Ist das vegan? Restaurants und Schubladen

Krawummel in Münster (Foto: Robert Ott)

Krawummel in Münster (Foto: Robert Ott)

In einem Artikel für die Washington Post stellte eine Autorin vor einigen Tagen ein neues, veganes Restaurant in der Stadt vor – mit dem Aufhänger, dass dort jede Erwähnung des Wortes „vegan“ vermieden werde. Zu oft, so der Inhaber, werde man damit in eine Schublade gesteckt. Gäste würden sein Restaurant gar nicht betreten oder nur mit der Erwartung, auf „einiges verzichten zu müssen“. Stattdessen bezeichnet er seine Speisen als „100% plant based“.

Auch in Deutschland gibt es das hin und wieder, beispielsweise in Münster. 2013 eröffnete hier Krawummel, das erste rein pflanzliche Restaurant der Stadt. Auch dort wird man das Wort „vegan“ vergeblich suchen. In einem Interview weichen die Eigentümer_innen der Frage nach der „Schublade Vegan“ zunächst aus und betonen, dass sie nicht nur eine bestimmte Klientel anziehen wollen. Das funktioniert: An einer belebten Einkaufsstraße gelegen, bekommt der freundlich und hip eingerichtete Laden sehr viel Laufpublikum aller Altersklassen.

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Ethik und Öko: „Falsches“ vs. „natürliches“ Fleisch

Getrockneter Tofu - noch "fake" oder schon "natürlich"? (Foto: Wikipedia-User Sltan)

Tofu – schon „fake“ oder noch „natürlich“? (Foto: Wikipedia-User Sltan, Ausschnitt)

Eine der häufigsten Diskussionen zwischen Menschen, die vegan leben und solchen, die das nicht tun, dreht sich um fake meat – das „falsche“ Fleisch, Ersatzprodukte, pflanzliche Burger, Wurst und Käse. Impliziert wird häufig, dass man mit veganer Ernährung doch (mutmaßlich) so viel richtig mache in Sachen Nachhaltigkeit und Gesundheit – warum dann etwas „Unnatürliches“ zu sich nehmen? Auch die Medien schießen gerne mit: „So ungesund ist vegetarischer Fleischersatz“, schreibt etwa jüngst der Kölner Stadt-Anzeiger. Das beliebte Argument: Wenn sie schon nicht so gut schmeckten, sollten die Produkte doch „wenigstens“ gesünder sein als echtes Fleisch.

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