VR-Brille Oculus Rift kostet 599 US-Dollar im freien Verkauf, mehr in Europa

Screenshot der Seite oculus.com

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Die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift ist ohne Zweifel eines der gehyptesten Tech-Produkte der letzten Jahre. Scheinbar aus dem Nichts entfachte das Projekt 2012 die seit den 90ern eingeschlafene Begeisterung für VR neu. Ein jetzt legendärer Kickstarter sammelte fast 2,5 Millionen US-Dollar und der Oculus-Effekt gab auch anderen VR-Projekten neuen Wind, so etwa Sonys Project Morpheus für die PS4 oder das ebenfalls heiß erwartete HTC Vive.

Seit Frühjahr 2013 waren die ersten Developer Kits im Umlauf. Demos von Spielen und Anwendungen sowie Reaktions-Videos von Menschen, die auf der virtuellen Achterbahnfahrt schwache Knie bekamen, ließen die Vorfreude noch steigen. Oculus schien das perfekte Produkt zu sein, um Virtual Reality in den Mainstream zu bringen.

In den Tagen vor dem gestrigen Pre-Order-Start stieg allerdings auch die Nervosität, denn was Endverbraucher für das Gerät zahlen müssen, war noch geheim. Es gab lediglich eine kryptische Aussage von Hauptentwickler Palmer Luckey, dass der Verkaufspreis nicht zu weit entfernt sein werde von den 350 Dollar, die ein Dev Kit kostete. Die Überraschung war deswegen groß, als nun bekannt wurde, dass ein Oculus-Paket im freien Verkauf 599 US-Dollar kostet. Die Community ist sauer und Befürchtungen werden laut, dass der hohe Preis die weite Verbreitung des Oculus und die Weiterentwicklung von VR behindern und beschädigen wird.

Auf Twitter und Reddit, von Beginn an eine wichtige Diskussionsplattform für die Oculus-Community, werden die Entwickler um den erst 23 Jahre alten Palmer Luckey mit Wut und Spott überzogen. Memes und Gifs drücken zynisch und humorvoll aus, wie eine solche Business-Entscheidung einer großen, enthusiastischen Szene den Wind aus den Segeln nehmen kann.

Luckey stellt sich allerdings auch persönlich der Diskussion auf Reddit und erläutert in einem langen Post den Standpunkt seines Unternehmens. Der Preis sei gerechtfertigt, vorerst werde niemand am Verkauf der Oculus-Hardware Geld verdienen. Trotzdem bedauere er, die Preisentwicklung vorher schlecht kommuniziert zu haben: Sein Ausdruck, der Endverbraucherpreis werde sich „im selben Ballpark bewegen“ wie der des Dev Kits, sei missverständlich gewesen. Er habe sich dabei auch auf seine früheren Aussagen bezogen, dass ein Oculus plus der nötigen PC-Power zum Betreiben rund 1500 Dollar kosten würden.

Für internationale VR-Enthusiasten hören die schlechten News dabei noch nicht auf: Außerhalb der USA ist das Oculus sogar noch deutlich teurer. In Europa werden satte 742 Euro fällig (699 plus Versand), und in Australien kostet das Paket mit Xbox-Controller, Fernbedienung und zwei Spielen umgerechnet über 1.100 australische Dollar.

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