Indien setzt Zeichen für erneuerbare Energie: Riesen-Kohlekraftwerk wird nicht gebaut

Das Kraftwerk Neurath, größtest Kohlekraftwerk Deutschlands (Foto: Tetris L, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Das Kraftwerk Neurath, größtes Kohlekraftwerk Deutschlands (Foto: Tetris L, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Ende 2016 hatte Indien angekündigt, bis 2030 eine globale Supermacht in Sachen Solarenergie werden zu wollen. Jetzt folgen Taten: Wie der Independent berichtet, wurde der Bau eines geplanten sehr großen Kohlekraftwerks im Bundesland Gujarat nun gestoppt – zugunsten einer stärkeren Förderung von erneuerbaren Energien.

Das Kraftwerk mit einer geplanten Leistung von rund 4.000 Megawatt wäre demnach bereits das zweite so genannte ultra-mega power project oder UMPP in dem Bundesland gewesen. In der Größe wäre es vergleichbar zum nordrhein-westfälischen Kraftwerk Neurath – mit 4.400 Megawatt Leistung das größte deutsche und zweitgrößte europäische Kohlekraftwerk.

Die CO2-Einsparungen in Höhe von vermutlich 20 bis 30 Millionen Tonnen jährlich kann die gesamt-indische Klimabilanz dabei gut vertragen: Nach China und den USA ist Indien seit einigen Jahren der drittgrößte Produzent des Treibhausgases weltweit.

Energiewende in den USA: Atlanta will in 20 Jahren 100%-Ziel erreichen

Atlanta im US-Bundesstaat Georgia

Atlanta im US-Bundesstaat Georgia

Die globale Energiewende schwächelt in den letzten Jahren. Begleitend zum Aufstieg des Rechtspopulismus – etwa in den USA, England, Australien, Polen oder Ungarn – kommen Solarenergie, Windkraft und Co. unter Druck: Zum guten Ton „volksnaher“ Populisten gehört häufig eine Leugnung des Klimawandels und die Rückbesinnung auf fossile Brennstoffe. Kein Wunder: Donald Trump etwa hatte mit seinem Versprechen, den Bergbau zu „retten“ und Kohle wieder zu priorisieren, viele Wähler_innen gewonnen.

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Irland stoppt Investitionen in fossile Brennstoffe

Ein Foto eines Elektrizitätswerks.

Während in den USA sich ein Paradigmenwechsel abzeichnet und Klimawandel von staatlicher Seite bald nur noch als „Theorie“ behandelt werden könnte, geht Irland einen wichtigen Schritt in die andere Richtung: Der irische Staatsfonds wird wohl bald – in einem weltweit einzigartigen Schritt – alle Investitionen von fossilen Brennstoffen abziehen. Damit bezieht Irland klar und deutlich Position zugunsten erneuerbarer Energien.

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Goodbye, Kohle & Co: Projekte weltweit zielen auf 100% Versorgung durch erneuerbare Energie

San Diego bei Nacht: Bis 2035 will die kalifornische Stadt 100% Versorgung durch erneuerbare Energien erreichen - trotz Trump

San Diego bei Nacht: Bis 2035 will die Stadt 100% Versorgung durch erneuerbare Energien erreichen

Bye-bye, fossile Brennstoffe: Die Zeit von Kohle, Erdgas und Co. geht (sehr) langsam, aber sicher auf ihr Ende zu, während weltweit immer mehr Projekte auf eine komplette Versorgung durch erneuerbare Energien abzielen. Costa Rica hat’s vorgemacht – warum sollte das nicht auch woanders klappen?

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„Künstliches Blatt“: Neue Photosynthese-Zelle wandelt CO2 zu Treibstoff

Die Photosynthese-Zelle im Versuchsaufbau (Foto: University of Illinois at Chicago)

Die Photosynthese-Zelle im Versuchsaufbau (Foto: University of Illinois at Chicago)

Durchbruch in der Solarenergie-Forschung: Erstmals ist es Forscher_innen gelungen, mit Hilfe von Sonnenlicht COin brennbaren Treibstoff umzuwandeln. Das Team der University of Illinois at Chicago (UIC) hat eine Solarzelle entwickelt, die nicht nur schneller und effizienter arbeitet als bisherige Versuche der künstlichen Photosynthese von Brennstoff, sondern auch deutlich günstigere Rohstoffe verwendet. Das könnte den Weg öffnen zu einer breiten kommerziellen Anwendung der Methode.

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Solarturm in Nevada speichert Strom in geschmolzenem Salz

Das Crescent Dunes Solar Energy Project in Nevada (Foto: Amble auf Wikimedia, Ausschnitt, bearbeitet, Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Das Crescent Dunes Solar Energy Project im US-Bundesstaat Nevada (Foto: Amble auf Wikimedia, Ausschnitt, bearbeitet, Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Eine der großen Herausforderungen der globalen Energiewende liegt nicht nur im Bau von neuen und größeren Solaranlagen, sondern auch in den Bereichen Logistik und Infrastruktur. Strom aus konventionellen wie aus erneuerbaren Energien kann häufig nicht oder nur unzureichend gespeichert werden. Das führt mitunter zu paradoxen Situationen wie im Mai 2016: An einem besonders wind- und sonnenreichen Wochenende produzierten Wind- und Solarkraftanlagen auf Hochtouren. Weil gleichzeitig konventionelle Kraftwerke ihre Anlagen nicht drosselten, sank der Preis für diese Stromsorten zeitweise ins Negative.

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