„Real Vegan Cheese“ – Biohacker arbeiten an synthetischem Käse

Fleisch, Eier, Shrimps – die biotechnologische Forschung zu rein pflanzlichen Imitationen von tierischen Lebensmitteln boomt. Anders als die meisten dieser Projekte, die mit viel Aufwand, Investoren-Geld und PR betrieben werden, wirkt Real Vegan Cheese erfrischend sympathisch. Eine kleine, bunt gemischte Community von selbst ernannten Biohackern arbeitet an dem Projekt – die Erzeugung von „echtem veganem Käse“ – komplett in ihrer Freizeit.

Weiterlesen

Back the Veg #4 – Aktuelle vegane Crowdfunding-Projekte auf Kickstarter

Crowdfunding von/für Veganer_innen, die Vierte: Dieser Artikel stellt einige interessante Projekte vor, die zur Zeit auf der Plattform Kickstarter um Unterstützung werben.

Vegane DIY-Käse-Kits

Vegane Käse-Kits von Urban Cheesecraft

Vegane Käse-Kits von Urban Cheesecraft

Den Anfang machen die DIY-Käse-Baukästen von Urban Cheesecraft. Während fleischähnliche vegane Ersatzprodukte bereits seit langem existieren, sind vegane Käseprodukte eine zentrale Innovation der letzten fünf Jahre. Marken wie Wilmersburger gibt es mittlerweile auch in vielen Supermarkt-Ketten.

Weiterlesen

Ist das vegan? Restaurants und Schubladen

Krawummel in Münster (Foto: Robert Ott)

Krawummel in Münster (Foto: Robert Ott)

In einem Artikel für die Washington Post stellte eine Autorin vor einigen Tagen ein neues, veganes Restaurant in der Stadt vor – mit dem Aufhänger, dass dort jede Erwähnung des Wortes „vegan“ vermieden werde. Zu oft, so der Inhaber, werde man damit in eine Schublade gesteckt. Gäste würden sein Restaurant gar nicht betreten oder nur mit der Erwartung, auf „einiges verzichten zu müssen“. Stattdessen bezeichnet er seine Speisen als „100% plant based“.

Auch in Deutschland gibt es das hin und wieder, beispielsweise in Münster. 2013 eröffnete hier Krawummel, das erste rein pflanzliche Restaurant der Stadt. Auch dort wird man das Wort „vegan“ vergeblich suchen. In einem Interview weichen die Eigentümer_innen der Frage nach der „Schublade Vegan“ zunächst aus und betonen, dass sie nicht nur eine bestimmte Klientel anziehen wollen. Das funktioniert: An einer belebten Einkaufsstraße gelegen, bekommt der freundlich und hip eingerichtete Laden sehr viel Laufpublikum aller Altersklassen.

Weiterlesen

Vegane „Labor-Shrimps“ gegen moderne Sklaverei

Erst Fleisch und Eier, jetzt Shrimps: Biotechnologisch erzeugte Ersatzstoffe für tierische Nahrungsmittel gelten als eines der next big things. Wie beim „Rindfleisch“ von Memphis Meats und dem „echten Eiweiß“ von Clara Foods geben sich auch New Wave Foods nicht damit zufrieden, aus pflanzlichen Zutaten etwas zu mixen, das in etwa so schmeckt wie ein Shrimp. Stattdessen verwenden diese neuen fake meat-Hersteller teils aufwendige Verfahren, um ein bestimmtes Nahrungsmittel zu synthetisieren. New Wave Foods nutzen dabei Rotalgen als Grundlage, ein von Shrimps bevorzugtes Futter, das ihnen ihre charakteristische pinke Färbung verleiht.

Weiterlesen

Save the Chicken: Vegane Ei-Alternativen

Eine No Egg-Packung (Foto: Robert Ott)

Eine Packung No Egg (Foto: Robert Ott)

Eines der wenigen beliebten Gerichte, für das es keine überzeugende vegane Alternative gibt, ist das Spiegelei. Die Kombination von Eiweiß und separatem Eigelb, mit der richtigen Konsistenz, passendem Geschmack und einem ähnlichen Verhalten in der Bratpfanne ist anscheinend zu komplex, um sie zuverlässig nachzuahmen.

Was reines Eiweiß angeht, Zutat für viele Rezepte gerade beim Backen, sieht es schon viel besser aus. Neben den vielen „natürlichen“ Nahrungsmitteln, die eines oder mehrere Eier ersetzen können wie etwa Speisestärke, Apfelmus, eine Banane oder Seidentofu, gibt es auch dezidierten veganen Ei-Ersatz. Diese Produkte, beispielsweise No Egg, The Vegg oder VeganEgg, sind meist Pulver zum Anrühren und versuchen, einem aufgeschlagenen Ei in Nährstoffen, Kochverhalten und Geschmack so nahe wie möglich zu kommen. Für letzteres enthalten die meisten das so genannte schwarze Salz Kala Namak, das einen sehr schwefligen und Eiern nicht unähnlichen Geruch besitzt.

