre; denn das ist nicht der Fall. Deine Frage nach vergleichbaren Vorfällen ist ein falscher Ansatz, da sexualisierte Gewalt bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein mit einem völligen Tabu und Stigma belegt war und deswegen meist unangezeigt blieb.

      • @A_Man_In_Tomato sagt:

        Um einmal für eine schöne Einleitung zu sorgen, greife ich in deinem Text ein wenig vor:
        Du hast den richtigen Riecher. So wie ich Anti-Theist bin, bin ich Anti-Feminist.
        Ich bin für die Gleichberechtigung aller Menschen unter dem Gesetz, und für größtmögliche Chancengleicheit.
        Gleichzeitig stehe ich aber dogmatischen Glaubensrichtungen entgegen, was meine Weltsicht mit dem modernen Feminismus inkompatibel macht,
        denn diese ist nicht mit der dogmatischen Ansicht, wir lebten im Westen in einer „Rape-Culture“, und in einem „Patriarchat“, vereinbar.
        Alle Hinweise widersprechen diesen Behauptungen.
        Ich weiss nicht was für eine „Agenda“ du mir unterstellen willst, und wäre sehr interessiert deine Mutmaßungen in diese Richtung zu hören.
        Ebenfalls weiss ich nicht ob du das Labeln von mir als Anti-Feminist als Totschlagargument gebrauchen wolltest. Wenn ja: Du bist gescheitert.
        Mir aber eine „völlige Unkenntnis über Feminismus“ zu unterstellen ist Lachhaft.
        Die Gender-Debatte die im Moment international geführt wird ist eine der interessantesten Debatten der heutigen Zeit,
        und da der moderne Feminismus in dieser Debatte meine Gegenposition ist, versuche ich gewissenhaft, diese Position so gut zu kennen wie meine eigene.
        Ich kann, und werde dir in dieser Antwort viele Dinge erklären, und viele Quellen geben, zu Begriffen wie dem „Patriarchat“, und dem „Intersektionellen Feminismus“, ich werde dich ein wenig an dissidente moderne Feministinnen heranführen, wie Christina Hoff Sommers, (Erin Pizzy) und Ayaan Hirsi Ali.
        Kurzum: Ich stecke hier viel zu viel Arbeit rein, und ich hoffe du weisst den Bildungswert dieses anonymen Internetkommentars später zu schätzen.

        Ich arbeite mich zunächst einmal durch deinen Antwort-Kommentar durch.
        Nicht unbedingt von oben nach unten, aber ich versuche auf alles einzugehen,
        was ich nicht später ohnehin behandele, und ich hoffe ich komme nicht zu bissig herüber.

        ____________________________________

        „Niemand möchte von den Tätern ablenken“
        Es gibt einen Grund, dass das Wort „Islam“ nicht einmal in dem #Ausnahmslos-Schreiben vorkommt.
        Ich gehe später darauf ein warum. Stichwort: Intersektionalismus

        „Dass Anne Wizorek evtl. falsche Zahlen benutzt hat (außer der FAZ hat noch kein seriöses Medium dieses Thema aufgenommen),…“
        „eventuell“, „nur ein Medium hat darüber berichtet“… (Stimmt übrigens nicht: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/sexuelle-uebergriffe-der-weite-weg-von-koeln-zum-oktoberfest-1.2813464)
        Ich frage mich ernsthaft woher dieses zwanghafte Relativieren herkommt.
        Ganz ehrlich, was ist mit dem Satz deine Intention?
        Willst du jetzt sagen dass es „euch“ nicht zu Lügnern macht, oder dass es nicht gelogen ist? Entscheid dich. Kann theoretisch auch beides stimmen, ist kein Entweder-Oder-Ding, aber in diesem Fall stimmt nur eines.
        Ich helf dir mal: Es ist gelogen. Es macht Wizorek zu einer Lügnerin. Die Zahlen sind erfunden, das habe die Journalisten geprüft.
        Es wirft ein schlechtes Licht auf alles was sie in diesem Zusammenhang tut und sagt, einschliesslich dieser Kampagne.
        Lügen haben eben kurze Beine.
        Ich nenne NATÜRLICH nicht dich einen Lügner, ich sage dir nur dass du dich von einer Propagandistin täuschen lässt, und zeige dir, wie sie es macht. Wenn du das nicht wahr haben willst, dann kann ich dir nicht helfen.
        Und wenn es dir egal ist, dass deine Verbündeten für das „Höhere Wohl“ Lügen in die Welt setzen… naja.

        „(guter Witz übrigens, in diesen Orten schaffen die Verantwortlichen es kaum, die Geflüchteten mit Essen und Wasser zu versorgen)“
        Dann sollten wir vielleicht keine weiteren Asylanten mehr aufnehmen. Wenn die Ressourcen nicht da sind, meine ich.
        Und warum ist das ein „Witz“ im Zusammenhang mit #Ausnahmslos? Sie fordern doch ohnehin nach mehr Ressourcen, warum also nicht auch da,
        wo sie am meisten gebraucht werden?
        Ich finde nicht, dass das eine unrealistische Forderung gewesen wäre.

