Propaganda skurril: Prorussische Separatisten mit fehlerhafter Inspiration

Der Propaganda-Kampf um die Deutungshoheit in einem Konflikt ist immer ein Kampf um die Bilder: So versuchte die NS-Wochenschau noch in den letzten Kriegsmonaten die deutsche Bevölkerung zu mobilisieren, so drehte sich die Meinung der US-Öffentlichkeit angesichts der Napalm-Verbrechen in Vietnam und ebenso wurde versucht, den ersten Golfkrieg als „sauberen Krieg“ zu verkaufen.

WWW, Twitter und Youtube multiplizieren diesen Effekt und eröffnen damit ganz neue Möglichkeiten in Sachen PR und Manipulation. Dass das aber auch nach hinten losgehen kann, zeigt das Beispiel prorussischer Separatisten der nicht anerkannten „Volksrepublik Luhansk“, die jüngst belegen wollten, dass die USA die Ukraine mit Waffen beliefere.

Die Videoaufnahmen, die vordergründig Kisten mit dem mobilen Luftabwehr-Raketenwerfer „Stinger“ zeigen, wurden von russischen Medien begeistert aufgegriffen und gefeiert als klare Beweise für eine US-Einmischung in den Konflikt.

Leider hatten sich die Separatisten an der falschen Stelle inspirieren lassen: Russischen und internationalen Internet-Usern fiel schnell auf, dass die Boxen erstens aus dem falschen Material bestanden und zweitens seltsam fehlerhaft beschriftet waren. So wurde aus „REUSABLE“ „RE USABLE“, wo „DATE LOADED“ stehen sollte, liest man „DATE LOUDED“ und aus „TRACKING TRAINER“ wurde „TRACKING RAINER“.

Der letzte Dreher lässt Schlüsse auf den Ursprung der Aktion schließen: Denn auch die Stinger-Werfer in dem Videospiel „Battlefield 3“ von 2013 tragen die fehlerhafte Aufschrift „TRACKING RAINER“ – und bei einer Google-Bildersuche nach „Stinger“ ist dieses virtuelle Modell weit oben vorzufinden.

Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/ukraine-angebliche-stinger-raketen-aus-den-usa-sind-propaganda-a-1045110.html

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