Weiterlesen

Back The Veg #3 – Aktuelle vegane Crowdfunding-Projekte auf Kickstarter

Wie regelmäßigen Leser_innen bekannt sein dürfte, stelle ich in dieser Reihe regelmäßig innovative und erwähnenswerte Crowdfunding-Projekte mit Bezug zu Veganismus vor. Hier also Teil 3 von Back The Veg mit einem Blick auf vegane Ideen, die finanziert werden wollen:

Screenshot des Pachakuti Foods-Quinoa Milch-Kickstarters

Screenshot des Quinoa Milch-Kickstarters von Pachakuti Foods

Gleich mehrfach lobenswert ist ein Kickstarter für Quinoa-Milch, denn das Startup Pachakuti Foods will damit nicht nur eine weitere pflanzliche Milch-Alternative neben Soja, Reis, Mandel, Hafer etc. anbieten, sondern auch den fairen Handel mit peruanischen Farmer_innen fördern. Zusätzlich hilft das Projekt, die Vielfalt von Quinoa zu bewahren: Laut Pachakuti kaufen Exporteure in Peru nur fünf Quinoa-Varianten für den weltweiten Mark ein – es existieren aber über 3000 Arten, die für die Flora und Fauna der Anden eine zentrale Rolle spielen. Der Kickstarter läuft noch vier Tage und ist bereits bei knapp über 100% Funding angelangt.

Weiterlesen

Ethik und Öko: „Falsches“ vs. „natürliches“ Fleisch

Getrockneter Tofu - noch "fake" oder schon "natürlich"? (Foto: Wikipedia-User Sltan)

Tofu – schon „fake“ oder noch „natürlich“? (Foto: Wikipedia-User Sltan, Ausschnitt)

Eine der häufigsten Diskussionen zwischen Menschen, die vegan leben und solchen, die das nicht tun, dreht sich um fake meat – das „falsche“ Fleisch, Ersatzprodukte, pflanzliche Burger, Wurst und Käse. Impliziert wird häufig, dass man mit veganer Ernährung doch (mutmaßlich) so viel richtig mache in Sachen Nachhaltigkeit und Gesundheit – warum dann etwas „Unnatürliches“ zu sich nehmen? Auch die Medien schießen gerne mit: „So ungesund ist vegetarischer Fleischersatz“, schreibt etwa jüngst der Kölner Stadt-Anzeiger. Das beliebte Argument: Wenn sie schon nicht so gut schmeckten, sollten die Produkte doch „wenigstens“ gesünder sein als echtes Fleisch.

Weiterlesen

Reddit: Das Anti-Facebook

What year is it? Die Startseite von Reddit sieht für 2016er Verhältnisse nicht gerade hip und modern aus

What year is it? Die Startseite von Reddit sieht für 2016er Verhältnisse nicht gerade hip aus

Für viele ist die Social Media-Seite Reddit das Anti-Facebook. Die Anonymität der User hält es weitgehend frei von Selbstinszenierung und betont dagegen Inhalte. Zur Account-Erstellung ist noch nicht einmal eine E-Mail-Adresse nötig, während Facebook schon bei der Registrierung um Adressbuch und Handynummer bettelt. Vielleicht am wichtigsten: Kein tief im Code verborgener Algorithmus formt den persönlichen Content-Feed zu einer gemütlichen Echo-Kammer immer derselben Meinungen; stattdessen liegt es ganz in der Hand der User_innen, sich in das Getümmel von unterschiedlichen Communities zu stürzen.

Weiterlesen

Schweinefleischpflicht und Leitkultur: Die Diktatur der Mettheit

Heiner Rickers, CDU Schleswig-Holstein, Agrarökonom, schaute jüngst auf sein Land – und es gefiel ihm nicht. Er sah Fenchel und Falafel, Börek und Blumenkohl – aber immer seltener Mett und Kotelett. Was nicht sein darf, kann nicht sein; ist das noch Deutschland? Ein Antrag sollte das wieder geraderücken: Die SPD-Landtagsregierung solle doch bitte dafür sorgen, dass Schweinefleisch in öffentlichen Kantinen sowie im Angebot von Schulen und Kitas serviert würde – dem Ton nach anscheinend obligatorisch.

Der derzeitige Zustand ist ganz klar unhaltbar: Eine Berufsschule in Itzehoe sowie mindestens eine Kita (davon hat Schleswig-Holstein rund 1400) in jedem Wahlkreis des Landes seien bereits schweinefrei. Es ist also quasi nur eine Frage der Zeit, bis Fräulein Ayşe in der Eckernförder Kita Sonnenkinder die IS-Flagge aus der Besenkammer holt.

Weiterlesen

Back the Veg #2 – Aktuelle vegane Crowdfunding-Projekte auf Kickstarter

Nach der ersten Ausgabe von „Back the Veg“ Anfang Januar folgt hier Teil zwei der Serie, in der ich aktuelle Crowdfunding-Projekte aus dem Bereich Veganismus auf der Plattform Kickstarter vorstelle. Sehr viel hat sich dort nicht getan in den letzten Wochen: Keine großen, global orientierten Produkte buhlten um die Gunst der wohltätigen Massen. Stattdessen scheinen zur Zeit vor allem kleine Restaurants und Bars zu versuchen, ihr Start- oder Erweiterungskapital auf Kickstarter aufzubessern. Hier drei aktive Projekte, deren Finanzierungsstatus vielversprechend ist: Die Youtube-Serie „Vegan Roadie“, die Berliner Cocktail-Bar „Chaostheorie“ und das vegane Restaurant „Over The Moon“ aus den USA.

Weiterlesen