Indien setzt Zeichen für erneuerbare Energie: Riesen-Kohlekraftwerk wird nicht gebaut

Das Kraftwerk Neurath, größtest Kohlekraftwerk Deutschlands (Foto: Tetris L, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Das Kraftwerk Neurath, größtes Kohlekraftwerk Deutschlands (Foto: Tetris L, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Ende 2016 hatte Indien angekündigt, bis 2030 eine globale Supermacht in Sachen Solarenergie werden zu wollen. Jetzt folgen Taten: Wie der Independent berichtet, wurde der Bau eines geplanten sehr großen Kohlekraftwerks im Bundesland Gujarat nun gestoppt – zugunsten einer stärkeren Förderung von erneuerbaren Energien.

Das Kraftwerk mit einer geplanten Leistung von rund 4.000 Megawatt wäre demnach bereits das zweite so genannte ultra-mega power project oder UMPP in dem Bundesland gewesen. In der Größe wäre es vergleichbar zum nordrhein-westfälischen Kraftwerk Neurath – mit 4.400 Megawatt Leistung das größte deutsche und zweitgrößte europäische Kohlekraftwerk.

Die CO2-Einsparungen in Höhe von vermutlich 20 bis 30 Millionen Tonnen jährlich kann die gesamt-indische Klimabilanz dabei gut vertragen: Nach China und den USA ist Indien seit einigen Jahren der drittgrößte Produzent des Treibhausgases weltweit.

Studie: EU muss Kohlekraftwerke bis 2030 schließen, um Pariser Klimavertrag einzuhalten

Ein Kraftwerk, Quelle: https://cdn.pixabay.com/photo/2013/03/01/18/50/blue-88068_960_720.jpg

Das Übereinkommen von Paris war ein Erfolg für Klimaschützer_innen weltweit: 195 Staaten hatten sich auf der Konferenz Ende 2015 ambitionierte Ziele gesetzt, um die Erderwärmung und den drohenden Klimawandel aufzuhalten.

Doch Absichten sind eine Sache; nachdem das Abkommen am 4. November 2016 in Kraft trat, müssen die Länder jetzt die tatsächlichen, massiven CO2-Reduktionen auf den Weg bringen. Das könnte vielleicht schwieriger sein, als bisher gedacht. Laut einer neuen Studie müssten alleine die EU-Staaten alle ihre Kohlekraftwerke bis zum Jahr 2030 abschalten, um die Ziele des Übereinkommens von Paris zu erreichen.

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Irland stoppt Investitionen in fossile Brennstoffe

Ein Foto eines Elektrizitätswerks.

Während in den USA sich ein Paradigmenwechsel abzeichnet und Klimawandel von staatlicher Seite bald nur noch als „Theorie“ behandelt werden könnte, geht Irland einen wichtigen Schritt in die andere Richtung: Der irische Staatsfonds wird wohl bald – in einem weltweit einzigartigen Schritt – alle Investitionen von fossilen Brennstoffen abziehen. Damit bezieht Irland klar und deutlich Position zugunsten erneuerbarer Energien.

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Chinas Kampf gegen die Kohle: 350 Milliarden Euro für erneuerbare Energien

Mittlerweile ein berühmtes Bild: Peking im August 2005, links nach einem Regenschauer und rechts voller Smog an einem normalerweise sonnigen Tag (Foto: Bobak, Lizenz: CC BY-SA 2.5)

Mittlerweile ein berühmtes Bild: Beijing im August 2005, links nach einem Regenschauer und rechts voller Smog an einem normalerweise sonnigen Tag (Foto: Bobak, Lizenz: CC BY-SA 2.5)

Boomland China: Seit den 90er Jahren ist das „Reich der Mitte“ auf einem rasanten Wachstumstrip. Der häufig nur halb scherzhaft als „staatlicher Turbo-Kapitalismus“ bezeichnete Kurs ist mörderisch, und das nicht nur für die landgeflohenen Arbeiter_innen, die für Hungerlöhne unsere Smartphones zusammenschrauben.  Auch die Natur des riesigen Landes zieht die rapide Industrialisierung in Mitleidenschaft, denn sie wird vor allem mit fossilen Brennstoffen vorangetrieben.

Kein Wunder, dass die großen chinesischen Millionenstädte und vor allem der 20-Millionen-Moloch Beijing seit Jahren mit starkem Smog zu kämpfen haben. Dass sich in den letzten zehn Jahren wenig gebessert hat, zeigt der Vergleich der oben gezeigten Fotos von 2005 und eines Videos, dass am 2. Januar 2017 auf Twitter viral ging. Der Brite Chas Pope fing hier im Zeitraffer ein, wie die Smogwolke innerhalb von 20 Minuten Beijings Innenstadt überrollt:

Doch damit soll, zumindest langfristig, Schluss sein: Wie der Guardian berichtet, hat China ein äußerst ambitioniertes Programm zur Förderung erneuerbarer Energien auf den Weg gebracht. In den nächsten vier Jahren (bis 2020) sollen so 2,5 Billionen Yuan (ca. 350 Milliarden Euro) an staatlichen Investitionen getätigt werden, die wiederum rund 3 Millionen Jobs in dem Sektor schaffen sollen.

Das sind große Ziele für einen vergleichsweise kurzen Zeitraum, die China aber auch nötig hat: Die chinesische Wirtschaft ist noch sehr stark von fossilen Brennstoffen abhängig. Selbst bei vollständiger Erfüllung des jetzt veröffentlichten Plans werden erneuerbare Energien im Jahr 2020 laut Guardian trotz allem nur rund 15 Prozent des chinesischen Energieverbrauchs decken. Von den Plänen anderer Länder, 100% ihres Verbrauchs mit renewables zu decken, ist China daher noch sehr weit entfernt.

Goodbye, Kohle & Co: Projekte weltweit zielen auf 100% Versorgung durch erneuerbare Energie

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Bye-bye, fossile Brennstoffe: Die Zeit von Kohle, Erdgas und Co. geht (sehr) langsam, aber sicher auf ihr Ende zu, während weltweit immer mehr Projekte auf eine komplette Versorgung durch erneuerbare Energien abzielen. Costa Rica hat’s vorgemacht – warum sollte das nicht auch woanders klappen?

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