United Airlines provoziert einen Shitstorm biblischen Ausmaßes – jetzt auch in China

 

United Airlines hat ein PR-Problem. Erst war es relativ klein, jetzt ist es groß – so groß, dass es unter Umständen andauernde Auswirkungen auf Image und Wirtschaftlichkeit der drittgrößten Fluggesellschaft der Welt haben könnte.

Es begann gestern Abend (europäische Zeit), als erste Videos und Posts in den sozialen Medien auftauchten. Aufgrund der Überbuchung eines Fluges von Chicago nach Louisville suchte das Bordpersonal nach Freiwilligen, die für 200 US-Dollar Prämie und eine Hotelübernachtung bereit gewesen wären, auf ihre Plätze zu verzichten. United benötigte die Plätze außerdem, da eine zweite Bordcrew einen folgenden Flug erreichen musste.

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Neuer Algorithmus erkennt Fake Accounts in sozialen Medien

Ein Beispielbild für Social Media

Die sozialen Medien haben sich in den letzten Jahren zu einem der Hauptschauplätze politischer Auseinandersetzung entwickelt. Hier organisierte sich der „Arabische Frühling“, hier tummelt sich die neue rechte Bewegung Alt Right und hier formiert sich auch ein Teil des Widerstandes gegen Donald Trumps zweifelhafte Politik. In diesem Kampf „gewinnt“ nicht selten der, der am lautesten schreit – oder mit den meisten Stimmen. Deswegen ist dies auch ein Kampf der Bots und der fake accounts. In den USA werden sie sock puppets genannt: Puppen, von einer einzigen Person kontrolliert.

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r/Place: Tausende Reddit-User erzeugen ein kollaboratives Kunstwerk

Ein Screenshot von reddit.com/r/place

Ein Screenshot von reddit.com/r/place

Schwarmintelligenz oder mob mentality, viraler Hit oder Shitstorm – wenn in den sozialen Medien täglich Millionen User mit- und untereinander agieren, ist der Ausgang oft unvorhersehbar. Manchmal überrascht das Netz aber auch – so wie jetzt bei dem sozialen Experiment „Place“ auf Reddit. Die vor allem in den USA sehr beliebte Social Media-Seite ist eine Plattform für thematische, von Usern selbst verwaltete Foren.

Die Idee von Place: Es gab auf www.reddit.com/r/place einen canvas, eine leere digitale Leinwand. Reddit-User – aber nur solche, deren Accounts vor dem Launch von Place schon existierten – durften hier Pixel platzieren. Nach einem Pixel musste jeder User allerdings ein cool down von zunächst zehn, später nur noch drei Minuten abwarten, bevor der nächste Pixel gesetzt werden durfte. Nach 72 Stunden Laufzeit endete Place heute abend gegen 19 Uhr.

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Mit dadamachines ist die Welt dein Drumcomputer

Eine echter Schlagzeuger braucht kein teures Drumkit, um große Kunst zu erzeugen: Gerade Straßenmusiker_innen trommeln virtuos auf Töpfen, Eimern oder sonstigen Klangkörpern herum. Einem Drumcomputer hingegen bleibt solche Improvisation verwehrt: Er braucht immer eine oder mehrere Sounddateien oder analoge Synthesizer als Klangquellen, die dann in einem Rhythmus arrangiert werden.

So war das zumindest bis jetzt: Denn mit dadamachines hat der Berliner kreative Techniker Johannes Lobihler nun ein Gerät vorgestellt, das die Welt der natürlichen Klangkörper auch für elektronische Musik öffnet. Mit dem Hauptmodul „Automat“ werden bis zu 12 Motoren bzw. „Schläger“ angesteuert. Wie diese dann Sounds erzeugen, bleibt der Phantasie überlassen:  Wassergläser oder Klangschalen anschlagen, Behälter mit Kleinteilen bewegen und zum Vibrieren bringen oder ganz klassisch mit Schlegeln und Trommeln.

