Hyperloop-Projekte nehmen Fahrt auf: Durchbruch noch dieses Jahr?

3D-Sketch einer Hyperloop-Strecke

3D-Sketch einer Hyperloop-Strecke (Grafik von Wikipedia-User Edit1306)

Elon Musk ist ein mittlerweile weltbekannter Tech-Guru, Gründer des privaten Raumfahrt-Unternehmens SpaceX und der E-Auto-Pioniere Tesla Motors. Schon die Simpsons parodierten die überbordende Fantasie dieses Nerd-Visionärs, und tatsächlich nimmt ein weiteres von Musks „Brainchilds“ gerade ordentlich Fahrt auf: der Hyperloop, ein Transportsystem für Kapseln in nahezu luftleeren Röhren.

Als Musk sein Konzept 2012 erstmals öffentlich diskutierte, stieß er auf offene Ohren. Schneller, energiesparender und umweltfreundlicher als der heutige Flugverkehr könne das System theoretisch sein. Kritiker monierten dagegen eine lange Liste unrealistischer Annahmen und Risiken, angefangen bei der generellen Sicherheit einer über 1000 km/h schnellen Kapsel über Erdbebengefahr bis zu der Frage, was mit Toilettenabfällen geschehe.

Anders als bei SpaceX oder Tesla strebte Musk nicht die Gründung eines neuen Unternehmens und den Bau eines eigenen, proprietären Systems an. Stattdessen nannte Musk den Hyperloop ein Open Source-Projekt und regte an, Pläne und Konzepte unter allen Teams zu teilen.

Das führt allerdings auch zu einiger (Namens-)Verwirrung: Viele identifizieren den Begriff und das Konzept Hyperloop immer noch mit Musk bzw. SpaceX.  Doch bald gründeten sich mehrere Unternehmen, die an einer Umsetzung arbeiten; zwei der prominentesten sind Hyperloop Technologies und Hyperloop Transportation Technologies (HTT). Erstere sind gerade im Begriff, eine 3 km-Teststrecke in Nevada fertigzustellen, während HTT vor allem in Europa Schlagzeilen macht: In Zusammenarbeit mit der slowakischen Regierung plant HTT anscheinend, bis 2020 eine Hyperloop-Strecke zwischen Bratislava und Wien zu eröffnen.

Bis dahin gibt es aber noch viele technische what-if’s – denn Teststrecken existieren noch nicht, ganz zu schweigen von Prototypen der Transportkapseln. Mit diesem Umstand im Blick nahm Elon Musk im vergangenen Jahr wieder die Initiative in die Hand und verkündete die Hyperloop Pod Competition: SpaceX verpflichtete sich auf den Bau einer 1,6 km langen Teststrecke in Kalifornien, die im Sommer 2016 zur Erprobung von Kapsel-Konzepten zur Verfügung stehen würde. Bis September 2015 konnten sich Teams für die Teilnahme bewerben.

Rund 30 Gruppen nehmen derzeit noch teil und arbeiten am Bau von Prototypen. Eine von diesen passt besonders gut zum Open Source-Geist des Hyperloop und könnte ein Vorbild für weltweite wissenschaftliche Kollaborationen sein: Aus einem Kreis von Hyperloop-Interessierten auf der Social Media-Seite Reddit entstand rloop, das einzige im Wettbewerb verbliebene Team, das sich nicht im Rahmen einer Schule oder Hochschule zusammenschloss. Auf Indiegogo wirbt die Gruppe jetzt um Unterstützung für seinen Beitrag zu der Pod-Competition.

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