Windenergie: Schottland produzierte am Sonntag mehr Strom als verbraucht wurde

Windräder im Sonnenuntergang (Foto: Robert Ott)

Windräder im Sonnenuntergang (Foto: Robert Ott)

Am vergangenen Sonntag wurde laut Independent in Schottland mit Windkraftanlagen so viel Strom erzeugt, dass der gesamte landesweite Tagesverbrauch davon hätte gedeckt werden können. 39.545 Megawattstunden, so der WWF Schottland, produzierten Windräder am 7. August demnach, gegenüber einem Verbrauch von 37.202 MWh. Das macht Hoffnung für die Zukunft erneuerbarer Energien und erinnert an eine Meldung aus dem Mai: Am Muttertagswochenende 2016 wurde in Deutschland so viel Strom aus Wind- und Solarkraft produziert, dass der Strompreis kurioserweise kurz ins Negative fiel.

Wie auch im Mai in Deutschland kamen in Schottland besondere Umstände zur Geltung: Es war ein besonders windiger, wenn nicht gar stürmischer Tag. Tatsächlich waren Windgeschwindigkeiten so hoch, dass vor der schottischen Küste eine Ölplattform sich von einem Schlepper losriss und auf Grund lief. Zusätzlich sinkt an Wochenenden der Strombedarf generell ab, da große Verbraucher in Industrie und Wirtschaft still liegen. Insofern liegt die Grenze niedriger, die für eine Komplettversorgung erreicht werden muss.

Diese Umstände verdeutlichen, wie weit industrialisierte und dicht besiedelte Länder noch von einer Vollversorgung durch erneuerbare Energien entfernt sind. Doch die Entwicklung schreitet voran: Die Popularisierung von Elektro-Autos, neue Konzepte für Langstreckenreisen und Innovationen in der Speicherung von Solarstrom weisen in eine Zukunft ohne fossile Brennstoffe – auch wenn es eventuell eine noch relativ ferne Zukunft ist.

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