Digitaler Widerstand gegen Trump: NASA und US-Umweltbehörde starten alternative Twitter-Accounts

Donald Trump und sein Team verloren keine Zeit: Unmittelbar nach der Amtseinführung unterzeichnete der neue US-Präsident eine ganze Liste von so genannten executive orders, direkte Anweisungen, die der Präsident ohne Unterstützung des Kongresses erlassen kann. Damit leitete er unter anderem den Rückzug der USA vom TPP-Handelsabkommen ein, erschwerte Förderungen für Organisationen, die Abtreibung befürworten, erhöhte die „Sicherheit“ der Grenze zu Mexiko und ließ zwei gestoppte kontroverse Pipeline-Projekte wieder anlaufen.

Andere Änderungen an Erscheinungsbild und policy der US-Präsidentschaft waren etwas subtiler, aber ebenso zügig umgesetzt: Bereits wenige Stunden nach der Amtseinführung verschwand eine Webseite zum Thema Klimawandel spurlos von dem Auftritt des Weißen Hauses. Die Botschaft ist klar und deutlich: Von nun an wird die US-Regierung den Klimawandel nicht mehr als das behandeln, was er ist – belegter Fakt und wissenschaftlicher Konsens weltweit –, sondern als eine „Theorie“ unter vielen.

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„Yolocaust“ – Provokante Kunstaktion zum Umgang mit dem Holocaust-Mahnmal

Eine der Fotomontagen (Screenshot von yolocaust.de)

Eine der Fotomontagen (Screenshot von yolocaust.de)

Es ist einer der touristischen Hotspots von Berlin: das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, auch Holocaust-Mahnmal genannt. Der Stararchitekt Peter Eisenman konzipierte das rund 19.000 Quadratmeter große Gelände, das seit 2005 globale Bekanntheit erlangt hat.

Mit den vielen Besucher_innen aus aller Welt wuchs aber auch ein Problem: Das Denkmal wird als Hintergrund für Selfies oder andere Fotos verwendet, auf den Betonquadern wird herumgeklettert oder -gesprungen. Dieser Umgang mit einem Ort des Gedenkens wird von manchen als respektlos, pietätlos oder unsensibel kritisiert.

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Gatebox: Eine virtuelle Partnerin für die Einsamen dieser Welt

Azuma Hikari, der erste verfügbare Charakter für die Gatebox (Screenshot von Youtube)

Azuma Hikari, der erste verfügbare Charakter für die Gatebox (Screenshot von Youtube)

Japans Popkultur ist sehr speziell: Obwohl Mangas, Anime, J-Pop und Co. weltweit sehr viele Fans haben, werden die Erzeugnisse des kleinen Inselstaates häufig belächelt, gerade von Befürwortern einer Dichotomie von Hochkultur vs. niedere Kultur. Für handfeste Kritik sorgt dabei mitunter die Darstellung weiblicher Charaktere: Hypersexualisiert und nicht selten an Pädophilie grenzend seien die Zeichnungen und 3D-Modelle.

Unbeeindruckt davon verfolgen Millionen häufig junger Männer auf der ganzen Welt regelmäßig mit Hingabe die Abenteuer ihrer virtuellen Angebeteten. In einem kulturellen Klima, in dem Einsamkeit und selbstgewählter sozialer Ausstieg keine Randerscheinungen mehr sind – weder in Japan noch anderswo – hat sich mittlerweile eine Subkultur gebildet, die ihren Waifus (japanische Aussprache des englischen Wortes wife) ewige Treue schwören.

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Coleco beendet Zusammenarbeit mit Konsolenprojekt Retro VGS, Entwicklerteam löscht Web-Präsenzen

Unrühmliches Ende eines ehemals vielversprechenden Projekts: Die Pläne zur Herstellung der neuen Retro-Konsole Coleco Chameleon a.k.a. Retro VGS sind vermutlich beerdigt. Wie das US-Unternehmen Coleco jetzt bekannt gab, hat es dem Projekt die Lizenz zur Verwendung ihres Markennamens entzogen, nachdem das Entwicklerteam keine überzeugenden Fortschritte bei der Herstellung eines Prototypen nachweisen konnte. Webseite und Facebook-Präsenz für das Projekt sind aktuell offline. Den Entwicklern wird vorgeworfen, Medien und Öffentlichkeit bei Präsentationen mehrmals vorsätzlich getäuscht zu haben.

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Reddit: Das Anti-Facebook

What year is it? Die Startseite von Reddit sieht für 2016er Verhältnisse nicht gerade hip und modern aus

What year is it? Die Startseite von Reddit sieht für 2016er Verhältnisse nicht gerade hip aus

Für viele ist die Social Media-Seite Reddit das Anti-Facebook. Die Anonymität der User hält es weitgehend frei von Selbstinszenierung und betont dagegen Inhalte. Zur Account-Erstellung ist noch nicht einmal eine E-Mail-Adresse nötig, während Facebook schon bei der Registrierung um Adressbuch und Handynummer bettelt. Vielleicht am wichtigsten: Kein tief im Code verborgener Algorithmus formt den persönlichen Content-Feed zu einer gemütlichen Echo-Kammer immer derselben Meinungen; stattdessen liegt es ganz in der Hand der User_innen, sich in das Getümmel von unterschiedlichen Communities zu stürzen.

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