Pocket Operators: Taschenrechner-Synthesizer für Chiptune-Enthusiasten

Elektronische Musik zu machen, war noch nie leichter: Mit wenig Aufwand können Apps und Programme beliebige Sounds erzeugen oder emulieren. Je vielfältiger und verfügbarer aber die digitalen Möglichkeiten, desto mehr bevorzugen Musiker_innen die Retro-Varianten mit (Dreh-)Knöpfen, einfachen Step-Sequenzern und einer begrenzten Anzahl Sounds. In diesem Markt bewegt sich die schwedische Firma Teenage Engineering mit ihrer Reihe von Mini-Synthesizern, genannt „Pocket Operators“ oder kurz: PO.

Bisher erhältlich waren PO-12, 14 und 16 – eine Drummachine sowie je ein Bass- und Lead-Instrument. Neu auf den Markt sind jetzt die Modelle 20, 24 und 28, die den Retro-Appeal auf die Spitze treiben. Der PO-20 „Arcade“ stellt dem User die klassischen Sounds der 80er-Videospiele zur Verfügung, plus aktuelle Spielereien wie Glitch- und Filter-Effekte – ein Traum für Chiptunes-Fans. Der PO-24 „Office“ leiht seine Töne bei alter Hardware wie etwa Diskettenlaufwerken oder Druckern – die Idee gab’s auch schonmal –, während der PO-28 „Robot“ wieder in Richtung Chiptunes tendiert, durch einen Glide-Button aber auch als Live-Instrument zu gebrauchen ist. Alle drei Modelle enthalten, wie ihre Vorgänger, 16-Step-Sequenzer und Möglichkeiten, Arrangements und  On-Board-Effekte während der Wiedergabe zu beeinflussen.

Die Aufmachung ist uber-hip: Skandinavische Designschule trifft Schaltplan-Ästhetik mit sorgsam platzierten Pictorials und japanischen Schriftzeichen. Auf den kleinen LC-Displays werden nicht nur relevante Daten angezeigt, sondern auch sich im Rhythmus bewegende Animationen, etwa ein Roboter oder eine Arcade-Maschine – eine Hommage an Nintendos Game & Watch und andere frühe Handheld-Videospiele der 80er.

Technisch gesehen sind die POs wenig mehr als bedruckte Platinen mit einigen Knöpfen, Audio-In/Out, Display und Batterieklemme. Spartanisch, wenig mehr als ein Spielzeug – oder ernstzunehmende, innovative Instrumente? Der Preis von gerade einmal 69 Euro ist jedenfalls einsteigerfreundlich und könnte die Geräte zu Lieblingen der Electronic-Szene machen. Vorgemacht hat das Branchen-Urgestein Korg, als sie mit ihrer Volca-Reihe günstiger, analoger Synthesizer in den letzten Jahren einen Volltreffer landeten – und den Retro-Trend noch einmal deutlich anfeuerten.

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