Netflix-Serie „Stranger Things“: All aboard the Hype Train!

Ausschnitt aus dem offiziellen Poster für "Stranger Things"

Ausschnitt aus dem offiziellen Poster für „Stranger Things“

Believe the Hype: Erst vor zwei Wochen feierte die Netflix Originals-Serie „Stranger Things“ ihre Premiere bei dem Streamingdienst – und die Fans weltweit sind völlig geflasht. So groß ist die Begeisterung für die Mystery-Serie um einen verschwundenen Jungen, dass diese mittlerweile Nummer eins in der Liste der populärsten Serien auf der Internet Movie Database (IMDb) belegt – noch vor Klassikern wie Game of Thrones oder The Walking Dead.

Der Plot, in aller Kürze und ohne Spoiler: 1983 verschwindet der zwölfjährige Will Byers nach einem Rollenspiel-Abend mit seinen Freunden Mike, Lucas und Dustin. Wills Mutter bewegt den anfangs zurückhaltenden Polizeichef Jim Hopper zu einer großangelegten Suche, und auch die drei Freunde stellen Nachforschungen an. Sie treffen auf das mysteriöse Mädchen Eleven, das auf seltsame Weise mit Will verbunden zu sein scheint – und auch andere Bewohner_innen der Kleinstadt Hawkins werden direkt oder indirekt in die Geschehnisse verwickelt.

Der große Erfolg kommt nicht von ungefähr: Stranger Things verbindet Hommage und Nostalgie mit großartigem Storytelling und makelloser Produktion. Wie bei den Vorbildern aus den 80ern – E.T., Goonies und Stand By Me, Stephen King und Steven Spielberg – sind das Script und die Charakterentwicklung einfühlsam und geduldig. Dabei profitiert die Serie enorm von dem Streaming-Format: Alle acht Folgen von je knapp einer Stunde Laufzeit waren ab dem 15. Juli weltweit abrufbar. Fans konnten also die komplette Staffel bingewatchen und ganz in die Welt von Hawkins, Indiana eintauchen.

Produziert und geschrieben haben die Serie die Brüder Matt und Ross Duffer, die zuvor lediglich einen mäßig erfolgreichen Film verantworteten. Dass ihre Rechnung aufging, liegt zu großen Teilen an den bis in die Nebenrollen hervorragenden schauspielerischen Leistungen. Für Winona Ryder, Ikone der Generation X, waren gute Rollen in den letzten Jahren etwas rar gesät. Sie verleiht Joyce Byers, der Mutter des verschwundenen Will, eine verzweifelte Beharrlichkeit und fragile Würde, die teils sprachlos macht. Trotzdem wird auch sie fast an die Wand gespielt von der erst 12-jährigen Millie Bobby Brown, die als Eleven eine unglaubliche Tiefe und Komplexität vermittelt.

Nach dem binge – dem Gelage – kommt der hangover, und Fans weltweit hätten eine zweite Staffel lieber gestern als heute. Doch sie müssen sich noch etwas gedulden: Es könnte durchaus ein ganzes Jahr dauern, bis die Story, wie bereits angekündigt, weiter erzählt wird. Bis dahin vertreibt sich die rapide wachsende Szene die Zeit mit Fan-Art: Sie basteln VHS-Cover im 80er-Stil, entwerfen Pixelart, die an klassische Point & Click-Computerspiele erinnert (Achtung: Spoiler!) oder schneiden Szenen so neu zusammen, dass die Serie wie eine 80er-Sitcom erscheint – Stranger Things scheint nicht nur zu begeistern, sondern auch zu inspirieren.

 

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