Veganer Shitstorm: Burgerkette schießt sich mit unsensiblen Sprüchen ins eigene Bein

Gourmet-Burger sind ein kulinarischer Trend der letzten Jahre. McDonalds-Flachpappen sind out, die überwiegend jüngere Kundschaft heute möchte innovative Kreationen, eine anspruchsvolle Präsentation und immer häufiger auch Bio- und/oder vegane Zutaten. Eine der größten Ketten dieser Ausrichtung auf dem UK-Markt ist Gourmet Burger Kitchen – die es sich jetzt allerdings mit einer unnötig unsensiblen Marketing-Kampagne mit Vegetariern und Veganern verscherzt haben.

So tauchten in der Tube, der Londoner U-Bahn, Anzeigen auf mit Sprüchen wie „You’ll always remember when you gave up being a vegetarian“, „Vegetarians, resistance is futile“ oder, zu dem Bild einer jungen Kuh, „They eat grass so you don’t have to“.

Vielen Londonern ging das gegen den Strich – schließlich gilt Englands Hauptstadt als einer der vegan-freundlichsten Orte der Welt. Es entwickelte sich ein Shitstorm bei Twitter und Facebook, Boykott-Aufrufe wurden geteilt und die Werbesprüche kreativ umgedichtet: „We kill them so you don’t have to“ oder „I’ll always remember when I gave up being a vegetarian and turned vegan“.

Die Kampagne erscheint seltsam unüberlegt; dumpfe Macho- und Veräppel-Rhetorik als selling point für Burger? Dabei ist die Kette auf den ersten Blick nicht einmal veggie-unfreundlich, das Menü enthält drei vegetarische Burger. Ob diese auch vegan zubereitet werden könnten, wird allerdings nicht klar. Das Unternehmen ruderte jedenfalls schnell zurück und verbreitete gestern ein entschuldigendes Statement auf Twitter und Facebook, in dem ein Halt der Kampagne angekündigt wurde.

In Deutschland fühlt man sich seltsam erinnert an einen Vorfall von 2012. Ein ungenutzter Werbe-Wettbewerbsbeitrag einer Agentur für das Steakhaus Maredo schwirrte da noch auf einem Blog herum und ging dann schnell viral: Denn die Sprüche „Wenn man Tiere nicht essen soll, warum sind sie dann aus Fleisch?“ und „Tofu ist schwules Fleisch“ waren nicht nur dumpf und machohaft, sondern auch noch homophob. Auch damals wurden von dem Unternehmen Maredo und der betroffenen Agentur neue Rekorde im olympischen Zurückrudern erzielt.

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