Tesla Motors will (noch) vegan-freundlicher werden

Ein Tesla Model S (Foto: Greg Gjerdingen)

Ein Tesla Model S (Foto: Greg Gjerdingen)

Ein Tesla-Auto ist das ultimative Statussymbol für gut betuchte Weltverbesserer: Teuer, luxuriös, dank rein elektrischem Antrieb so umwelt- und klimafreundlich wie kaum ein anderes Fahrzeug auf dem Markt. Veganer_innen können sich jetzt freuen, dass Tesla einen weiteren Schritt in die richtige Richtung macht: Für das kommende Model X wird es standardmäßig eine Kunstleder-Option für die Innenausstattung geben – als Alternative zu Echtleder- und Stoffbezügen.

Mit Verkaufszahlen von rund 50.000 Autos im Jahr 2015 gehört Tesla eher zu den kleineren Akteuren auf dem globalen Automobilmarkt. Die Firma von Visionär und Tech-Guru Elon Musk hat aber geschafft, wovon jede Marke träumt: „Tesla“ ist für viele ein Synonym für ein Elektroauto ohne Kompromisse – obwohl auch vollwertige Alternativen anderer Hersteller auf dem Markt sind. Tesla ist anders, Tesla ist cool: Dieses Bild haben kluges Marketing und Social Media-Hype erzeugt. Tatsächlich leisten können sich das nur wenige; das aktuelle Modell S, eine Oberklasse-Limousine, kostet in Deutschland über 80.000 Euro, Mehrwertsteuer eingerechnet.

Eine komplette Neuausrichtung vollzieht Tesla mit dem Schritt allerdings nicht, der Autohersteller hat bereits Erfahrungen mit der Veganisierung ihrer Produkte gemacht: Die US-Rennfahrerin Leilani Münter, selbst vegan, hatte sich 2013 ein Modell S mit Kunstleder-Ausstattung auf den Leib schneidern lassen, und zumindest im Custom- und Performance-Car-Geschäft ist diese Variante seitdem verfügbar. Nun stellt Tesla diese Option allerdings auch „Normalkunden“ zur Verfügung.

Ob ein Tesla damit tatsächlich „das vegane Auto“ ist, oder ob es Modelle anderer Hersteller gibt, die 100% vegan sind, kann nicht mit endgültiger Sicherheit ermittelt werden. Lange galt es als unvermeidbar, mit nicht-veganen Reifen zu fahren, da die enthaltene Stearinsäure aus tierischen Quellen stammt. Mittlerweile hat die Community durch Herstelleranfragen herausgefunden, dass Michelin-Reifen mit pflanzlicher Stearinsäure produziert werden und somit vegan sind. Ein anderes Auto, das mit deutlichem Fokus auf Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit produziert und vermarktet wird, der voll-elektrische BMW i3, verwendet anscheinend auch in Kunstfaser-Ausstattungsvarianten Echtleder-Teile. Trotz vieler guter Entwicklungen scheint daher ein kompromisslos umweltfreundliches und tierleidfreies Auto vor allem für Normalverbraucher_innen noch nicht in Reichweite.

 

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