USA: Republikanischer Abgeordneter als Gründer einer frauenfeindlichen Community entlarvt

Ein Screenshot von Robert Fishers Webseite electfisher.org

Ein Screenshot von Robert Fishers Webseite electfisher.org (Unkenntlichmachung von Fünftagewoche)

Hass existiert, in der realen Welt wie im Internet, in vielen Formen: Hass auf Minderheiten, auf Andersdenkende, auf Menschen aus dem LGBTQ-Spektrum, auf Übergewichtige – und natürlich auch Hass auf Frauen. Eine der berüchtigsten frauenfeindlichen Communities im englischsprachigen Internet ist das Reddit-Forum „The Redpill“. Deren anonymer Gründer wurde gestern von einer US-amerikanischen Webseite enttarnt – als republikanischer Abgeordneter im Parlament des US-Bundesstaates New Hampshire.

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Glossar „Alt Right“: Neue Rechte in den sozialen Medien – Echokammer

Eine Illustration für den Eintrag "Echokammer" im Glossar "Alt Right" - Neue Rechte in den sozialen Medien

Der erste Artikel in dieser Reihe im neuen Jahr 2017 behandelt keinen konkreten Begriff oder Code innerhalb der Alt Right, sondern eine der technologischen Voraussetzungen für das Aufkommen und Erstarken dieser neuen rechten Bewegung: Die so genannte Echokammer.

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Akustik und der Tontechnik und beschreibt einen Raum, der zu Aufnahmezwecken speziell konstruiert wurde, um einen Halleffekt zu erzeugen.

Im Social Media-Kontext wird mit dem Begriff Echokammer (auch Filterblase, englisch echo chamber oder filter bubble) der Zustand beschrieben, dass User_innen online häufig ausschließlich solche Inhalte und Meinungen präsentiert bekommen, denen sie ohnehin zustimmen.

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2016 – Das schlimmste Jahr ever?

Keine Frage, 2016 war schon hart: Neben den Toden vieler berühmter, einflussreicher und vielgeliebter Menschen brachte das Jahr auch das Brexit und Donald Trump.

Aber kann man diesem allseits verdammten Jahr auch etwas Positives abgewinnen? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines Wettbewerbs auf Whicee.com, einer Plattform für niveauvolle Meinungsäußerung im Netz und gegen Hatespeech.

Ich habe auch einen Text beigetragen, der hier nachgelesen werden kann:
2016 – Eine Blaupause für echten Wandel

England: Brexit-Befürworter blamiert sich im Radiointerview

Gespenst Brexit: Seit der überraschenden Entscheidung für das Verlassen der EU sind selbst viele der ehemaligen „Leave“-Befürworter im Vereinigten Königreich skeptisch geworden. Das einst glorreiche britische Pfund stürzt ab, die prominenten Anti-EU-Wahlkämpfer Boris Johnson und Nigel Farage hatten dreist gelogen – und die düpierte Rest-EU drängt auf einen schnellen und ökonomisch schmerzhaften Austritt, der wohl im kommenden Frühjahr beginnen wird.

Leave what?

Doch nicht alle, die gegen den Verbleib gestimmt hatten, sehen eine düstere Zukunft. Der selbständige Elektriker Ashley (Nachname unbekannt) aus Pinner im Nordosten Londons rief gestern in einer Radio-Talkshow des Senders LBC an, um seine Unterstützung für das Brexit zu bekräftigen. Er begrüße, dass die UK nach dem Austritt wieder „volle Kontrolle über die eigenen Gesetze“ haben werde – ein beliebtes Argument im „Leave“-Lager. Dafür wäre er bereit, „kurzfristige ökonomische Nachteile“ in Kauf zu nehmen.

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Endspurt für „Volksentscheid retten“

Es begann mit der Empörung über den Berliner Senat, der sich vor einigen Monaten über den 2014er Volksentscheid zum Tempelhofer Feld hinwegsetzte. Trotz Bebauungsverbot sahen die Politiker_innen angesichts der steigenden Zahlen von Geflüchteten keine Alternative zu dem kontroversen Plan, Tempelhof zu einer Massenunterkunft zu machen. Das gab den Impuls für die neue Initiative „Volksentscheid retten“, die eine neue Abstimmung über eine rechtliche Stärkung dieses basisdemokratischen Instruments erreichen will.

Jetzt hat die Initiative die angepeilten 70.000 Unterschriften für die erste Etappe fast beisammen: Bis zum Stichtag am kommenden Dienstag, 5. Juli, fehlen laut Webseite der Kampagne noch rund 5.000 Unterschriften. Tatsächlich nötig zur Einleitung des Verfahrens, das eine Änderung der Berliner Verfassung zum Ziel hat, sind lediglich 50.000 Unterschriften – den Puffer von 20.000 Signaturen hat die Initiative sich selbst auferlegt, um mit Sicherheit 50.000 gültige Unterschriften zu erreichen.

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Hashtag gegen Heuchelei und Hetze: #ausnahmslos

Screenshot der Seite ausnahmslos.org

Screenshot der Seite ausnahmslos.org

#kölnhbf ist noch immer das Thema der Stunde. Nach und nach nehmen Fakten den Platz von Mutmaßungen über den Ablauf der Ereignisse ein: Rund 30 Tatverdächtige sind bisher ermittelt, der Großteil von Ihnen ohne deutsche Staatsbürgerschaft. 18 von diesen haben den Status von Asylbewerbern. Diesen werden allerdings vorwiegend Diebstahl und Körperverletzung vorgeworfen, die Ermittlungen zur Aufklärung der vielen angezeigten Fälle von sexualisierter Gewalt dauern an.

Das ist ein großer Schritt vorwärts verglichen zur bisherigen Konsens-Kurzfassung „Sex-Mob von 1000 Nordafrikanern wütete ungehindert“. Dennoch offenbart der Fall Köln eine alarmierende Abwesenheit von Rationalität in der öffentlichen Diskussion. Eine lautstarke Fraktion in den sozialen Netzwerken treibt Medien und Politiker_innen vor sich her. Sie ist ein Amalgam von strammen Nazis und „Muss man auch mal sagen dürfer_innen“ und schießt sich auf Muslime, Arabischstämmige, Afrikanischstämmige, junge männliche „Migranten“ ein – Spezifik egal, die Richtung stimmt ungefähr. Jede dissentierende Stimme wird als Verharmlosung sexueller Gewalt verunglimpft – besonders perfide, da die Leidenschaft des Mitte/rechts-Mainstreams für dieses Thema traditionell eher nichtexistent ist.

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