        Ich habe keinen anderen deiner Artikel gelesen, ich gehe einfach mal nach dem was ich hier sehe:
        Du sagst auf der einen Seite, dass du selbst kritisch gegenüber dem Zustand der Frauenrechte in islamischen Gesellschaften bist,
        auf der anderen Seite verstehst du mich aber, wenn ich sage: „die frauenfeindliche Seite des Islam“ so als habe ich gesagt: „Der Frauenfeindliche Islam“.
        Da du es offenbar selbst nicht gemerkt hast, lege ich dir den klaren Unterschied dar:
        Das erste impliziert, dass in der Religion des Islam frauenfeindliche Tendenzen sind, die zur Religion dazugehören, wie auch im Christentum.
        (Sure vier, Vers 34: „Die Männer stehen über den Frauen, weil Gott sie ausgezeichnet hat.“,
        Sure zwei, Vers 223: „Eure Frauen sind euch ein Saatfeld. Geht zu eurem Saatfeld, wo immer ihr wollt . . . “ )
        (http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gastbeitrag-von-samuel-schirmbeck-zum-muslimischen-frauenbild-14007010.html)
        Es impliziert aber auch, dass der Islam durchaus eine andere Seite hat, eine aufgeklärtere Seite.
        Dass du mich hier so glasklar falsch verstehst, sollte dir zu Denken geben.
        Ich persönlich finde diese direkte Kurzschlussreaktion: umgehend wieder zu relativieren, bezeichnend.
        Sie passt aber sehr ins Schema der letzten Woche. Erst werden Sachbestände verheimlicht, dann geleugnet, dann relativiert.
        Das übrigens, ist was den meisten Leuten, mir eingeschlossen, so auf den Sack geht.
        Es gefällt niemandem, belogen zu werden. Alle als Rassisten abzutun ist Wahnsinn.

        „…aber ihr Sexismus und ihre gewaltvollen Tendenzen sind es nicht – die existieren hier genauso wie dort, im Islam wie im Christentum oder unter Atheisten.“
        Du relativierst schon wieder.
        Hierdrin liegt die Krux der Position von Wizorek und den anderen.
        (http://meedia.de/2016/01/08/drei-besonders-aergerliche-medien-beitraege-zu-den-koeln-krawallen/)
        (http://www.breitbart.com/london/2016/01/12/daily-mail/)
        Ich wiederhole eine Forderung, die ich gestern einer Feministin auf Twitter gegenüber geäußert hatte. Sie blockte mich übrigens direkt.
        Zeig mir wo es in Deutschland zuvor Gangs von bis zu 1000 Individuen gab, die als Rotte umhergezogen sind, und Männer und Frauen geschlagen, ausgeraubt, und die Frauen sexuell angegangen und teils vergewaltigt haben. Geh für diesen Versuch gerne bis zu 100 Jahre zurück, denn so einen großen Zeitraum wirst du brauchen.
        Das beste Beispiel das mir eine Dritte gab, waren Soldaten der Wehrmacht an der Ostfront im zweiten Weltkrieg.
        Ich nehme an dass ähnliche Dinge in Deutschland tatsächlich vor 100 Jahren das letzte mal passiert sind, als nach dem ersten Weltkrieg, während der Hungersnöte, die ehemaligen Soldaten durch das Land marodierten, habe aber keine Belege.
        Fakt ist: Es waren keine Einheimischen die das in Köln abgezogen haben. Es waren nicht einmal einheimische Moslems, kein Türken z.B.
        Solange ihr weiter diesen Quatsch verbreitet, und das Offensichtliche bestreitet, werdet ihr deinem Satz: „Niemand möchte von den Tätern ablenken“, nicht gerecht.
        Die Täter waren nach allen Berichten zu erschlagend großen Anteilen Asylanten.
        Von den ersten 15 Festnahmen kamen 14 aus Syrien, was mich persönlich schockiert.
        (http://www.express.de/koeln/polizei-fuehrer-berichtet-meine-nacht-mit-dem-brutalen-mob-23315166)
        Ich hatte eher angenommen, dass die Täter Wirtschaftsflüchtlinge aus anderen Ländern sind. Aber es kann ja sein, dass die Papiere gefälscht waren, und dass sie, wie die Täter aus Rotherham, aus Pakistan kommen. Wer weiss…
        (https://en.wikipedia.org/wiki/Rotherham_child_sexual_exploitation_scandal)
        Indem du das leugnest spielst du aber den Rassisten lediglich den Trumpf zu, Recht zu haben. Lass das. Wer hier nicht offen, ehrlich und transparent ist stärkt die Nazis.
        Und das gilt nicht einmal nur für Köln, sondern auch für Hamburg, Bielefeld und andere Städte.
        (http://www.berlinjournal.biz/afrikaner-und-araber-jagten-frauen-auf-der-reeperbahn-und-koelner-hauptbahnhof/)
        (http://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/mitte/20674877_Boulevard-Erschreckender-Bericht-eines-Tuerstehers-zu-den-Silvestervorgaengen.html)

        Ich stimme dir zu. Sexismus gibt es überall, aber was Wizorek in beiträgen wie diesem hier macht (https://twitter.com/ZDFheute/status/685376471221678080),
        indem sie im Zusammenhang mit Köln auf den Brüderle-Kommentar letzten Jahres verweist, und, wie du, sagt: Sexismus gäbe es auch hier, bezeichnet man im englischen als „muddying the water“. Sie stiftet Verwirrung, sie relativiert.
        Ein sexistischer Spruch ist mit den Sachen an Sylvester einfach nicht zu vergleichen, und sie sollte sich schämen dafür, die Sache so sehr zu relativiert haben, dass sie mit so einem Vergleich daherkommen kann.
        Und zu dem Kommentar, wir „haben heutzutage ein Männlichkeitsbild, in dem wir sexuelle Belästigung durchgehen lassen“,
        und DAS im Zusammenhang mit Köln… das ist WIDERLICH. Es ist beleidigend für mich als deutschen Mann, und das sollte es für dich auch sein.

