USA: Republikanischer Abgeordneter als Gründer einer frauenfeindlichen Community entlarvt

Ein Screenshot von Robert Fishers Webseite electfisher.org

Ein Screenshot von Robert Fishers Webseite electfisher.org (Unkenntlichmachung von Fünftagewoche)

Hass existiert, in der realen Welt wie im Internet, in vielen Formen: Hass auf Minderheiten, auf Andersdenkende, auf Menschen aus dem LGBTQ-Spektrum, auf Übergewichtige – und natürlich auch Hass auf Frauen. Eine der berüchtigsten frauenfeindlichen Communities im englischsprachigen Internet ist das Reddit-Forum „The Redpill“. Deren anonymer Gründer wurde gestern von einer US-amerikanischen Webseite enttarnt – als republikanischer Abgeordneter im Parlament des US-Bundesstaates New Hampshire.

Weiterlesen

United Airlines provoziert einen Shitstorm biblischen Ausmaßes – jetzt auch in China

 

United Airlines hat ein PR-Problem. Erst war es relativ klein, jetzt ist es groß – so groß, dass es unter Umständen andauernde Auswirkungen auf Image und Wirtschaftlichkeit der drittgrößten Fluggesellschaft der Welt haben könnte.

Es begann gestern Abend (europäische Zeit), als erste Videos und Posts in den sozialen Medien auftauchten. Aufgrund der Überbuchung eines Fluges von Chicago nach Louisville suchte das Bordpersonal nach Freiwilligen, die für 200 US-Dollar Prämie und eine Hotelübernachtung bereit gewesen wären, auf ihre Plätze zu verzichten. United benötigte die Plätze außerdem, da eine zweite Bordcrew einen folgenden Flug erreichen musste.

Weiterlesen

Neuer Algorithmus erkennt Fake Accounts in sozialen Medien

Ein Beispielbild für Social Media

Die sozialen Medien haben sich in den letzten Jahren zu einem der Hauptschauplätze politischer Auseinandersetzung entwickelt. Hier organisierte sich der „Arabische Frühling“, hier tummelt sich die neue rechte Bewegung Alt Right und hier formiert sich auch ein Teil des Widerstandes gegen Donald Trumps zweifelhafte Politik. In diesem Kampf „gewinnt“ nicht selten der, der am lautesten schreit – oder mit den meisten Stimmen. Deswegen ist dies auch ein Kampf der Bots und der fake accounts. In den USA werden sie sock puppets genannt: Puppen, von einer einzigen Person kontrolliert.

Weiterlesen

r/Place: Tausende Reddit-User erzeugen ein kollaboratives Kunstwerk

Ein Screenshot von reddit.com/r/place

Ein Screenshot von reddit.com/r/place

Schwarmintelligenz oder mob mentality, viraler Hit oder Shitstorm – wenn in den sozialen Medien täglich Millionen User mit- und untereinander agieren, ist der Ausgang oft unvorhersehbar. Manchmal überrascht das Netz aber auch – so wie jetzt bei dem sozialen Experiment „Place“ auf Reddit. Die vor allem in den USA sehr beliebte Social Media-Seite ist eine Plattform für thematische, von Usern selbst verwaltete Foren.

Die Idee von Place: Es gab auf www.reddit.com/r/place einen canvas, eine leere digitale Leinwand. Reddit-User – aber nur solche, deren Accounts vor dem Launch von Place schon existierten – durften hier Pixel platzieren. Nach einem Pixel musste jeder User allerdings ein cool down von zunächst zehn, später nur noch drei Minuten abwarten, bevor der nächste Pixel gesetzt werden durfte. Nach 72 Stunden Laufzeit endete Place heute abend gegen 19 Uhr.

Weiterlesen

„I love you, robot“ – Kleines Mädchen denkt, ein alter Boiler wäre ein Roboter

Dieser "Roboter" hat's der kleinen Rayna angetan (Screenshot von Youtube)

Dieser „Roboter“ hat’s der kleinen Rayna angetan (Screenshot von Youtube)

Die Netzgemeinde schmilzt heute morgen dahin dank eines Videos: „Rayna meets a robot“ heißt der 35 Sekunden kurze Clip, der ein kleines Mädchen im Gespräch mit einem „Roboter“ zeigt. Dieser steht etwas verloren am Straßenrand und war in seinem vorherigen Leben wohl ein Warmwasser-Boiler. Ein weißes Panel mit zwei großen Scheibenformen weckt Assoziationen mit einem Gesicht oder zumindest Augen.

Rayna ist jedenfalls überzeugt und begrüßt den Roboter, dessen „Gesicht“ etwas im Wind zu wippen scheint. Anschließend umarmt sie ihn und sagt zum Abschied „I love you, Robot“. Furchtbar süß!

