Chinas Kampf gegen die Kohle: 350 Milliarden Euro für erneuerbare Energien

Mittlerweile ein berühmtes Bild: Peking im August 2005, links nach einem Regenschauer und rechts voller Smog an einem normalerweise sonnigen Tag (Foto: Bobak, Lizenz: CC BY-SA 2.5)

Mittlerweile ein berühmtes Bild: Beijing im August 2005, links nach einem Regenschauer und rechts voller Smog an einem normalerweise sonnigen Tag (Foto: Bobak, Lizenz: CC BY-SA 2.5)

Boomland China: Seit den 90er Jahren ist das „Reich der Mitte“ auf einem rasanten Wachstumstrip. Der häufig nur halb scherzhaft als „staatlicher Turbo-Kapitalismus“ bezeichnete Kurs ist mörderisch, und das nicht nur für die landgeflohenen Arbeiter_innen, die für Hungerlöhne unsere Smartphones zusammenschrauben.  Auch die Natur des riesigen Landes zieht die rapide Industrialisierung in Mitleidenschaft, denn sie wird vor allem mit fossilen Brennstoffen vorangetrieben.

Kein Wunder, dass die großen chinesischen Millionenstädte und vor allem der 20-Millionen-Moloch Beijing seit Jahren mit starkem Smog zu kämpfen haben. Dass sich in den letzten zehn Jahren wenig gebessert hat, zeigt der Vergleich der oben gezeigten Fotos von 2005 und eines Videos, dass am 2. Januar 2017 auf Twitter viral ging. Der Brite Chas Pope fing hier im Zeitraffer ein, wie die Smogwolke innerhalb von 20 Minuten Beijings Innenstadt überrollt:

Doch damit soll, zumindest langfristig, Schluss sein: Wie der Guardian berichtet, hat China ein äußerst ambitioniertes Programm zur Förderung erneuerbarer Energien auf den Weg gebracht. In den nächsten vier Jahren (bis 2020) sollen so 2,5 Billionen Yuan (ca. 350 Milliarden Euro) an staatlichen Investitionen getätigt werden, die wiederum rund 3 Millionen Jobs in dem Sektor schaffen sollen.

Das sind große Ziele für einen vergleichsweise kurzen Zeitraum, die China aber auch nötig hat: Die chinesische Wirtschaft ist noch sehr stark von fossilen Brennstoffen abhängig. Selbst bei vollständiger Erfüllung des jetzt veröffentlichten Plans werden erneuerbare Energien im Jahr 2020 laut Guardian trotz allem nur rund 15 Prozent des chinesischen Energieverbrauchs decken. Von den Plänen anderer Länder, 100% ihres Verbrauchs mit renewables zu decken, ist China daher noch sehr weit entfernt.

Goodbye, Kohle & Co: Projekte weltweit zielen auf 100% Versorgung durch erneuerbare Energie

San Diego bei Nacht: Bis 2035 will die kalifornische Stadt 100% Versorgung durch erneuerbare Energien erreichen - trotz Trump

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Bye-bye, fossile Brennstoffe: Die Zeit von Kohle, Erdgas und Co. geht (sehr) langsam, aber sicher auf ihr Ende zu, während weltweit immer mehr Projekte auf eine komplette Versorgung durch erneuerbare Energien abzielen. Costa Rica hat’s vorgemacht – warum sollte das nicht auch woanders klappen?

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Doping für Smartphones: Das „Superbook“ macht aus Android-Geräten vollwertige Laptops

Ein unscheinbares Gerät sorgt gerade bei Kickstarter für Aufregung: Das Superbook sieht auf den ersten Blick aus wie ein stinknormaler Laptop – für nur 100 US-Dollar? Tatsächlich verbergen sich in dem Gehäuse aber lediglich Display, Tastatur und Touchpad, denn das Superbook ist eine Art Doping-Station für Smartphones. Per USB angeschlossen und mit Hilfe der App Andromium OS wird aus einem Android-Gerät so ein Notebook.

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Bürgerversammlung zum Tempelhofer Feld: Eindrücke und Bilder

Proteste schon vor der Versammlung auf dem Platz der Luftbrücke (Foto: Robert Ott)

Proteste schon vor der Versammlung auf dem Platz der Luftbrücke (Foto: Robert Ott)

Frostige minus fünf Grad Celsius und schneevereister Boden – kein Grund, nicht gegen die Bebauung des Tempelhofer Felds zu demonstrieren. Um 19 Uhr sollte die Bürgerversammlung beginnen, zu der Senatsvertreter eingeladen hatten, um über Pläne zur Unterbringung von Geflüchteten auf dem Hangar-Vorplatz zu informieren. Bereits vor Einlass in die Abfertigungshalle des ehemaligen Flughafens Tempelhof um 18 Uhr sammelten sich Dutzende mit Schildern und Transparenten, um den Ton für die Bebauungsgegner zu setzen: „Integration statt Ghettos“, „Hände weg vom Volksentscheid“, „Demokratie statt Diktatur“ war zu lesen.

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Kontroverse Bebauungspläne für das Tempelhofer Feld: Bürgerversammlung am 21. Januar

Bebauungspläne des Berliner Senats für das Tempelhofer Feld (Screenshot der Seite thf100.de)

Bebauungspläne des Berliner Senats für das Tempelhofer Feld (Screenshot der Seite thf100.de)

In der Kontroverse um die vom Senat angestrebte Bebauung des Tempelhofer Feldes wollen Verwaltung und Politik in einer Bürgerversammlung am Donnerstag, 21. Januar, 19 Uhr über die Planungen informieren. An der Versammlung in der Abfertigungshalle des ehemaligen Flughafens nehmen neben Sozial-Senator Czaja u.a. auch die Staatssekretäre für Flüchtlingsfragen, Verkehr & Umwelt sowie Bildung, Glietsch, Gaebler und Rackles, teil.

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100% Tempelhofer Feld – Will der Senat das Bebauungsverbot kippen?

Das Tempelhofer Feld, aus dem ehem. Flughafen-Gebäude aus gesehen. Foto: Robert Ott

Das Tempelhofer Feld, aus dem ehem. Flughafen-Gebäude aus gesehen (Foto: Robert Ott)

Seit der Schließung des ikonischen Flughafens Tempelhof 2008 existierten Pläne des Berliner Senats, das riesige, relativ zentral gelegene Gelände für eine äußerst lukrative Randbebauung zu öffnen. Was daraus wurde, ist weithin bekannt: Nach einer mehrjährigen Kampagne der Bürgerinitiative 100% Tempelhofer Feld war im Mai 2014 ein Volksentscheid erfolgreich, der die Bewahrung des Tempelhofer Felds in seiner Gesamtheit festsetzte. Ein großer Sieg für die Bebauungsgegner – aber vielleicht doch kein endgültiger?

Jetzt jedenfalls schlägt die Initiative Alarm und warnt vor Plänen des Berliner Senats, das Bebauungsverbot zu kippen. Konkret hat der Senat dem Abgeordnetenhaus ein „Gesetz zur Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen“ vorgelegt, welches das Bauverbot zeit- und teilweise aufheben würde. Bis Ende 2019 sei demnach auf bestimmten ausgewiesenen Flächen der Bau von „mobilen Unterbringungseinheiten“, speziell „Leichtbau- oder Traglufthallen und Wohncontainer“ zu erlauben.

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