Schwerer Schlag für UK-Solarindustrie: Massive Steuererhöhungen von bis zu 800% ab April

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Für die Solarbranche im Vereinigten Königreich bricht bald eine harte Zeit an: Wie der Independent berichtet, wird voraussichtlich ab April eine Steuerbefreiung für Unternehmen gestrichen, die Elektrizität aus kleinen Solaranlagen für den Eigenbedarf nutzen. Der Schritt wird demnach in einer effektiven Steuererhöhung für die Anlagen von bis zu 800% resultieren.

Verantwortlich für die Erhöhung ist der britische Schatzkanzler – und damit Finanz- und Wirtschaftsminister – Philip Hammond, der seit November 2016 im Amt ist. Auch öffentliche Schulen werden wohl betroffen sein und ihre kleinen Dach-Solaranlagen deutlich weniger profitabel betreiben können. Die Folgen für die Branche generell werden sich, so Befürchtungen, auch auf die Endnutzer von Strom aus erneuerbaren Energien auswirken.

Die Maßnahme könnte die bereits angeschlagene Solarindustrie in Großbritannien schwer treffen: Laut Independent ist die Zahl der Neu-Installationen von Anlagen so niedrig wie seit sechs Jahren nicht mehr. Im vergangenen Jahr seien in der Branche 12.000 Stellen abgebaut worden. Im Licht dieser Entwicklungen wirft die Solar Trade Association der Regierung von Theresa May vor, Energie aus der Sonne nicht angemessen zu priorisieren und stattdessen einen Fokus auf die weitere Ausbeutung der Öl- und Gasvorkommen in der Nordsee zu legen.

Diese Marschrichtung der Regierung May, die in den kommenden Monaten und Jahren den schweren Brexit-Prozess antizipiert, reiht sich ein in einen ernüchternden Anti-Energiewende-Trend von konservativen Regierungen weltweit. So haben sowohl Australiens Premierminister Malcolm Turnbull als auch US-Präsident Donald Trump in den vergangenen Monaten beunruhigende Statements pro fossile Brennstoffe und contra erneuerbare Energien abgegeben.

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