Weiterlesen

Eine neue Kunstform: „MIDI Art“ ist eine Symbiose aus Zeichnung und Komposition

Ein Ausschnitt aus dem MIDI-Art-Stück "MIDI Drawing no. #11 - The Adventures of a Little Girl" von Mari Lesteberg (Screenshot von Youtube)

Ein Ausschnitt aus dem MIDI-Art-Stück „MIDI Drawing no. #11 – The Adventures
of a Little Girl“ von Mari Lesteberg (Screenshot von Youtube)

Die visuelle Darstellung von Musik, von Tönen und Tonabfolgen erfolgt klassischerweise durch Notenschrift – ein System, das sich aus Ursprüngen in der Antike über die Jahrtausende entwickelt hat und noch immer der Standard vor allem für so genannte „ernste“ Musik ist.

Doch im Computer-, Informations- und Kommunikationszeitalter ist die Beherrschung von Notenschrift zur Erstellung von Kompositionen nicht mehr zwingend erforderlich. Ein Großteil von Musik wird heute mit Hilfe so genannter Sequenzer geschrieben, Programme zur Kombination von Tönen, Melodien und Instrumenten. Während diese auch klassische Notation darstellen können, verwenden viele Künstler_innen stattdessen aber eine Ansicht, die auf der Klaviatur beruht und Tonhöhen und -längen in verschiedenen Strichen und Punkten darstellt.

Weiterlesen

Digitaler Widerstand gegen Trump: NASA und US-Umweltbehörde starten alternative Twitter-Accounts

Donald Trump und sein Team verloren keine Zeit: Unmittelbar nach der Amtseinführung unterzeichnete der neue US-Präsident eine ganze Liste von so genannten executive orders, direkte Anweisungen, die der Präsident ohne Unterstützung des Kongresses erlassen kann. Damit leitete er unter anderem den Rückzug der USA vom TPP-Handelsabkommen ein, erschwerte Förderungen für Organisationen, die Abtreibung befürworten, erhöhte die „Sicherheit“ der Grenze zu Mexiko und ließ zwei gestoppte kontroverse Pipeline-Projekte wieder anlaufen.

Andere Änderungen an Erscheinungsbild und policy der US-Präsidentschaft waren etwas subtiler, aber ebenso zügig umgesetzt: Bereits wenige Stunden nach der Amtseinführung verschwand eine Webseite zum Thema Klimawandel spurlos von dem Auftritt des Weißen Hauses. Die Botschaft ist klar und deutlich: Von nun an wird die US-Regierung den Klimawandel nicht mehr als das behandeln, was er ist – belegter Fakt und wissenschaftlicher Konsens weltweit –, sondern als eine „Theorie“ unter vielen.

Weiterlesen

„Yolocaust“ – Provokante Kunstaktion zum Umgang mit dem Holocaust-Mahnmal

Eine der Fotomontagen (Screenshot von yolocaust.de)

Eine der Fotomontagen (Screenshot von yolocaust.de)

Es ist einer der touristischen Hotspots von Berlin: das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, auch Holocaust-Mahnmal genannt. Der Stararchitekt Peter Eisenman konzipierte das rund 19.000 Quadratmeter große Gelände, das seit 2005 globale Bekanntheit erlangt hat.

Mit den vielen Besucher_innen aus aller Welt wuchs aber auch ein Problem: Das Denkmal wird als Hintergrund für Selfies oder andere Fotos verwendet, auf den Betonquadern wird herumgeklettert oder -gesprungen. Dieser Umgang mit einem Ort des Gedenkens wird von manchen als respektlos, pietätlos oder unsensibel kritisiert.

Weiterlesen

Glossar „Alt Right“: Neue Rechte in den sozialen Medien – Echokammer

Eine Illustration für den Eintrag "Echokammer" im Glossar "Alt Right" - Neue Rechte in den sozialen Medien

Der erste Artikel in dieser Reihe im neuen Jahr 2017 behandelt keinen konkreten Begriff oder Code innerhalb der Alt Right, sondern eine der technologischen Voraussetzungen für das Aufkommen und Erstarken dieser neuen rechten Bewegung: Die so genannte Echokammer.

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Akustik und der Tontechnik und beschreibt einen Raum, der zu Aufnahmezwecken speziell konstruiert wurde, um einen Halleffekt zu erzeugen.

Im Social Media-Kontext wird mit dem Begriff Echokammer (auch Filterblase, englisch echo chamber oder filter bubble) der Zustand beschrieben, dass User_innen online häufig ausschließlich solche Inhalte und Meinungen präsentiert bekommen, denen sie ohnehin zustimmen.

Weiterlesen

Glossar „Alt Right“: Neue Rechte in den sozialen Medien – Die dreifache Klammer

Dreifache Klamern oder "triple parentheses"

Die dreifache Klammer (englisch triple parentheses) ist ein Code, der in antisemitischen Kreisen innerhalb der Alt Right genutzt wird, um die Namen von Menschen (tatsächlich oder vermeintlich) jüdischer Herkunft in Texten zu kennzeichnen. Er erinnert auf fatale Weise an den so genannten „Judenstern“, den Menschen jüdischer Abstammung während des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland tragen mussten.

Weiterlesen