        Der Vorwurf von Wizorek, und anderen, wie Laurie Penny.
        ist dass diese Übergriffe nur ernst genommen werden, weil es Ausländer waren, und weisse Frauen.
        (http://www.newstatesman.com/politics/feminism/2016/01/after-cologne-we-cant-let-bigots-steal-feminism)
        Zitat von Wizorek: „Das Fatale an der Situation ist, dass wir nur auf „sexualisierte Übergriffe“ von Männern mit Migrationshintergrund gucken.“ (http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2641198/ZDF-heute-journal-vom-07-Januar-2016)
        Glaubst du dass wir bei einem vergleichbaren Handeln von irgendeiner Burschenschaftenverbindung, nicht genau so reagieren würden?
        Ich persönlich finde diese Behauptungen beleidigend, aber sie sind von Radikalfeministinnen wie Penny und Wizorek zu erwarten.
        Leute, wie der Hamburger Grünen-Vize Michael Gwosdz,
        mit seinem Kommentar: „Als Mann weiß ich, jeder noch so gut erzogene und tolerante Mann ist ein potenzieller Vergewaltiger. Auch ich.“
        Spricht nur für sich selbst, und ihm ist mit Misstrauen und Verachtung zu begegnen, wenn du mich fragst. Und das sage ich als Grünen-Wähler.
        (http://www.welt.de/regionales/hamburg/article150824060/Alle-Maenner-sind-potenzielle-Vergewaltiger.html)

        Mal ein paar Zitate von Laurie Penny, einer der Co-Zeichnerinnen von #Ausnahmslos:
        „Frauen im Westen sind Bürger zweiter Klasse.“
        „Kultur hasst Frauen.“ (https://www.youtube.com/watch?v=T2ewLXCGtJk)
        Sie verdient übrigens, ähnlich wie Wizorek, ihr Geld wohl größtenteils mit Sprechauftritten zur Gender-Debatte, wo sie ihre wahnsinnige Ideologie zum Besten gibt, und es mussten wohl schon gemeinnützige Events abgesagt werden, weil sie nicht genug Geld für Pennys Bezahlung hatten, auf die diese nicht verzichten wollte, wie es alle Anderen getan hatten.
        (https://www.youtube.com/watch?v=oj9dA6E3fJw)
        Diese Leute haben einen klaren finanziellen Anreiz, für sich selbst Publicity zu erzeugen, indem sie scheinbar gegen gesellschaftliche Misstände vorgehen,
        deswegen habe ich dir das Beispiel von Laurie Penny gezeigt, und wie sie genau auf die gleiche Weise auf Köln reagiert hat, wie Wizorek.
        Wizorek spricht dann halt nicht in Sydney auf dem Festival of Dangerous Ideas, sondern in Berlin auf der Re:Publika. Das sind die Schwierigkeiten wenn man keine englischer Muttersprachlerin ist. Auf dem gleichen Niveau sind die allemal.

        Ach ja, ein interessanter Trick dessen sich die Feministinnen generell hier bedienen, ist der,
        das Vorgehen für die Rechte von Frauen, und das Vorgehen gegen die Sexuelle Gewalt gegenüber Frauen, mit dem Feminismus gleichzusetzen.
        Das siehst du im Titel von Pennys Artikel. Rethorisch geschickt, das muss man ihnen lassen.
        Das läuft frei nach dem Prinzip „Are you for the equality for women? Yes? Then you’re a feminist.“
        Hiermit beanspruchen sie alles Positive für den Feminismus, was in einer Diskussion eine gemütliche Position ist.
        Es ist wie wenn ein religiöser Mensch dir sagt, Moral komme von Gott, und deshalb komme alles gute was Menschen tun von Gott.

        Bevor ich mit dem direkten Kram zum Schluss komme, möchte ich noch eine Stimme erwähnen, die in dieser Sache auf meiner Seite ist: Alice Schwarzer.
        (http://www.aliceschwarzer.de/artikel/das-sind-die-folgen-der-falschen-toleranz-331143)
        Dass eine Feministin der alten Schule sich gegen den Islam ausspricht ist kein Zufall.
        Das Stichwort heisst mal wieder: Intersektionalität. Schwarzer war schon Feministin, bevor dieses Wort Programm war.
        Dass es für solche Ansichten sogar auf sie mit Vorwürfen des Rassismus hagelt, ist doch schon irgendwie komisch, oder?
        Falls es dich überrascht dass ein Anti-Feminist wie ich sich auf die Seite von Alice Schwarzer stellt: das sollte es nicht. Ich finde sie meistens ein wenig knallköppig, aber hier liegt sie goldrichtig.
        Man merkt eben, dass ihr Aktivismus aus einer Zeit kommt, wo Frauen noch wirklich gesellschaftlich unterdrückt waren. Dazu muss man nur die „Ich habe abgetrieben!“-Kampagne mit #Aufschrei vergleichen. Da liegen Welten dazwischen.
        Ihr geht es wie ähnlichen Feministinnen auf dem internationalen Level.
        Mein zweites Beispiel wäre Ayaan Hirsi Ali.
        (http://nypost.com/2015/03/27/wrong-kind-of-hero-why-feminists-diss-hirsi-ali/)
        Auch sie ist Islamkritisch, und auch sie ist deswegen in feministischen Zirkeln eine Ausgestoßene, obwohl sie selbst aus der islamischen Unterdrückung entflohen ist, und damit einer Zwangsverheiratung entkam.
        Eine weitere solche gefallene Feministin ist Christina Hoff Sommers.
        Auch sie ist persona non gratea in feministischen Zirkeln.
        (https://www.aei.org/publication/the-subjection-of-islamic-women)
        Wie gesagt: Intersektionalität ist der Schlüssel.

