Taifun als Energiequelle: Japanische Firma entwickelt ein Extremwind-Kraftwerk

Windkraft ist eine tolle Sache – Stromerzeugung mit Windrädern gehört mittlerweile weltweit zum Rückgrat des Sektors erneuerbare Energie. Ein fun fact über Windräder ist, dass sie quasi nicht „überproduzieren“ dürfen: Bei sehr starkem Wind und zu hohen Rotationsgeschwindigkeiten drohen Schäden bis hin zum Totalausfall. Was passieren kann, wenn ein Rad massiv überlastet ist und nicht gedrosselt wird, zeigt ein Video aus dem südindischen Bundesstaat Tamil Nadu, das sich im August viral verbreitete:

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Was aber wäre, wenn wir nicht nur die seichten Winde nutzen könnten, sondern auch die ungebremste, archaische Kraft von ausgewachsenen Stürmen? Das fragte sich auch Atsushi Shimizu von dem Unternehmen Challenergy aus Japan – einem Land, das in gefährlicher Regelmäßigkeit von tropischen Wirbelstürmen heimgesucht wird, so genannten Taifunen.

Deren Windgeschwindigkeiten von etwa 120 bis 300 Kilometer in der Stunde sind für gewöhnliche Windräder längst nicht mehr zu handhaben, sie drehen sich ab ca. 90 km/h aus dem Wind, um Schäden zu vermeiden. Deswegen suchte Shimizu nach neuen Wegen zur Bändigung der enormen Kräfte: Laut CNN entwickelt ein Taifun eine kinetische Energie, die der Hälfte der weltweiten Kapazität zur Elektrizitätsproduktion entspricht. Diese Energie eines einzelnen Sturmes könnte ein Land wie Japan demnach für 50 Jahre versorgen.

Aber wie vorgehen, wenn der Sturm alle konventionellen Propeller-Vorrichtungen einfach auseinanderreißt? Die Antwort ist etwas, was an eine überdimensionierte Kinderrassel erinnert. Drei Zylinder rotieren dabei im Wind und bringen dank des Magnus-Effekts ihr „Gestell“ ebenfalls zum Rotieren – wodurch Strom gewonnen wird:

Der erste praxistaugliche Prototyp des Kraftwerks für extrem hohe Windgeschwindigkeiten wurde im Juli auf Okinawa installiert. Nun wartet das Team auf den Ernstfall – einen Sturm, der das Potential der Anlage beweist.

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