Vertical Farming: High Tech-Gemüse für die Städte von morgen

Das Modell von AeroFarms (Screenshot von aerofarms.com)

Das Modell von AeroFarms (Screenshot von aerofarms.com)

Das Konzept von Vertical Farming oder „vertikaler Landwirtschaft“ inspiriert Futurist_innen seit Jahrzehnten. Theoretisch verbindet diese Anbaumethode in vertikal geschichteten Ebenen einige Vorzüge, die in einer immer urbaneren Welt von großer Bedeutung sind: Sie verbraucht weniger Wasser und weniger Grundfläche als traditionelle Landwirtschaft und kann die Transportwege zu Abnehmer_innen deutlich verkürzen. Nahe New York eröffnete vor wenigen Monaten die größte Indoor-Anlage dieser Art weltweit.

Auf 6500 Quadratmetern hat dort im März das Unternehmen AeroFarms erstmals eine Aussaat gemacht. In naher Zukunft soll die in einem ehemaligen Stahlwerk untergebrachte Anlage rund 900 Tonnen Lebensmittel pro Jahr produzieren. Zentral dabei ist wohl auch eine neuartige Art und Weise, die Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen: „Aeroponics“ nennt das Unternehmen die Methode, angelehnt an Hydroponik bzw. Hydrokultur.

Hierbei wachsen die Pflanzen auf einer Stoff-Fläche LED-Lampen entgegen, während die darunter liegenden Wurzeln von einem „aeroponischen Dunst“ (aeroponic mist) umhüllt werden, einer Mischung aus Wasser, Sauerstoff und Nährstoffen. Damit würden gegenüber konventioneller Landwirtschaft bis zu 95% Wasser eingespart, während die Erträge pro Quadratmeter Grundfläche bis zu 75 mal höher seien. Auch im Vergleich zur Hydrokultur, die ebenfalls auf Erde verzichtet und Gewächse mit Wasser-Lösungen ernährt, sei die Methode deutlich effizienter.

Manhattan ist von dem Firmengelände in Newark, New Jersey, rund 15 Kilometer entfernt. Dort hoffen AeroFarms auf dankbare Käufer_innen für ihr lokales High Tech-Gemüse. Im Erfolgsfall ist das Modell zukunftsweisend: Hocheffiziente Landwirtschaft in direkter Nähe zu urbanen Ballungszentren, um Transportwege kurz zu halten. Kritiker_innen der vertikalen Landwirtschaft argumentieren dagegen, dass die Kosten der Versorgung mit Wasser und Licht die höhere Produktionseffizienz nivellieren würden. Ob die Idee wirtschaftlich tragfähig ist, wird sich letztlich auch an der Performance von Firmen wie AeroFarms messen lassen.

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