        _________________

        Intersektionalismus
        _________________

        Wie schon gesagt, es gibt für die teilweise rätselhafte Neigung der modernen FeministInnen, sich von der Islamkritik fern zu halten, eine interessante Erklärung.
        (http://blogs.spectator.co.uk/2016/01/why-are-feminists-refusing-to-discuss-the-cologne-sex-attacks/)
        Wenn du auf ausnahmslos.org gehst, wirst du sehen, dass unten unter den tags ein kleiner Begriff steht: „Intersektionalität“. Dieser Begriff ist mir im #Ausnahmslos-tag auf Twitter ein paar weitere Male begegnet. Der Grund hierfür ist einfach. Wizorek, und die anderen Feministinnen, die #Ausnahmslos gestartet haben, sind intersektionale FeministInnen.

        Angefangen in den 60er Jahren hat sich in Radikalfeministischen Kreisen das Konzept der Intersektionalität gebildet. (falls du findest dass „Radikalfeministisch“ hier unangebracht ist, beschwer dich bei Wikipedia 😀 https://en.wikipedia.org/wiki/Intersectionality)
        In Essenz war es die Feststellung, dass Frauen verschiedener Rassen nicht die gleichen Erfahrungen, und nicht das gleiche Maß der Unterdrückung in der Gesellschaft hatten.
        Anfang der 80er tat sich dann die prominenteste Feministin in diesem Feld hervor: Bell Hooks (aka: Gloria Jean Watkins). Hooks konzentriert sich auf die Intersektionalität zwischen Geschlecht, Rasse und Kapitalismus, und laut ihr leben wir in einer „White-Supremacist-Capitalist-Patriarchy“. Also in einem kapitalistischen Patriarchat, das gezielt so geschaffen ist, dass Weisse die Vorherrschaft haben.
        In ihrer Arbeit befasst sie sich größtenteils mit diesen, von ihr definierten, Systemen der Unterdrückung.
        Ganz kurz gefasst: Intersektioneller Feminismus setzt es sich zum Ziel, gegen Rassismus, Sexismus, und Klassendenken vorzugehen.

        An sich ist das alles kein schlechtes Konzept, aber das Problem hiermit liegt in den Marxistischen Wurzeln dieser Theorie.
        Wie du sicher weisst definiert Marx die Gesellschaft in generell zwei Klassen, einfach gesagt: die Klasse der Herrscher, und die Klasse der Beherrschten.
        Auf eine ähnliche weise charakterisiert moderner Feminismus Frauen (als Gruppe) als die unterdrückte Klasse, und Männer (das Patriarchat), als Unterdrückerklasse.
        Dass eine solche Pauschalisierung zu schwierigkeiten führen kann, dürfte dich nicht überraschen, denn sie impliziert, dass Frauen immer die Opfer, und Männer immer die Täter sind, und ignoriert vor allem ökonomische Klassenunterschiede, und auch Rasse.
        Intersektionalismus ist in gewisser Weise ein Differenzierungsversuch.
        Es wird versucht, in dieses Machtverhältnis noch Rasse, Sexualverhalten und wirschaftliche Klasse mit einfliessen zu lassen. Auf diese Weise ordnet sich sich der Feminismus, und die progressive Bewegung generell, nach dem Level der Unterdrückung.
        Eine Frau ist laut dem Feminismus in unserer Gesellschaft unterdrückt.
        Wer schwarz ist, ist unterdrückter als wer weiss ist.
        Eine Schwarze Frau ist also unterdrückter als eine weisse Frau.
        Homosexuelle sind in unserer Gesellschaft unterdrückter als heterosexuelle.
        Eine Schwarze Lesbe ist also unterdrückter als eine heterosexuelle schwarze Frau.
        Dies führt immer so weiter, bis man bei der logischen Konsequenz ankommt, dem „Progressive Stack“. (https://en.wikipedia.org/wiki/Progressive_stack)
        Demzufolge sollten bei einer Konsensfindung die Stimmen von marginalisierten Individuen zuerst gehört werden, also werden alle Leute die reden notiert, und die am meisten unterdrückten (am wenigsten priviligierten) reden zuerst. (Querschnittsgelämte Transsexuelle lesbische halbindianische halbschwarze Frauen zum Beipiel)
        Dies wurde bei Occupy Wall Street angewandt.
        Dir wird aber vielleicht schon aufgefallen was ich zur Beleuchtung der positiven Seiten dieses Systems ausser Acht gelassen habe.
        Die Wurzeln sind marxistisch. Wenn wir alles in so kleine Inkremente spalten, und jedes Inkrement von anderen unterdrückt ist, wer sind dann die Unterdrücker?

        Das intersektionelle System, so interessant es auch ist, handelt trotz allem von „Systemen der Unterdrückung“ (Bell Hooks).
        Es schliesst sich an dieser Stelle kurz, denn plötzlich unterdrücken sich, der Definition des Systems folgend, alle gegenseitig.
        Und da die Unterdrücker- und Unterdrückter-Kategorien auf eine Marxistische Weise stringent festgelegt sind, kann es nicht respektiert werden, wenn ein Unterdrücker einen Unterdrückten kritisiert.
        Kritik geht immer nur von unten nach oben im Progressive Stack. Alles andere wäre Rassismus, Sexismus, Homophobie, Albeismus, Transphobie, etc.

