Künstliche Intelligenz: Facebook-Forscher schalten AI ab, nachdem es eine eigene Sprache erfand

Beispielbild für künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz, hochentwickelte Roboter, stetiger technologischer Fortschritt – eine tolle Sache, oder? Bald, so die Hoffnung, werden uns intelligente Maschinen die lästige Lohnarbeit abnehmen. Die Produktivität wird rasant steigen und mit ein paar richtigen Entscheidungen können alle Menschen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen in Frieden und Wohlstand leben.

Soweit zumindest die Utopie. Es gibt natürlich auch Nörgler und Pessimisten, die erwarten, dass der Turbokapitalismus auf der Weg zum totalen Profit einen Großteil der Menschheit ökonomisch abhängen wird – die dystopische Variante.

Es gibt allerdings noch einen dritten Weg – oder eher, zwei mögliche dritte Wege. Sie hängen zusammen mit dem futurologischen Konzept der technologischen Singularität – und sie erklären, warum vor wenigen Tagen die Nachricht interessiert aufgenommen wurde, dass Facebook-Forscher eine künstliche Intelligenz abschalteten, nachdem sie ihre eigene Sprache entwickelt hatte.

Bob & Alice talking about things

Dem Digital Journal zufolge unterhielten sich in dem Forschungsprojekt die beiden AI agents Bob und Alice miteinander. Sie sollten aushandeln – in englischer Sprache – wie sie bei der Erfüllung einer Aufgabenstellung vorgehen sollten. Das ging gut, bis Bob sagte: „I can i i everything else“, worauf Alice antwortete mit „balls have zero to me to me to me“.

In der Logik der künstlichen Intelligenz ergab diese für Menschen unverständliche Sprachmutation mehr Sinn, als sich weiterhin in traditionellem Englisch zu unterhalten. Spekulationen zufolge ist der Austausch eine Unterhaltung über Quantitäten von virtuellen Gegenständen.

Behold, the singularity

Manchen Futurologen machen Vorfälle dieser Art allerdings ganz schön Bauchschmerzen: Sie gehen davon aus, dass im Feld der künstlichen Intelligenz eine Art Quantensprung kurz bevorsteht. Ab einem bestimmten Zeitpunkt würde innerhalb von Tagen, Stunden oder gar Minuten oder Sekunden die Leistung von AIs extrem ansteigen und eine nahezu allwissende und allmächtige technologische Singularität entstehen.

Falls das passiert – oder vielleicht eher, wenn das letztlich passiert – wird diese Singularität eine Macht entwickeln, die Menschen nicht mehr kontrollieren können. Hier spaltet sich dieser dritte Weg in zwei Möglichkeiten: Entweder, die Singularität dient den Menschen und ermöglicht uns ein völlig sorgenfreies Leben, vielleicht gar die Unsterblichkeit unserer Bewusstseinsformen.

Oder aber: Die AI erkennt, dass Menschen ein Hindernis und ein Übel sind – für die Intelligenz, für den Fortschritt, für die Erde, pick one – und bringt uns alle in kürzester Zeit um, garantiert ohne Gewissensbisse. Skynet lässt grüßen! Zu den prominentesten Stimmen, die davor warnen, dass zu mächtige künstliche Intelligenzen eine Gefahr für die Menschheit bedeuten könnten, gehört unter anderem der weltbekannte Physiker Stephen Hawking.

AI – besser zu dumm als zu klug?

Deswegen also erzeugt eine solche Nachricht viel Unbehagen: Weil die Entwicklung einer Sprache, die nur künstliche Intelligenzen verstehen können, ein sehr entscheidender Schritt sein könnte hin zu einer posthumanen Gesellschaft – im schlechtesten Sinne. Wer sich tiefer in dieses faszinierende Thema einlesen möchte, der_dem sei der Blog Wait But Why empfohlen, der AI und Singularität in mehreren Posts behandelte.

Google meets Raspberry Pi: Selbstbau-Kit für „Google Home“-Assistent

Nach dem Basteln: Ein Pi-Google Home im Eigenbau (Screenshot von Youtube)

Nach dem Basteln: Ein Pi-Google Home im Eigenbau (Screenshot von Youtube)

„Home“ heißt Googles Antwort auf den Trend zu sprachgesteuerten digitalen Assistenten: Ein formschönes, weißes Gerät, das durch die Integration von Google-Diensten nach Aufforderung alle möglichen Aufgaben erledigen kann. Das funktioniert auch ziemlich gut, meint chip.de im Test, und könnte Amazon Echo gut Konkurrenz machen. In den USA ist Google Home zum Preis von 129 US-Dollar (rund 120 Euro) bereits erhältlich.

Wer das etwas zu teuer findet für wenig mehr als eine Rechner-Einheit, ein Mikrofon und einen Lautsprecher, kann frohlocken: In Zusammenarbeit mit der Raspberry Pi Foundation, Machern des „30-Dollar-Computers“ Raspberry Pi, hat Google jetzt einen Selbstbau-Kit herausgebracht. Das Besondere: Der Bausatz wird mit der neuesten Ausgabe des offiziellen Pi-Magazins MagPi vertrieben – so wie früher die Detektiv-Sets oder Urzeit-Krebse in Yps- und Micky Maus-Heften.

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Apps für Geflüchtete: Sprache, Orientierung, Teilhabe

Wir erinnern uns: „Geflüchtete mit Smartphones? Und die wollen hilfsbedürftig sein?“ Die meisten dieser Stimmen sind mittlerweile zum Glück verstummt, seit einer breiten Mehrheit in Politik und Gesellschaft bewusster wird, dass ein Internetzugang kein Luxus ist, sondern Menschenrecht sein sollte. Im Gegenteil: Viele Unternehmen und Initiativen nehmen die relativ breite Digitalisierung der Ankommenden – rund 80% sollen Zugang zu Smartphones haben – als Anlass, Hilfs-Apps zu programmieren, um Informationen und Unterstützung schnell und einfach zu verbreiten. Eine Auswahl:

 

Sprache

Viele der Apps widmen sich der Aufgabe, die Sprachbarriere etwas zu verringern. In RefuChat beispielsweise kann aus einer Liste viel benutzter Phrasen ausgewählt werden, die anschließend übersetzt und per Text oder Sprachausgabe ausgegeben werden. Das Programm beherrscht unter anderem Deutsch, Englisch und Arabisch und beruht auf dem crowdgefundeten und -gesourcten Projekt Refugee Phrasebook. Eher auf dem nachhaltigen Erlernen von Deutsch als Zweitsprache für Erwachsene liegt der Fokus der App phase6, die in Zusammenarbeit mit dem renommierten Fremdsprachenverlag Hueber veröffentlicht wurde.

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