Studie: EU muss Kohlekraftwerke bis 2030 schließen, um Pariser Klimavertrag einzuhalten

Ein Kraftwerk, Quelle: https://cdn.pixabay.com/photo/2013/03/01/18/50/blue-88068_960_720.jpg

Das Übereinkommen von Paris war ein Erfolg für Klimaschützer_innen weltweit: 195 Staaten hatten sich auf der Konferenz Ende 2015 ambitionierte Ziele gesetzt, um die Erderwärmung und den drohenden Klimawandel aufzuhalten.

Doch Absichten sind eine Sache; nachdem das Abkommen am 4. November 2016 in Kraft trat, müssen die Länder jetzt die tatsächlichen, massiven CO2-Reduktionen auf den Weg bringen. Das könnte vielleicht schwieriger sein, als bisher gedacht. Laut einer neuen Studie müssten alleine die EU-Staaten alle ihre Kohlekraftwerke bis zum Jahr 2030 abschalten, um die Ziele des Übereinkommens von Paris zu erreichen.

Die Climate Analytics gGmbH, ein non-profit Forschungsinstitut mit Sitz in Berlin, spricht in der Studie von über 300 Kohlekraftwerken in der EU. Diese seien verantwortlich für einen „signifikanten Anteil“ des gesamten CO2-Ausstoßes. Das Abwickeln von kohlebasierter Elektrizitätsproduktion sei demnach einer der kosteneffizientesten Wege, Emissionen zu reduzieren. Daneben führe dies zu Verbesserungen der Luftqualität.

Ein Ausschnitt aus einer Karte von Kohlekraftwerken in der EU (Screenshot von climateanalytics.org)

Ein Ausschnitt aus einer Karte von Kohlekraftwerken in der EU (Screenshot von climateanalytics.org)

Die Studie zeigt auch auf, wo die Energiewende noch lahmt: Obwohl Deutschland im Sektor erneuerbarer Energien durchaus global mitspielen kann, ist es auch beim Kohleverbrauch noch top. Polen und Deutschland alleine seien für 54% der EU-Emissionen aus Kohlekraftwerken verantwortlich, so die Studie. Diese beiden Länder haben also am meisten zu tun – und damit auch die größten Herausforderungen bei der Umstellung der Stromproduktion auf nachhaltige Quellen.

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