        Übrigens: Ein interessanter Schiffhalter an der intersektionellen Theorie, ist die direkt daraus entspringende These, man könne nicht gegen Männer sexistisch sein,
        und man könne nicht gegen Weisse rassistisch sein, denn, wie die FeministInnen sagen: „Racism/Sexism equals Prejudice plus Power“.
        Da Weisse Männer als höchste Unterdrückerklasse definiert sind, in der White-Supremacist-Capitalist-Patriarchy, sind sie die einzigen, die gegenüber allen Anderen Macht haben.
        Andere können Vorurteile haben, aber nur Männer können Sexistisch sein, und nur Weisse können Rassistisch sein.
        Diese Argumentation habe ich von Bahar Mustafa genommen, die als Welfare & Diversity Officer an der Goldsmiths Universität arbeitete. Tochter einer wohlhabenden englischen Familie (wie Laurie Penny übrigens).
        Sie wurde bekannt, als sie unter dem hashtag #KillAllWhiteMen auf Twitter postete, und von einer Demonstration für Diversität alle weissen Männer ausschloss.
        Die Argumentation die ich dir dargelegt habe, ist die, welche sie in ihrer Rechtfertigung benutze („I, an ethnic minority woman, can not be sexist or racist against white men…“)
        (https://www.youtube.com/watch?v=Y9uMArSeg38)

        Wo will ich mit dem ganzen Zug hin?
        Schau dir den mittleren Osten an! Krieg, Verwüstung, Tod, Elend.
        Wer ist daran Schuld? Wir. Zumindest profitieren wir davon, mit Rüstungsindustrie und Öl, und so weiter.
        Nun überlasse ich es dir, dein neu erworbenes Wissen über Intersektionalistischen Feminismus auf diese Situation anzuwenden, um herauszufinden, wer hier die Unterdrücker, und wer die Unterdrückten sind, und in welche Richtung die Kritik verlaufen darf.
        Alice Schwarzer und Christina Hoff Sommers sind weiss. Sie haben kein Recht „nach unten zu treten“. Ayaan Hirsi Ali mag zwar Recht haben, eine ehemalige Muslima sein, das Opfer von Genitalbeschneidung und fast von Zwangsverheiratung sein, aber welche weissen, intersektionellen FeministInnen werden ihr Recht geben, und sich damit den Anschuldigungen ihrer eigenen Seite, sie seien Rassisten, aussetzen?
        Hierin liegt nicht nur begründet, warum die feministische Community in ihrer Gesamtheit keine Islamkritik führt, sondern auch, warum generell so lange auf eine Reaktion von feministischer Seite zu warten war.
        Die Vorfälle waren mit dem Narrativ des Intersektionellen Feminismus inkompatibel,
        denn Muslimische Männer aus verarmten Ländern (unterpriviligierte Gruppe),
        hatten Weisse Frauen aus kapitalistischen Erste-Welt-Ländern (hochpriviligierte Gruppe) angegriffen.
        Im Intersektionalismus nennt man das pauschal „punching up“, und es wird als gerechtfertigte Aggression angesehen, weil sie von einer unterdrückten Gruppe kommt.
        Es gab auch tatsächlich irgendwo Leute die diese Position bezogen haben, nimm mein Wort dafür, ich finde die Quelle nicht, aber insgesamt kann man diese Position als halbwegs gut darstehender Mensch nicht beziehen, also hat die feministische Community nach einem Kompromiss gesucht.

        Der Kompromiss ist ausnahmslos.org.
        _______________________________
        Ich bin soweit mit der Geschichtsstunde fertig, und habe über das meiste geredet, was ich vermitteln wollte, also kommentiere ich die Petition einfach mal kurz von oben nach unten, um auch deine verbleibenden Punkte abzuarbeiten.
        Wenn ich „ihr“ sage, meine ich die Petitionsmacherinnen:

        „Es ist für alle schädlich, wenn feministische Anliegen von Populist_innen instrumentalisiert werden,…“
        FeministInnen haben kein Monopol auf das Schützen von Frauenrechten. Dass die Petitionsstellerinnen hier die wirklichen Instrumentalisierer sind, zeigt sich in einigen der Forderungen, die glasklar durch viel Eigeninteresse begründet sind.

        „Sexualisierte Gewalt darf nicht nur dann thematisiert werden, wenn die Täter die vermeintlich „Anderen“ sind:“
        Diesem Satz liegt, wie ich schon gesagt habe, eine widerliche Behauptung zu Grunde.
        Diejenigen, die diese Behauptung aufstellen, sprechen nur für sich selbst, und ihnen ist mit Misstrauen und Verachtung zu begegnen, wenn du mich fragst. Aber das hatten wir ja schon.

        Die statistischen Daten scheinen soweit ok zu sein,
        abgesehen von der 33% zahl, die irreführend ist, weil sie physische Gewalt und sexuelle Gewalt zusammenfasst.
        Auf diesem Wege werden folgende Dinge mit eingerechnet:
        „geschubst oder gestoßen“ „gepackt, oder an den Haaren gezogen“ „mit der flachen Hand geschlagen“.
        Ist jetzt keine generelle Wertung über die Schwere von Gewalttaten, aber die Frage war „wie oft haben sie das seit ihrem 15ten Lebensjahr erlebt“, und mit 15/16 sind es noch teenager. Da schubst man sich schonmal, oder zieht sich halt an den Haaren. Kommt vor, sogar unter Freunden.

        Vergleiche übrigens die im Schnitt 20 Sexuellen Übergriffe pro Tag in Deutschland, und die ebenfalls etwa 20 Sexuellen Übergriffe Pro 100.000 Einwohner pro Jahr in Deutschland,
        mit den Zahlen von Sylvester. Du hast ja schon die Analyse der Oktoberfest-Lüge gelesen. Mit den echten Zahlen kannst du das ja mal vergleichen.

