Transgender-feindliches Gesetz führt zur Verlegung des NBA-Allstar-Spiels

Das NBA All Star-Weekend 2016 in Toronto (Foto: Laslovarga auf Wikimedia, Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Das NBA All Star-Weekend 2016 in Toronto (Foto: Laslovarga, Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Sport ist Männersache, eine der letzten Bastionen ehrlicher, heterosexueller Maskulinität. Soweit das Klischee, das von der Realität deutlich abweicht: Natürlich sind auch viele der Millionen schwulen, lesbischen, bi- und transsexuellen oder transgender Menschen begeisterte Sportler_innen. Der kommerzielle Mainstream tut sich allerdings noch sehr schwer damit, gerade im deutschen Profifußball ist Homosexualität auch 2016 noch ein beschämendes Tabu.

Im US-Profisport ist die Lage, vielleicht überraschenderweise, anders: Die Ligen NBA (Basketball) und NFL (American Football) beispielsweise unterstützen sehr deutlich und lautstark die Anliegen der LGBT-Community. Die Fälle Jason Collins – der erste offen schwule Profi-Basketballer – und Michael Sam – der erste offen schwule Football-Spieler, der von einer NFL-Mannschaft gedraftet wurde – erzeugten Unmengen an überwiegend guter Publicity und hatten eine weltweite Signalwirkung.

Für die NBA wuchs in den vergangenen Monaten der Druck, den Bekenntnissen zu mehr Offenheit und Vielfalt auch Taten folgen zu lassen. Der US-Bundesstaat North Carolina hatte im März 2016 den Public Facilities Privacy & Security Act erlassen. Im Gegensatz zu seinem Namen trägt das Gesetz nicht zur Sicherheit der Menschen bei, sondern diskriminiert dagegen Transgender aufs Schwerste.

Sie werden durch den Act gezwungen, diejenigen öffentlichen Toiletten und hygienischen Einrichtungen zu benutzen, die dem Geschlecht auf ihrer Geburtsurkunde entsprechen. Während transsexuelle Menschen in North Carolina ihre Geschlechtsbezeichnung auf der Urkunde ändern lassen können, haben Transgender, Bi- und Intersexuelle sowie andere Menschen auf dem queeren Spektrum diese Option nicht. In den USA und international wurde die Gesetzgebung wiederholt als rückschrittig und LGBT-feindlich scharf kritisiert.

Auch die NBA und ihr Commissioner Adam Silver äußerten sich negativ zu dem Act, der sie gleichzeitig in eine schwere Bredouille brachte. Seit einiger Zeit bereits war für Anfang 2017 das NBA All Star-Weekend geplant in Charlotte, North Carolina, Heimat des NBA-Teams Charlotte Hornets. Eigentümer des Teams ist übrigens Basketball-Megastar Michael Jordan, der in Wilmington, North Carolina aufwuchs.

So wurden Forderungen immer lauter, das Wochenende aus Charlotte abzuziehen, an dem die NBA-Stars sich mit einem Spiel zwischen Auswahl-Teams und einem Dunk-Contest selbst feiern.  Der Druck zeigte offenbar Wirkung, denn nun lenkten Silver und die NBA schließlich doch noch ein. Ein Ersatzort ist noch nicht gefunden, Quellen zufolge ist aber unter anderem New Orleans im Gespräch.

Die Entscheidung reiht sich ein in eine lange Liste von Fällen, in denen aufgrund der „bathroom bill“ Investments oder Events aus Charlotte und North Carolina abgezogen wurden. So hofft das glücklicherweise meist LGBT-freundliche Establishment aus Sport, Wirtschaft und Entertainment in den USA, die Gesetzgeber in dem Bundesstaat vielleicht mit wirtschaftlichen Argumenten zu einer Überarbeitung des Gesetzes zu bewegen.

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