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„I love you, robot“ – Kleines Mädchen denkt, ein alter Boiler wäre ein Roboter

Dieser "Roboter" hat's der kleinen Rayna angetan (Screenshot von Youtube)

Dieser „Roboter“ hat’s der kleinen Rayna angetan (Screenshot von Youtube)

Die Netzgemeinde schmilzt heute morgen dahin dank eines Videos: „Rayna meets a robot“ heißt der 35 Sekunden kurze Clip, der ein kleines Mädchen im Gespräch mit einem „Roboter“ zeigt. Dieser steht etwas verloren am Straßenrand und war in seinem vorherigen Leben wohl ein Warmwasser-Boiler. Ein weißes Panel mit zwei großen Scheibenformen weckt Assoziationen mit einem Gesicht oder zumindest Augen.

Rayna ist jedenfalls überzeugt und begrüßt den Roboter, dessen „Gesicht“ etwas im Wind zu wippen scheint. Anschließend umarmt sie ihn und sagt zum Abschied „I love you, Robot“. Furchtbar süß!

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Back the Veg #6 – Aktuelle vegane Crowdfunding-Projekte auf Kickstarter

Seit dem letzten Teil der Reihe „Back the Veg“ ist bereits ein dreiviertel Jahr vergangen. Eine lange Zeit, in der ich hin und wieder Kickstarter und andere Crowdfunding-Plattformen nach veganen Projekten durchsucht, aber nicht viel Interessantes gefunden hatte. Jetzt scheint wieder mehr los zu sein: Hier sind vier vielversprechende Kampagnen, die derzeit um Unterstützung werben:

Vegan Connections ist ein Magazin-Projekt aus Schottland, das sowohl einen umfangreichen Webauftritt betreibt als auch eine vierteljährliche kostenlose Printausgabe herausgibt. Die Macher_innen scheinen sehr aktiv zu sein: Neben dem redaktionellen Inhalt von Heft und Seite zeichnet die Gruppe auch verantwortlich für Workshops, eine Konzertreihe und ein jährliches Festival. Löblich!

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Eine neue Kunstform: „MIDI Art“ ist eine Symbiose aus Zeichnung und Komposition

Ein Ausschnitt aus dem MIDI-Art-Stück "MIDI Drawing no. #11 - The Adventures of a Little Girl" von Mari Lesteberg (Screenshot von Youtube)

Ein Ausschnitt aus dem MIDI-Art-Stück „MIDI Drawing no. #11 – The Adventures
of a Little Girl“ von Mari Lesteberg (Screenshot von Youtube)

Die visuelle Darstellung von Musik, von Tönen und Tonabfolgen erfolgt klassischerweise durch Notenschrift – ein System, das sich aus Ursprüngen in der Antike über die Jahrtausende entwickelt hat und noch immer der Standard vor allem für so genannte „ernste“ Musik ist.

Doch im Computer-, Informations- und Kommunikationszeitalter ist die Beherrschung von Notenschrift zur Erstellung von Kompositionen nicht mehr zwingend erforderlich. Ein Großteil von Musik wird heute mit Hilfe so genannter Sequenzer geschrieben, Programme zur Kombination von Tönen, Melodien und Instrumenten. Während diese auch klassische Notation darstellen können, verwenden viele Künstler_innen stattdessen aber eine Ansicht, die auf der Klaviatur beruht und Tonhöhen und -längen in verschiedenen Strichen und Punkten darstellt.

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Retropie: Das 35-Euro-Emulationswunder für Retro-Konsolen

Die Wunderkiste: Ein Raspberry Pi Mini-Computer (Foto: Robert Ott)

Die Wunderkiste: Ein Raspberry Pi Mini-Computer (Foto: Robert Ott)

Als Freund von Retro-Videospielen – besonders der golden era von 16-Bit und 90er Jahre – habe ich eine kleine Sammlung von Konsolen und Spielen zuhause. NES, Mega Drive, SNES, N64 und auch ein paar Exoten wie das Neo Geo stehen herum und werden hin und wieder mit Freude gespielt.

Doch keine Sammlung kann wirklich vollständig sein, vor allem aus finanziellen Gründen. Um all die Perlen, Obskuritäten und sündhaft teuren Spiele, die es im Games-Universum gibt, trotzdem zu erfahren, kann man auf Emulation zurückgreifen. Ich mochte das nie so richtig: Irgendwo passierte ein emotionaler disconnect, wenn ich erst ein Programm in Windows öffnen und ein ROM aus einer Liste auswählen musste.

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