        Klar, muss weniger werden, aber sie plauschen es soweit auf, wie es nur geht,
        und verschweigen dass der Trend ohnehin seit einer Weile stetige nach unten geht,
        wie alle Straftaten. Die Hoffnung ist, dass dieser Trend weitergeht.
        Wenn Schweden ein Beispiel ist, dann wird sich der trend allerdings in den nächsten Jahren umkehren.
        Die Zahl der Gewaltverbrechen in Schweden ist im Vergleich zu vor 40 Jahren um 300% gestiegen, die Anzahl der Vergewaltigungen um 1472%.
        Schweden hat im Bezug auf die Einwohnerzahl die zweithöchste Vergewaltigungsrate der Welt, dicht hinter Lesotho in Afrika. (http://www.gatestoneinstitute.org/5195/sweden-rape)
        Die Verbindung mit der extrem toleranten Einwanderungspolitik liegt für viele nahe,
        deswegen hat Schweden einen massiven Rechtsrutsch hinter sich,
        die Anti-Immigrations-Partei (deren Equivalent zur NPD) hat 25% abgeräumt in den letzten Wahlen.
        Leider nehmen die erhältlichen Statistiken die Ethnie der Täter und Opfer nicht mehr auf,
        das letzte Mal war es 2005, und da waren Einwanderer viereinhalbfach überrepsräsentiert, was Vergewaltigungen anging.
        (https://www.bra.se/download/18.cba82f7130f475a2f1800012697/2005_17_brottslighet_bland_personer_fodda_sverige_och_utlandet.pdf)
        Was sie aber belegen, ist dass die alte Faustregel „90% der Vergewaltigungsopfer kennen ihre Vergewaltiger persönlich bevor es passiert“, nicht mehr stimmt. Vergewaltigungen durch Fremde sind wohl jetzt die Mehrzahl.

        Der Intersektionelle Kern von ausnahmslos.org zeigt sich übrigens für mich überall,
        vielleicht hast du, wenn du es jetzt liest, ein bisschen mehr ein Auge dafür.
        „wenn die Opfer (vermeintlich) weiße Cis-Frauen sind“
        Cis = Nicht Transsexuell, also die erschlagende Mehrheit der Bevölkerung. Nur „Frauen“ zu sagen wäre aber transphob.
        „Alle Beratungsstellen und -angebote müssen barrierefrei sein.“
        Das nicht zu fordern wäre Ableist (Der „Rassismus“ gegen Behinderte).

        Punkt 1:
        Die Sache mit den Beratungsstellen hat für mich immer einen sauren Beigeschmack, seit ich ein Interview mit Erin Pizzey gehört habe.
        Sie war die Begründerin des ersten Frauenhauses, also einer Anlaufstelle für Opfer häuslicher Gewalt. Das Interview gebe ich dir hier: (https://www.youtube.com/watch?v=dj8883DryKA), es ist wirklich interessant.
        Sie war nicht einmal Feministin, hatte aber das Problem der Generationsübergreifenden häuslichen Gewalt erkannt, und arbeitete dem entgegen.
        Sobald sie durch den schlimmsten Kampf, und den größten Widerstand der oft relifiösen Opposition durch war, und zum ersten mal Geld von der Regierung für ihr Projekt bekam, kamen auch die Feministinnen.
        Hier verlief es dann ein wenig wie bei den Anonymen Alkoholikern.
        Du weisst sicher dass Alkoholiker bei den AA aufschlagen können, und dass sich dort um sie gekümmert wird. Wusstest du aber dass zu diesem „kümmern“ ein Bekehren ins Christentum gehört? Dort werden ja sogenannte Twelve-Step–Programs angewendet, ich zitiere dir mal ein paar der Schritte.

        “ 2. Came to believe that a Power greater than ourselves could restore us to sanity.
        3. Made a decision to turn our will and our lives over to the care of God as we understood Him.
        5. Admitted to God, to ourselves, and to another human being the exact nature of our wrongs.
        6. Were entirely ready to have God remove all these defects of character.
        7. Humbly asked Him to remove our shortcomings.
        11. Sought through prayer and meditation to improve our conscious contact with God as we understood Him, praying only for knowledge of His will for us and the power to carry that out.
        12. Having had a spiritual experience[11] as the result of these steps, we tried to carry this message to other alcoholics, and to practice these principles in all our affairs.“

        Ähnlich lief es jetzt auch in den Frauenhäusern.
        Zum Beispiel das Duluth Modell hat sich für die Behandlung von schlagenden und geschlagenen Männern durchgesetzt. Das erste was du im Duluth Modell machen musst, ist zugeben dass du ein Unterdrücker bist. Dies müssen viele Männer durchlaufen, wenn sie das Sorgerecht für ihre Kinder haben wollen, auch wenn sie eigentlich keine häusliche Gewalt verursacht hatten.
        Was Advokaten für männliche Opfer häuslicher Gewalt darüber denken, kannst du hier sehen: (http://www.batteredmen.com/batdulut.htm)
        Pizzey wurde übrigens aus der Bewegung ausgestoßen, als sie versucht hat Heime für männliche Opfer häuslicher Gewalt zu öffnen, sie hatte erkannt dass häusliche Gewalt oft auf Beziehungen beruht, in der beide Seiten Gewalttätig sind, und dass diese Beziehungen auf eine kranke Art stabil bleiben, und sich so die Gewalt über Generationen fortsetzt.
        Den Rest ihres Lebens musste sie mit Mord- und Bombendrohungen der FeministInnen leben, hat ihren Wohnort mehrmals gewechselt, und ihre intelektuelle Meinung ist kleingeschwiegen worden.

        Worauf ich hinaus will, ist:
        Wer besetzt denn die Beratungsstellen? Richtig, FeministInnen.
        Und FeministInnen bringen, wohin sie auch gehen, ihre Ideologie mit, was das Duluth-Modell zeigt. In Essenz kümmern sich hier die FeministInnen um die Sicherung ihrer eigenen Arbeitsplätze in der Zukunft, und um die Verbreitung ihrer eigenen Ideologie, denn du kannst sicher sein, dass das erste was Frauen dort hören werden viel mit Rape-Culture und dem Patriarchat zu tun hat.

        Rape Culture kurz erklärt:
        Es bezeichnet eine Gesellschaft in der Vergewaltigung normal, also nicht negativ behaftet ist. In der Opfer von Vergewaltigung keine Hilfe bekommen, und in der Vergewaltigung als spezifisches patriarchalisches Mittel zur Unterdrückung der Frau eingesetzt wird.

