Glossar „Alt Right“: Neue Rechte in den sozialen Medien – Social Justice Warrior (SJW)

Illustration zum Begriff Social Justice Warrior oder SJW

Die Abkürzung „SJW“ steht für social justice warrior oder deutsch: Krieger_in für soziale Gerechtigkeit.

In der Logik derjenigen, die ihn verwenden, ist der Begriff kein Angriff auf das generelle Konzept sozialer Gerechtigkeit, sondern eine vermeintlich entlarvende Bezeichnung für Individuen und Gruppen, die bestimmte soziale Ziele mit einem extremen, übermäßigen Eifer verfolgen und im Zuge dessen die Rechte und Freiheiten anderer Gruppen einschränken würden. In dieser Hinsicht war das Konzept des SJW anfangs mit dem Klischee der „Tumblrina“ verwandt. Dieses beschreibt eine naive, unreflektierte Userin der Blog-Plattform Tumblr, auf der ein linksliberaler, speziell LGBTQ- und transgenderfreundlicher Ton vorherrscht.

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Besuch vom FBI: Reddit löscht „Kanarienvogel-Statement“ aus Transparenzbericht

Ein Beispiel für ein Kanarienvogel-Statement, auch bekannt als "warrant canary"

Ein Beispiel für ein Kanarienvogel-Statement oder „warrant canary“

Die Administratoren der Social Media-Seite Reddit haben gestern ihren Transparency Report für 2015 veröffentlicht, der Auskunft gibt über die Speicherung oder Verwendung von Daten und die Wahrung der User-Privatsphäre. Es ist nach 2014 der zweite Report dieser Art des US-Unternehmen, und er bekommt einige Aufmerksamkeit wegen eines Textbausteins – der nicht im Text steht. Reddit ließ in dem Bericht ein so genanntes „Kanarienvogel-Statement“ weg, auf englisch warrant canary, und weist damit auf die Tatsache hin, dass die US-Regierung in einer geheimen Anfrage die Herausgabe von Daten durch Reddit erwirkt hat.

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Reddit: Das Anti-Facebook

What year is it? Die Startseite von Reddit sieht für 2016er Verhältnisse nicht gerade hip und modern aus

What year is it? Die Startseite von Reddit sieht für 2016er Verhältnisse nicht gerade hip aus

Für viele ist die Social Media-Seite Reddit das Anti-Facebook. Die Anonymität der User hält es weitgehend frei von Selbstinszenierung und betont dagegen Inhalte. Zur Account-Erstellung ist noch nicht einmal eine E-Mail-Adresse nötig, während Facebook schon bei der Registrierung um Adressbuch und Handynummer bettelt. Vielleicht am wichtigsten: Kein tief im Code verborgener Algorithmus formt den persönlichen Content-Feed zu einer gemütlichen Echo-Kammer immer derselben Meinungen; stattdessen liegt es ganz in der Hand der User_innen, sich in das Getümmel von unterschiedlichen Communities zu stürzen.

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