Glossar „Alt Right“: Neue Rechte in den sozialen Medien – Social Justice Warrior (SJW)

Illustration zum Begriff Social Justice Warrior oder SJW

Die Abkürzung „SJW“ steht für social justice warrior oder deutsch: Krieger_in für soziale Gerechtigkeit.

In der Logik derjenigen, die ihn verwenden, ist der Begriff kein Angriff auf das generelle Konzept sozialer Gerechtigkeit, sondern eine vermeintlich entlarvende Bezeichnung für Individuen und Gruppen, die bestimmte soziale Ziele mit einem extremen, übermäßigen Eifer verfolgen und im Zuge dessen die Rechte und Freiheiten anderer Gruppen einschränken würden. In dieser Hinsicht war das Konzept des SJW anfangs mit dem Klischee der „Tumblrina“ verwandt. Dieses beschreibt eine naive, unreflektierte Userin der Blog-Plattform Tumblr, auf der ein linksliberaler, speziell LGBTQ- und transgenderfreundlicher Ton vorherrscht.

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Völkisch by Nature

Frauke Petry 2016 in München (Foto: Harald Bischoff, Ausschnitt, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Frauke Petry 2016 in München (Foto: Harald Bischoff, Ausschnitt, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Ein Kommentar von Robert Ott

Ein bisschen Sommerloch, ein bisschen Wahlkampf, ein bisschen Provokation: Frauke Petry wundert sich öffentlich, warum der Begriff „völkisch“ immer negativ konnotiert ist. Die Lügenpresse stürzt sich drauf und spekuliert über Hintergründe – ist Frau Petry etwa historisch völlig unbeleckt? Auf jeden Fall hat sie unrecht!

Volk, Volksgemeinschaft, völkisch – der Aufschwung für die neue, identitäre, „seriöse“ Rechte im Schwung von AfD und Pegida bringt Themen in den bundesdeutschen Mainstream-Medienzirkel von Leitartikeln und Talkshows, die vorher die völlig isolierte NPD beinahe alleine besetzte – abgesehen von ein paar Hinterbänklern und Überzeugungstäterinnen, die im Schatten der großen Parteien die real existierende, rassistische Basis in der deutschen Provinz bedienen durften und dürfen.

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AfD bleibt offen für die extreme Rechte

"Fuck AfD"-Graffiti in Berlin-Neukölln (Foto: Robert Ott)

„Fuck AfD“-Graffiti in Berlin-Neukölln (Foto: Robert Ott)

EIn Kommentar von Robert Ott

Schadenfreude ist eine niedere Form der Freude – aber dennoch kann ich mir ein Schmunzeln meist nicht verkneifen, wenn (aus meiner bescheidenen Sicht) Idioten sich gegenseitig an die Gurgel gehen. So ging’s mir bei der Selbstzerfleischung der NPD oder bei Trumps letztem Fauxpas. Nur bei der AfD bleibt mir das Lachen manchmal im Halse stecken – weil Grabenkämpfe und interne Revolten diese einstige wirtschaftsorientierte „Anti-Euro-Partei“ zu einem veritablen Sammelbecken für seriös posierende Rechtsextremisten gemacht hat. Das Ziel: Die Salonfähigkeit von fremden- und demokratiefeindlichen Positionen.

Dasselbe Muster jetzt in Sachsen-Anhalt: Dort hat mit André Poggenburg ein strammer Rechtsnationaler den Landesvorsitz inne, der die Identifikation mit völkischer Ideologie nicht scheut. Unter der Führung von Daniel Roi, dem parlamentarischen Geschäftsführer der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt, wandte sich eine Gruppe von Abgeordneten im Juni gegen einen weiteren Rechtsruck der Partei und forderte eine klare Abgrenzung von NPD, identitärer Bewegung und anderen rechtsextremen Strömungen. Dafür sprach der Vorstand der Landespartei Roi jetzt eine Rüge aus.

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Teilnehmer an Legida-Demonstration mit NSU-Luftballon

Bei einer Demonstration des Leipziger Pegida-Ablegers Legida am gestrigen Donnerstag führte ein Teilnehmer offenbar einen Luftballon mit der Aufschrift „NSU“ (Abkürzung für die Terror-Gruppierung Nationalsozialistischer Untergrund) mit sich. Das berichtet der Twitter-Account Straßengezwitscher LE, der ein Foto der Szene getweetet hat. Auch die Leipziger Internet Zeitung erwähnt den Vorfall in einem Nachbericht. Ein anderes in sozialen Medien zirkulierendes Foto von einem weiteren Ballon mit der Aufschrift „BRD“ lässt auch die Möglichkeit zu, dass es sich um ein satirisch-provokantes Statement gehandelt haben könnte.

Rechtspopulisten sind offen für Rechtsaußen

Überraschen würde aber auch eine direkte Bezugnahme nicht. Denn so sehr die neuen rechtspopulistischen Bewegungen sich um einen bürgerlichen Anstrich bemühen, wird doch immer wieder deutlich, dass zu ihren Unterstützer_innen lupenreine Rassisten und Rechtsextreme gehören, deren Teilnahme offensichtlich wohlwollend geduldet wird.

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Kristina Schröder verlässt 2017 die Bundespolitik – ein „Best of“ der ex-Ministerin

Kristina Schröder 2010 (Foto: Flickr-User Thomas Vogt)

Kristina Schröder 2010 (Foto: Flickr-User Thomas Vogt)

Kristina Schröder, von 2009 bis 2013 CDU-Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und seitdem unauffällige Bundestagsabgeordnete, hat gestern angekündigt, 2017 nicht mehr für dieses Amt zu kandidieren. Grund genug, einen leicht polemischen Blick zu werfen auf das umstrittene politische Vermächtnis Schröders, die in ihrer Amtszeit kaum ein Aufreger-Thema ausließ – und selten eine positive Resonanz erwirkte.

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