        Punkt 2:
        Wegen dem Strafbestand der sexuellen Belästigung…
        Es ist der einzige Punkt der zuerst plausibel klingt, aber ich gebe dir mal zwei Quellen dazu:
        (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/wer-von-silvester-in-koeln-nichts-weiss-redet-beim-deutschlandfunk-14008803.html#lesermeinungen)
        (http://www.ardmediathek.de/radio/Interview-Deutschlandfunk/Zum-allt%C3%A4glichem-Sexismus-Interview-St/Deutschlandfunk/Audio-Podcast?documentId=32689358&bcastId=21676300)
        Stefanie Lohaus ist übrigens eine gute Freuding von Wizorek, von wegen „Rape Culture importieren“, habe ich hier noch nen Artikel für dich:
        (https://wmw.vice.com/de/read/die-rape-culture-wurde-nicht-nach-deutschland-importiert-sie-war-schon-immer-da-aufschrei-118)
        Und hier die zweite Quelle.
        (http://www.umkehrschluss-blog.de/vergewaltigungs-gesetz-verschaerfen/)
        Wie ich schon in meinem ersten Kommentar sagte: Dass es kein seperater Strafbestand ist heisst nicht dass es nicht strafbar ist. Und Wenn es strafbar ist, was soll dann diese Forderung bringen? Eben, nichts.
        Und übrigens, hier zeigt sich der wahre Opportunismus, hier werden nämlich die Taten in Köln von Wizorek und ihren Gesellinen dafür vereinnahmt, eine von ihnen favorisierte Gesetzesreform zu pushen. Wer instrumentalisiert hier jetzt die Opfer?

        Punkt 3
        Die Aufklärung:
        „Wir möchten dafür sensibilisieren, dass die Gefahr, Sexismus und sexualisierte Gewalt zu erleben, im engen sozialen Umfeld besonders groß ist…“
        Was hat das denn bitte mit Köln zu tun? Denkst du die 1000 Typen da waren beste Kumpels mit den Frauen? WAS? Ja, gerne, Aufklärung, aber bitte für die Männer in den Asylantenheimen, und Aufnahmestellen, für die Leute die aus einer TATSÄCHLICHEN Rape Culture kommen, und nicht den Frauen sagen dass sie sich vor ihren Freunden und Bekannten in Acht nehmen sollen!
        Das hier ist ernsthaft kaum besser als der „Armlänge“-Kommentar…

        Punkt 4
        Hat nichts mit nichts zu tun und ist nur wischiwaschi um die Trans-FeministInnen ruhigzustellen.

        Punkt 5:
        „Polizei und Justiz müssen geschult werden, damit es überhaupt zur Strafverfolgung kommt und in diesen Prozessen sensibel und respektvoll mit Betroffenen umgegangen wird.“
        Ok… Also hacken wir jetzt wieder auf der Polizei rum?
        Wo ist denn bitte das Anzeichen dafür dass die Polizei in Köln irgendeinen Fehler gemacht hat, außer unterbemannt zu sein? Wo ist das Anzeichen dafür dass sie nicht sensibel genug sind?
        Echt, das jetzt auf deren Rücken auszutragen ist fies.

        Punkt 6:
        „Dazu gehört die Analyse, Aufarbeitung und Bekämpfung von soziokulturellen und weltanschaulichen Ursachen von Gewalt.“
        Da haben wir es doch. „Das sind Moslems aus armen Ländern, mit gerechtfertigten Aggressionen gegen die White-Supremacist-Capitalist-Patriarchy. Daher die Gewalt“ 😀 Das muss man aufarbeiten.
        „Dringend muss auch über Auswirkungen gesellschaftlicher Stigmatisierung von Betroffenen sexualisierter Gewalt gesprochen werden.“
        Zeig mir wo irgendwer auch nur EIN negatives WORT über die betroffenen verloren hat, außer denen, die behauptet haben, dass diejenigen, die die Taten erst spät berichteten lügen, und in Wirklichkeit Ausländerfeinde sind, die nur das Feuer schüren wollen! Nur aus dieser Ecke kamen solche Kommentare.

        Punk 7
        Jo, klar, macht keiner, und wenn doch wirds öffentlich verurteilt. Die einzige die das gemacht hat war die Kölner Oberbürgermeisterin, und ALLE haben ihr das zurecht vorgehalten. Niemand hat gesagt das sei eine angemessene Reaktion gewesen. Was fordert #Ausnahmslos als nächstes? Das Frauenwahlrecht? Sonnenschein im Sommer? Nasses Wasser? Ernsthaft, ist doch lächerlich.

        „8. Sexismus und Rassismus sind nicht Probleme „der Anderen”: Wir alle sind von struktureller Diskriminierung geprägt und müssen erlernte Vorurteile erst einmal reflektieren, um sie abzulegen.“
        Da ist er wieder, der Intersektionalismus. „Alle sind Rassisten, auch wir.“… sprecht für euch selbst, ihr sprecht nicht für mich. Ich verachte und misstraue euch.

        Punkt 9
        Leeres Gelaber das nichts mit Köln zu tun hat und über Verhalten redet, welches gesellschaftlich ohnehin nicht akzeptabel ist.

        Punkt 10
        Niemand hat die Opfer verhöhnt, und die einzigen, die die Taten verschleiert haben, sind die, die nicht wollten dass Rassisten davon erfahren, also ihr. Beschwert euch doch nicht, war doch alles in eurem Interesse.
        Außerdem halt ich das Gewäsch über die „sexualisierte Gewalt“-„sexuelle Gewalt“-Dichotomie für quatsch, und ich halte die Dichotomie außerdem für eine Falsche.

