Mit dadamachines ist die Welt dein Drumcomputer

Eine echter Schlagzeuger braucht kein teures Drumkit, um große Kunst zu erzeugen: Gerade Straßenmusiker_innen trommeln virtuos auf Töpfen, Eimern oder sonstigen Klangkörpern herum. Einem Drumcomputer hingegen bleibt solche Improvisation verwehrt: Er braucht immer eine oder mehrere Sounddateien oder analoge Synthesizer als Klangquellen, die dann in einem Rhythmus arrangiert werden.

So war das zumindest bis jetzt: Denn mit dadamachines hat der Berliner kreative Techniker Johannes Lobihler nun ein Gerät vorgestellt, das die Welt der natürlichen Klangkörper auch für elektronische Musik öffnet. Mit dem Hauptmodul „Automat“ werden bis zu 12 Motoren bzw. „Schläger“ angesteuert. Wie diese dann Sounds erzeugen, bleibt der Phantasie überlassen:  Wassergläser oder Klangschalen anschlagen, Behälter mit Kleinteilen bewegen und zum Vibrieren bringen oder ganz klassisch mit Schlegeln und Trommeln.

Der Clou dabei ist, dass die Befehle des Hauptmoduls an die Motoren durch den Industriestandard MIDI gesteuert werden können, was das System für die vielfältigen Möglichkeiten von Sequenzern öffnet. Diese Steuerungsprogramme, wie etwa Cubase oder Logic, werden bei so gut wie allen Produktionen von elektronischer Musik und Popmusik zum Arrangement von Schlagzeug-Sounds verwendet.

Bei Kickstarter ist das dadamachines-Projekt gerade sehr erfolgreich und hat nach wenigen Tagen bereits fast 90.000 Euro gesammelt – damit ist das Finanzierungsziel von 20.000 Euro bereits deutlich überschritten worden. Kein Wunder, bei der prominenten Unterstützung: In dem Kampagnenvideo hat die legendäre Indie-Band The Notwist einen Gastauftritt und lobt das kreative Potential des Systems in hohen Tönen.

Eine Inspiration hat Lobihler vielleicht von einem der Vorläufer elektronischer Musik erhalten: Musique concrete entstand in den 1940er Jahren und bezeichnet eine Musikrichtung, die die Klänge von Instrumenten mit denen natürlicher, alltäglicher Klangkörper verwob. Erreicht wurde dies meist durch langwieriges Zusammenschneiden und Loopen der Tonbandaufnahmen – ein Prozess, der durch die dadamachines wohl deutlich erleichtert worden wäre.

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