Eine neue Kunstform: „MIDI Art“ ist eine Symbiose aus Zeichnung und Komposition

Ein Ausschnitt aus dem MIDI-Art-Stück "MIDI Drawing no. #11 - The Adventures of a Little Girl" von Mari Lesteberg (Screenshot von Youtube)

Ein Ausschnitt aus dem MIDI-Art-Stück „MIDI Drawing no. #11 – The Adventures
of a Little Girl“ von Mari Lesteberg (Screenshot von Youtube)

Die visuelle Darstellung von Musik, von Tönen und Tonabfolgen erfolgt klassischerweise durch Notenschrift – ein System, das sich aus Ursprüngen in der Antike über die Jahrtausende entwickelt hat und noch immer der Standard vor allem für so genannte „ernste“ Musik ist.

Doch im Computer-, Informations- und Kommunikationszeitalter ist die Beherrschung von Notenschrift zur Erstellung von Kompositionen nicht mehr zwingend erforderlich. Ein Großteil von Musik wird heute mit Hilfe so genannter Sequenzer geschrieben, Programme zur Kombination von Tönen, Melodien und Instrumenten. Während diese auch klassische Notation darstellen können, verwenden viele Künstler_innen stattdessen aber eine Ansicht, die auf der Klaviatur beruht und Tonhöhen und -längen in verschiedenen Strichen und Punkten darstellt.

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Back to Basics: „Line Wobbler“ ist ein experimentelles 1D-Videospiel

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Videospiele galten hierzulande noch bis weit in die 90er hinein als Kinderkram, pure Verblödung, lowest of the low in der Kulturindustrie. Dass auch sie eine Form von Kunst sind – mal Mainstream, mal Indie, mal artsy – ist in der deutschen und europäischen Kulturlandschaft ein noch relativ neues Sentiment.

Wie kunstvoll und faszinierend es aussehen kann, wenn innovative Designer mal back to basics gehen, anstatt neue Höchstleistungen in Photorealismus anzustreben, zeigt Line Wobbler. Der in London lebende Entwickler des experimentellen Spiels, Robin Baumgarten, nennt es „an experiment in minimalism“, was vor allem auf die Spiel-„Welt“ bezogen ist: Nicht in einer zwei- oder dreidimensionalen, sondern in einer eindimensionalen Umgebung findet das Abenteuer statt.

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Wie das N64 die Videospielwelt revolutionierte

Die Dreifaltigkeit: Super Mario 64, Goldeneye 007 und Zelda: Ocarina of Time (Foto: Robert Ott)

Die Dreifaltigkeit: Super Mario 64, Goldeneye 007 und Zelda: Ocarina of Time (Foto: Robert Ott)

Die 90er waren in Sachen Videospiele eine magische Zeit: Sie begannen (zumindest außerhalb Japans) mit den letzen Zügen des Nintendo Entertainment System und Super Mario Bros. 3 – für viele noch immer das beste 2D-Jump’n’Run aller Zeiten – und endeten mit der Konsole Dreamcast und dem unbekanntesten besten Spiel aller Zeiten, Shenmue. Segas unglückliche Bemühungen eröffneten Blicke in das neue Jahrtausend und die Zukunft der Gaming-Branche: Realismus, Open World, Internet-Multiplayer.

Als Videospiele die dritte Dimension lernten

In diesen kurzen zehn Jahren hatte 16-Bit-Gaming seine Blüte und seinen Herbst, und 3D-Spiele wandelten sich von hakelig steuerbaren, grobschlachtigen Frechheiten zu dem, was sie heute sind: Abenteuer in immersiven, realistischen oder fantastischen Welten. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatte das Nintendo N64 – eine Konsole, die kein technisches Wunderwerk war und mit 33 Millionen Einheiten auch nicht zu den all-time Topsellern gehört. Dafür hatte das N64 etwas anderes: Drei Spiele, die die Videospielwelt für immer verändern sollten.

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