        Punkt 11 Widerlegte Medien-Theorie.
        Was wir in den Medien sehen beeinflusst uns nicht auf die Weise, wie es dort behauptet wird.
        Die Sache nennt sich Kultivationshypothese, und wird übrigens von FeministInnen wie Anita Sarkeesian für die These gebraucht, Videospiele machten Menschen sexistisch. In Wirklichkeit sind Effekte von Medien schwer nachweis- und korrelierbar.
        Man kann hierüber eine abendfüllende Diskussion halten, aber ich rate dir, dich einzulesen: (https://de.wikipedia.org/wiki/Kultivationshypothese)
        Die Hypothese ist nur wirklich auf passive Langzeitfernseher anwendbar, und selbst dann ist entstehender Sexismus nicht festzustellen.

        Punkt 12
        Wenn ihr das Problem lösen wollt, dann doch. Siehe: Alice Schwarzer.
        Sie will das Problem angehen, ihr nennt sie Rassistin.

        Punkt 13
        Zu vage definiert. Zu Orwellhaft. Wo fängt es an, wo hört es auf? Gibt es Strafen?
        Kritisert doch gerne rum, aber macht keine Vorschriften für dinge, die in künstlerische Meinungsäußerung fallen!

        Punkt 14: Quoten!
        Quoten! Quoten! Quoten überall! Quoten für Manager! Quoten für Redakteure! Nur keine Quoten für Kanalarbeiter und die Müllabfuhr!
        Hier hast du übrigens wieder das Eigeninteresse.
        Was hat denn eine Anne Wizorek, die in ihrem Leben nichts gearbeitet hat für eine Zukunft?
        Das beste was ihr passieren kann, ist dass sie in irgendeiner Zeitung den Rest ihres Lebens als Kollumnistin eingestellt wird, wie Jessica Valenti, die beim Guardian einen Hirnfurz nach dem anderen über „Sexism“ und „Male Gaze“ ablässt. Und da sie nichts zu bieten hat, geht das am besten über eine Quote. 😀

        Unterm Strich ist das eine Kampagne mit der alle positiv bedient werden.
        Opportunistische underachiver wie Wizorek sichern sich damit wieder Publicity, und damit Geld, und Gutmenschen wie du können ihr Gewissen befriedigen, und kriegen so das Gefühl etwas Gutes getan zu haben, und dass sich die Sache schon irgendwie zum Guten wenden wird.
        Mich stört nur dass die Petition am eigentlichen Problem rein garnichts ändert,
        dass sie stattdessen nur versuch t ein bestimmtes Gesetz zu pushen (Punkt 2), ein bisschen Zwietracht zwischen Mann und Frau zu säen (Punkt 3), und Stellen für die Petitionsstellerinnen zu schaffen (Punkt 1, 5, 6, 14).
        Sie steht der Lösung des Problems eher im Weg als dass sie dazu beiträgt, weil sie dazu führen wird dass noch mehr Leute, die ernsthaft das Problem lösen wollen, als Rassisten beschimpft werden.
        Aber wenn du glücklich damit bist, dann toi toi toi. Ich bin ja auch irgendwo Hedonist. 😀

        Naja, das war lang…
        Ich bin bei etwas über viereinhalbtausend Wörtern.
        Ich hoffe für dich, ich habe mich für dich verständlich genug ausgedrückt, denn sonst komme ich zurück und mache es ausführlich.
        Oder wir Skypen einfach mal, kennst ja meinen Handle auf Twitter. 😀

        Schöne Grüße,
        JC

        • robert_ott sagt:

          Dein Comment muss hier (von mir) unkommentiert stehen bleiben, da ich weder Zeit noch Lust habe, in einen Krieg der Tausend Wörter zu ziehen. Wie Du dir denken kannst, stimme ich mit den meisten Deiner Positionen nicht überein, aber nur auf wenige zu antworten, macht keinen Sinn; mehr noch, da alle diese Argumente von Anderen an anderen Stellen bereits vielfach ausgetauscht wurden. Ich bitte meine Leser_innen also, sich ausnahmsweise selbst eine Meinung zu bilden.

          • @A_Man_In_Tomato sagt:

            Ziel einer Diskussion sollte ja nicht sein dass man in allem übereinstimmt,
            sondern viel mehr dass man die Argumente der Gegenseite evaluiert,
            und noch viel wichtiger: die eigenen.

            Komplexe Ideen kann man leider nicht gut in Kurzform diskutieren.
            Du wirst es nicht glauben, aber ich habe mich stringent ans Thema gehalten,
            und bin nicht ausgeschweift. Wenn ich noch ernsthaft über die Rape-Culture-Theory, oder die Male-Gaze-Theory geredet hätte, die Wizoreks Positionen zu Grunde liegen, dann wäre es wirklich lang geworden.

            Unterm Strich habe ich mir die Arbeit übrigens nicht für deine Leser gemacht, sondern für mich selbst, damit ich die Sachen endlich mal schwarz auf Weiss habe, und für dich, damit du eine Gegenposition kriegst, wo du vielleicht keine erwartest. Insofern hoffe ich, dass du nicht wirklich den tl;dr abziehst. Wäre schade.

            Ich wäre für jede Rückmeldung dankbar, auch wenn sie über den Lauf der nächsten Monate Stück für Stück kommt. Wäre wertvoll für mich.
            Das Problem mit den Leuten deiner Position ist nämlich normalerweise, dass sie die Gegenseite ignorieren und blocken, statt zu diskutieren.

            Allein dafür dass du meine Kommentare veröffentlicht hast, obwohl du die Wahl gehabt hättest, es nicht zu tun, applaudiere ich dir.
            Du bist untypisch.

            Alles Gute,
            JC

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