Microsoft kündigt Schul-Version von Minecraft an

Minecraft Education Edition (Screenshot der Seite education.minecraft.net)

Minecraft Education Edition (Screenshot der Seite education.minecraft.net)

Der überwältigende Erfolg von Minecraft war und ist eine der größten Überraschungen für die Gaming-Welt in den letzten Jahren. Als Markus „Notch“ Persson 2009 die erste Version seines Sandbox-Spiels mit 3D-Blockgrafik veröffentlichte, hätte es niemand für möglich gehalten, dass er dasselbe Projekt fünf Jahre später für fast 2 Milliarden Euro an Microsoft verkaufen würde. Die haben jetzt einen Blick darauf erlaubt, wie sie sich Minecrafts Zukunft vorstellen – nämlich unter anderem als Unterrichtssoftware in der Schule.

Dass Minecraft mehr zu bieten hat als reines Action/Adventure-Gameplay, wurde Gamern weltweit schnell klar: Werkzeuge und Blöcke mit verschiedenen Funktionen machten die customisierbaren Minecraft-Welten zu modularen Sandkästen, in denen fast alles möglich war. Landschaften, Städte, das Raumschiff Enterprise oder ein funktionierender Computer mit Grafikausgabe – rein technisch sind der Community kaum Grenzen gesetzt. So trug Minecraft dazu bei, das Building und Crafting (Herstellung von Baumaterialien und benutzbaren Gegenständen) als Trend auch in konventionelleren Spiele durchzusetzen, wie etwa die vielfältigen Bau-Optionen in Fallout 4 zeigen.

Dieses kreative Potential will Microsoft jetzt für Schulen spezialisiert verfügbar machen, mit einer Education Edition, die noch in diesem Jahr auf den Markt kommt. Mit Minecraft könnten die Schüler_innen nach Microsofts Vorstellungen plastisch und immersiv Architektur kennenlernen, die menschliche Anatomie, Bühnen der Weltgeschichte – oder, durch den vielseitigen Schaltkreis-Block Redstone, auch die Grundlagen des Programmierens.

Microsoft setzt dabei auf die Förderung einer geplanten Community von Lehrer_innen und anderen, die geeignete Minecraft-Welten plus passende Lehrpläne online stellen und teilen sollen. Klappt das, könnte das Schul-Minecraft tatsächlich zu einem starken Bildungs-Werkzeug werden – und das ohne große Modifikationen an dem Programm selber, da alle Funktionalitäten zum Bauen und Kreieren seit Jahren implementiert sind. Auch der Community-Aspekt ist vielversprechend, da Minecraft bereits eine weltweite, millionenstarke Szene besitzt, die sich auf eigenen Servern und mit Youtube-Videos der neuesten Bauwerke rege austauscht.

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