Intel Compute Stick und Co: Dongle-Computer machen dumme Bildschirme smart

 

Der Intel Compute Stick (Screenshot von intel.com)

Der Intel Compute Stick (Screenshot von intel.com)

Noch nie waren mobile Alltags-Rechner so günstig wie heute. Für 2-300 Euro Neupreis erfüllen sie die üblichen Wünsche: Browsing, Streaming, Office. Nur wer große Dateien bearbeiten, aktuelle Spiele spielen oder hinten am Bildschirm einen Apfel haben möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Ein neuer Trend könnte das weiter beschleunigen: Mini-Computer in Stick- oder Dongle-Form wie beispielsweise der Intel Compute Stick.

Die Idee: Die nötigsten Bestandteile für ein ausreichend funktionierendes Gerät in ein kleines Gehäuse packen, den Preis niedrig halten – und damit die unzähligen ungenutzten PC-Monitore und „dumb TVs“ zu mehr oder weniger vollwertigen Computern machen. Vielen Usern dürfte das als Alternative zu teuren und oft nur eingeschränkt nutzbaren Smart TVs gelegen kommen.

Bei Ebay sind unter dem Stichwort „Android-Dongle“ schon für rund 30 Euro solche „HDMI-Sticks“ zu haben, deren Spezifikationen Einsteiger-Smartphones entsprechen. Rechenpower und Speicher lassen keine großen Sprünge zu, und auch Android als Betriebssystem für den großen Screen dürfte nicht jeden Geschmack treffen – aber ein einfaches Mediacenter hat man so durchaus schnell zusammengesteckt.

Intels Compute Stick (2. Gen) dagegen ist tatsächlich ein kleiner vollwertiger PC mit 2 GB RAM, 32 GB Speicher, HDMI-Out, zwei USB-Anschlüssen, einem Micro-SD-Slot und einem Stromanschluss. Eine Stromversorgung des Geräts durch das HDMI-Kabel ist leider (noch) nicht möglich. Die erste Generation des Sticks kam vor etwa einem Jahr auf den Markt, enttäuschte aber durch einen schwachen Prozessor und lahme Wireless-Konnektivität. In beiden Bereichen hat Intel offensichtlich nachgebessert, und so können sich User bald für rund 150 Euro einen „richtigen“ Windows 10-Rechner an den Fernseher klemmen – und ihn danach in der Hosentasche mit ins Büro nehmen.

Die Konkurrenz schielt allerdings auch schon um die Ecke: Der Kangaroo Plus ist zwar etwas größer als ein HDMI-Dongle, aber nicht unbedingt weniger mobil. Dafür überbietet der kleine Kasten Intels Stick bei einem vergleichbaren Preis deutlich: Ähnlicher Prozessor, 4 GB RAM, 64 GB Speicher für 170 US-Dollar. Dass der Preis kein Betriebssystem beinhaltet, dürfte vor allem Linux-Usern herzlich egal sein, könnte aber die Chancen des Geräts auf dem „Normalo“-Markt mindern. Für Bastler, Coder, OS-Tüftler und andere Freaks ist low cost computing allerdings schon lange kein Fremdwort mehr, wie vor allem der Erfolg des 2012 erschienenen Raspberry Pi zeigt.

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