Polizeigewalt und Dallas: Das Aufrüsten wird weitergehen

Ein Kommentar von Robert Ott

Ich weiß, voreilige Schlüsse ziehen ist eine schlechte Angewohnheit – und doch muss bei den Schüssen in Dallas am gestrigen Abend davon ausgegangen werden, dass vermutlich gezielt Polizeibeamte attackiert und getötet wurden. Ein furchtbarer Angriff auf eine Polizeibehörde, die den Ruf hat, transparenter zu sein als viele andere – und ausgerechnet während die Polizist_innen das Recht der Community auf Protest schützten.

Die Schüsse, durch die fünf Polizeibeamte starben, wurden während einer Demonstration gegen Polizeigewalt abgegeben. In den vergangenen Tagen kamen kurz hintereinander zwei schwarze US-Amerikaner durch Schüsse von Polizisten ums Leben: in Minnesota der 32-jährige Philando Castile und in Louisiana der 37-jährige Alton Sterling.

Die Tat von Dallas wird alles noch viel schlimmer machen. Sie wird bei US-Polizeibeamten die Mentalität weiter legitimieren, dass ihre eigene Sicherheit und ihr eigenes Leben um ein vielfaches wertvoller sei als die der Menschen, die sie in ihrem Beruf täglich antreffen – völlig unabhängig von Verdacht, Schuld, Unschuld, Beweisen. Das wiederum wird viele Einwohner der USA in ihrer Wahrnehmung bestärken, dass die Polizei über dem Gesetz stehe und eine Gefahr darstelle, nicht eine schützende Behörde.

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Reddit: Das Anti-Facebook

What year is it? Die Startseite von Reddit sieht für 2016er Verhältnisse nicht gerade hip und modern aus

What year is it? Die Startseite von Reddit sieht für 2016er Verhältnisse nicht gerade hip aus

Für viele ist die Social Media-Seite Reddit das Anti-Facebook. Die Anonymität der User hält es weitgehend frei von Selbstinszenierung und betont dagegen Inhalte. Zur Account-Erstellung ist noch nicht einmal eine E-Mail-Adresse nötig, während Facebook schon bei der Registrierung um Adressbuch und Handynummer bettelt. Vielleicht am wichtigsten: Kein tief im Code verborgener Algorithmus formt den persönlichen Content-Feed zu einer gemütlichen Echo-Kammer immer derselben Meinungen; stattdessen liegt es ganz in der Hand der User_innen, sich in das Getümmel von unterschiedlichen Communities zu stürzen.

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